Full text: Der Mündliche Vortrag. Erster Teil. Die reine und deutliche Aussprache des Hochdeutschen. (1)

38 Die Gaumenlauter. 
Zinn Zahn, sah'n selten, ZeltenZeiger, Seiger beseitigen, 
zeitigen zieh, sieh verzogen, versagen. 
§ 64. Stößt durch Zusammensetzung das t mit zusammen, 
so muß man diese beiden Konsonanten von z wohl unterscheiden. 
Dies ist nicht leicht und erfordert einige Aufmerksamkeit. Man 
muß besonders den gelinden Laut des beizubehalten suchen. 
Ubung. —Entsiegeln, entzügeln entsogen, entzogen entzuckern, 
entsickern] entsünden, entzünden fortziehen, fortsingen) Entsetzen, 
Entziehen!] entzapfen, entseelen /entzaubern, entsäuernentsegeln, ent- 
zäumen fortzanken, fortsanken fortzechen, fortsegeln fortseihen, fort- 
zeigen fortzeugen, fortsäugen entsilbern, entziehen entfühnen, ent- 
zücken! entziffern, entsinken fortsündigen, fortzünden. 
§ 65. Das c kommt nur in Fremdwörtern vor und lautet 
vor c, i, ei, en, äu wie z, vor a, o, u und an wie k. In der 
Verbindung mit h und sh, also ch, sch, ist es bloß das Zeichen 
eines einfachen Lautes und hat keinen selbständigen Laut. 
XI. 
Die Gaumenlauter. 
§ 66. Die vier Gaumenlauter j, g, ch und k sind mit 
einander verwandt und unterscheiden sich derart durch ihren 
Laut, daß sie steigernd von dem ganz weichhauchenden j bis zu 
dem hart abgestoßenen k gehen. Das j und k haben deshalb 
auch nur einen Laut, das g zwei Laute, das ch die zwischen 
diesen Lauten liegenden Abstufungen. 
Dasch hat demnach einen dreifachen Laut. 
1) Weichhauchend ähnlich dem j, wie in siechen, kriechen. 
2) Harthauchend wie in wachen, lachen. 
3) Anschlagend, ähnlich dem k, wie in Wachs, Buchs, 
Lachs, Fuchs. 
Demnachgruppierensich die vier Gaumenlauter folgendermaßen. 
1) Weichhauchend sind j und ch in dreifacher Abstufung von 
dem gelindesten bis zum schärfsten Hauche. 
2) Harthauchend ist nurch, von dem gelinden zum scharfen 
Hauche steigernd. 
3) Anschlagend sind g, ch und k in der Abstufung, daß g 
den gelindesten, k den schärfsten Anschlag hat.