442 Anhang.
keiten sich nicht so fruchtbar entwickeln könnten ohne die Verdienste der
deutschen Arbeitgeber.
(Zustimmung.)
Wenn aus unserem Einsatz im Welthandel die geistige Energie, der
weite und freie Blick des deutschen Unternehmertums gestrichen würden,
müßten sich für Millionen von Arbeitern die Lebensbedingungen verschlechtern.
(Sehr richtig!)
Dann könnten wir auch nicht länger die wirtschaftliche und politische
Stellung aufrechterhalten, die wir jetzt in der Welt einnehmen.
(Lebhafte Zustimmung.)
Aus vollem Herzen rufe ich: Der deutsche Handel und der Deutsche
Handelstag, sie leben hoch!
XLVI. Staatsminister von Zuddes Tod.
Der Reichskanzler Fürst von Bülow richtete an die Witwe des Staatsministers
von Budde folgendes Beileidsschreiben:
Berlin, den 28. April 1906.
Hochverehrte Frau von Budde!
Euere Erxellenz bitte ich, den Ausdruck meiner tiefen Teilnahme
an dem Verlust entgegenzunehmen, der Sie betroffen hat. Wenn etwas
Sie in diesen schweren Tagen zu trösten vermag, so wird es die Einmütigkeit
und Wärme sein, mit denen sich die Trauer um den frühen
Tod Ihres ausgezeichneten Gemahls bekundet. Mit Euerer Exellenz,
mit Seiner Majestät dem Kaiser und König beklagt den Heimgang des
Staatsministers von Budde nicht nur der Kreis derjenigen, die das
Glück hatten, in gemeinsamer Arbeit mit ihm an den großen Aufgaben
des Staates zu schaffen; nicht nur die Armee, die in ihm einen ihrer
besten Männer gesehen hat; nicht nur die Angehörigen des großen
Verwaltungskörpers, dem seine treue Sorgfalt noch in der tödlichen
Krankheit galt; es nehmen alle teil, denen die wirtschaftliche Entwicklung
unseres Vaterlandes am Herzen liegt, weil sie beobachten konnten, mit
wie erfolgreicher Umsicht und Tatkraft er das ihm anvertraute Wirkungsgebiet
gepflegt hat. Sein Lebenswerk, so früh er es abbrechen
mußte, liegt klar vor unseren Augen; seine Verwaltung, so kurz sie