495 bröckeln — Bronne.
bröckchen zu gewinnen Goethe 43, 259. — bröckeln,
auch ohne Umlaut brockeln, in kleine Brocken brechen;
trans. das brot bröekeln Adelung; refl. die erde
brockelt sich Steinbach; intranf. lehnt am brbekelnden
gestein Droste 207; bröckelte der bewurf von den.
wünden Immermann Münchh. 1, 64; bröckelndes ge-Brocken
brechend, bei Henisch bröcklet, gut zu zerreiben,
leicht zu brosamen, bei Stieler bröckeliebt
fleisch (mürbes) ist gut zu verdauen; wegen der bröcklichten
umstände, worin sich .. die wand befand
Immermann Münchh. 2, 127; neuer bröckelig geschrieben.
— brocken, in Brocken zerteilen, ahd. brocchon,
mhd. brocken, brot, semmel, zwieback; (läßt) sich brot
in frische milch von einer hirtin brocken Wieland
Ob. 2, 8; bildlich: er bat wol, das er in die mileb
brocket Henisch; wer mir gelahrtheit brockt in den
wein Geibel 3,80.— brockenweise, in einzelnen Brocken,
al
zahlen.
Brodel, m. Dampf und Dunst; in älterer Spr. zusammengemanschte
Flüssigkeit, Unrat, Kot (verwandt:
mit engl. droth, ahd. brot Brühe), bei Henisch brodel,
collnses eæ vasis quoe porcis dafur, et stercora
liquida, daher bei den Jägern noch prudel, der Sumpf
in dem sich Sanen und Hirsche kühlen; später, so bei
Stieler, als Nebensorm zu brodem (s. d.) aufgekommen:
spiesze das herz an den pfriem, und dreb in dem brodel
es linksum Voß Idyll. 11, 132. — brodeln (landschaftlich
auch brudeln), Brodel erzeugen, in heißer Flüssigkeit, fo
bei der Hauswäsche: (die Frauen) waschen, pauchen,
laugen und prudeln Fastn. Sp. 1219; trauf. auch manschen,
so bair. weine brudeln, und scherzhaft heißt der
Bierbrauer bierbrudler Schmeller; intrans. dampsend
aufsteigen und tönen, von kochender Flüssigleit und dem
sie bergenden Geräte: brodlot und walt in im wie ain
siedender hafen Oheim Chr. 40; brodelen Stieler;
eiserne töfe . mit ihrem siedenden und brodelnden
inhalte Immermann Münchh. 3, 3; wo am blanken.
theetisch das wasser brodelt Geibel 1, 84; vom Mcer:
sicht sie (die See) heut wie ein brodelnder kessel aus
Bismarck Brief 1864; an dem kochen und brodeln
der eng ummauerten welle Heyse Par. 3, 216; bildlich:
das alles brodelte in den köpfen dieser teutonischen
jugend wirr durcheinander Treitschte 2, 5.
Brodem, m. starker Hauch, Dunst; ahd. prüdam,
mbd. brädem und bradem, verwandt ist altengl. dra .
Dunst, Hauch, neuengl. breat# Atem, Hauch, ebenso
braten (s. d.); Verdunkelung des à in 0 und Ubergang
des schließenden m in n schon früh: des mennisken
bröden Himmelreich 313 (12.h.), wie später bei Gocthe,
j. nachher; es gilt von feucht-heißer Ausdünstung im
allgemeinen: der von dem vieb, besonders zur winterszeit
entstchende brodem occ. Lex. 381; nun pustet,
pustriche! genug genug! vor eurem broden bleicht
der ganze flug Gocthe Faust 11 5; der dämonische
brodem in der kammer Immermann Münchh. 2, 126;
ein verpestender brodem erfullte den scheuszlichen
plereh Treitschtke 1, 505.
Brombeere, t. Frucht des Brombeerstrauchs, und
dieser selbst; ahd. prümperi, mhd. brämber, eigentlich
Beere eines Dornstrauchs (nach ahd. brämo, mhd. bräme
Dornstrauch); wenn gründe so gemein wären wie bromheeren
Shakesp. Heinr. IV, 1, 2, 4.
Bronne, Bronn, m. Nebenform zu brunnen (s. d.),
im 15. Ih. bereits vorhanden: sons bron Dief.; was
man aus hronnen schöpft Garg. 36; von unsern Dichtern
altertümelnd wieder ausgenommen, — Quell: ein
frischer bronne Uhland 227; in des bronnes klaren
grund 229; frei: des weines goldner bronn 21; dquillt
mir der dichtung beilger bronnen Geibel 1,221; vgl.
auch born.
bildlich: einem den verdienten lohn brockenweise.
496
Bronze, k. (gewöhnlich mit franz. Aussprache), Metallmischung
aus Zinn und Kupfer; seit Ansang des 14. Ih.
als mittellat. bronzium (Du Cange) bekannt, aus dem
Orient, altpers. barinz Messing, weil zuerst von Persern,
ihnen nach von Arabern gesertigt und weiter verbreitet,
Bronze — Brot.
1. vgl. Mitteil. der k. k. Centralcommiss. zu Wien, Bd. 13, 17.
ränsch an der wand 2, 126.— bröckelicht, gern in kleine
— bronzen, von Bronze: bronzene schilder, leuchter. —
bronzieren, mit Bronze-Anstrich versehen.
Brosame (brösäme), f. Krume, Brocken; ahd. brosema,
brosma, mhd. broseme, brosme, brosem, entstanden
aus früherem ahd. brohsama und in etymologischem Zusammenhang
mit brechen; das Geschlecht des Wortes
wird selten mehr lebendig gesühlt (Stieler, Adelung
geben es richtig an, Klopstock Mess. 15, 906 und ihm
solgend andere haben sich der brosam nach der brocken
gestattet), da es beinahe nur im Plur. in gewählter Rede
vorfommt: gerte der brosmen die von sinem tische
vielen Schönbachs altd. Pred. 33, 10; essen die hundlin
von den brosamen der kinder Marc. 7, 28; reichte
ihm einige brosamen mit ibren lippen (dem Vogel)
Goethe 16, 122; bildlich: hungrig auf die brosamen
deiner zärtlichkeit Schiller Fiesko 3, 3. Dim. brosemlein:
von den brossamlen, die von jrer herrn tisch
fallen Matth. 15,27, zurückgegangen zu bröselein Goethe
Hochzeitlied; dazu wieder hröseln, brocken: etwas zu
bröszlen Simpl. 3, o8.
Bröschen, n. Brustdrüse des Rindes, Kalbes, Lammes;
bair. brues, Dim. brueslein, östreich, bris, brisl
(Schmeller): ungewisser Abstammung.
Brot, n. das bekannte aus Mehlteig bereitete Gebäck;
ahd. pröt, mhd. bröt; altniederd. bröd. altengl. breäd.
altnord. braus; das t gehört der Ableitung an, die
Wurzel ist die von brauen; brot bezeichnete ursprünglich
nicht das Gebäck (das hieß leib. f. d.), sondern das als
tägliche Nahrung an das Gesinde gereichte Mehlmus,
das Wort wurde erst später auf das Gebäck gewendet.
Plur. in älterer Spr. dic brot (z. B. Marc. 6, 41), in
neuerer die brote, selten mit Umlaut die bröte. Im
eigentl. Sinne, schwarzes, weiszes, graues, grobes, feines
brot; brot backen, abschneiden, brechen; trockencs,
eitel brot (vgl. eitel 1), brot mit butter; käs und brot
Garg. 81:; man git uns (Aussätzigen) oft vleiseh brõt
unt win Frauend. 335, 26; dürstigste Nahrung bezeichnet
salz und brot, brot und wasser, Gesangenenkost: im
untersten gewölbe seiner thürme mit brot und wasser
tractirt Schiller Ränb. 1, 2; ein stück, eine schnitte.
ein scheibchen vom brot, bagegen ein ganzes brot; viel
in Redensarten, Sprichwörtern: so nötig als das liebe
brot; einem Erschrockenen fällt die butter vom brote,
von einem höchst Verächtlichen nimmt kein hund ein
stuck brot, ein Kluger kann mehr als brot essen, einem
Sterbenden, Verurteilten ist des letzte brot gebacken
u. a. m.; als Sinnbild für Nahrung überhaupt, Unterhalt,
Erwerb: unser teglich brot gib uns heute Mattb.
6, 11; nehmen den . armen das brodt vor dem maul
weg Schuppins 342; sein brot gewinnen (Garg. 90),
einem das brot nehmen (Schiller 1, 186), einen vom
brote thun, räumen (Logau 2, 163), ihn nahrungslos
machen; sein brot verdienen, erwerben, finden; ich
wünsch ihm bald verdienst und brot Drollinger 98;
abgedankte soldaten, die genuesisches brod essen wollen
Schiller Fiesko 2, 15; wenn euch euer brod lieb ist
Kab. 2, 7; wer bei mir in brod und lohn steht Freytag
Soll 2, 221; im Wechsel mit der eigentl. Bed.: weil er
das brot verdient, musz er es auch anschneiden Iffland
Hagest. 4, 5; sprichwörtlich: wes brot ich esse, des lied
ich singe; das brod unsers herrgotts wächst uberall
Schiller Kab. 5, 1; übertragen, in der Bibelspr. brot
des lebens Joh. 6, 35; anders: brote werden zuweilen
die zuekerhute genennet Jacobsson; in der alten
Spr. war bienendrot, mhd. biebröt, ahd. biadrot, altengl.
beöbresd der Honigfladen in den Bienenstöcken,