Volltext : Realienbuch nebst einem Anhange für Deutsch und Raumlehre.

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D.  Das  Mineralreich.

Die  Mineralien  sind  leblose  Geschöpfe.  Sie  bestehen  aus  Elementen  oder
Grundstoffen,  d.  h.  solchen  Stoffen,  die  sich  nicht  weiter  zerlegen  lassen.  —  Man
teilt  die  Mineralien  in  4  Klassen:  1)  Erden  und  Steine,  2)  Salze,  3)  brennbare
Mineralien,  4)  Metalle.

§  1.  1.  Der  gemeine  Quarz,  gewöhnlich  Sand  genannt,  ist  härter  als  Stahl,
weiß,  gelblich,  grau,  selten  krystallisiert,  an  den  dünnen  Kanten  durchscheinend,  von
metallischem  Glanze  und  muscheligem  Bruch.  Er  ist  2  ½  mal  schwerer  als  Wasser
und  wird  besonders  durch  Zusammenschmelzen  mit  Pottasche  oder  Soda  zur  Herstellung

  des  Glases  benutzt.

Verwandt  sind  der  gelbliche  oder  graue  Feuerstein,  die  verschiedenen  Edelsteine:
der  wasserhelle  Diamant  (Kohle),  grüne  Smaragd,  blaue  Saphir,  rote  Rubin,  rote
edle  Granat,  gelbliche  oder  grünliche  Topas  u.  a.,  ferner  der  weiße,  gelbliche,  rötlichweiße
  gemeine  Feldspat,  der  löcherige  Bimsstein,  der  in  Blättchen  vorkommende  glänzende
  Glimmer.

2.  Die  Thonerde  entsteht  aus  verwittertem  Feldspat.  Sie  löst  sich  im  Wasser

auf  und  bildet  dann  einen  formbaren  Teig,  der  in  der  Luft  oder  im  Feuer  wieder  hart
wird.  Ist  sie  gelblich  grau  und  mit  Sand  gemengt,  so  heißt  sie  Lehm,  hingegen
Mergel,  wenn  sie  Kalk  enthält.  Aus  Töpferthon  werden  Ofen,  verschiedene  Geschirre,
  auch  Fayence  und  durch  Zusatz  von  pulverisierten  Feuersteinen  das  Steingut
  gemacht.  Der  reinste  und  feinste  Thon  heißt  Porzellanerde.

Andere  Thonerden  sind  schwarze  Kreide  und  Rotstein.  Aus  Wetz-  und  Thonschiefer
  werden  Griffel,  Schiefertafeln  und  Dachplatten  verfertigt.

3.  Der  Kalkstein  ist  gewöhnlich  grauweiß.  Auf  der  Zunge  erregt  er  einen  herbsüßlichen
  Geschmack.  So  lange  er  noch  mit  Kohlensäure  und  Wasser  verbunden  ist,
heißt  er  roher  Kalk.  Durch  darauf  gegossene  Säuren,  am  gebräuchlichsten  aber  durch
starkes  Feuer,  werden  diese  Bestandteile  in  Kalkbrennereien  aus  ihm  entfernt,  und  er
heißt  dann  gebrannter  Kalk.  Gelöschter  Kalk  wird  zu  Baumörtel  verwendet.

Verwandt  sind  die  weiße  Kreide,  der  Gyps,  der  fast  durchsichtige  Alabaster,

der  feinkörnige  Marmor.
Zusammengesetzte  Steine  sind  der  Granit,  bestehend  aus  Quarz,  fleischrotem  Feldspat

  und  glänzendem  Glimmer,  der  feinkörnige,  rötliche  (Feldspat)  Porphir,  der  bläulich
schwarze  Basalt,  der  Sandstein,  die  Lava.

Erden  oder  Steine  sind  im  Wasser  unauflöslich,  im  Feuer  unverbrennlich,
schwerer  als  Wasser,  ohne  eigentlichen  Metallglanz,  mehr  oder  weniger  durchsichtig.

§  2.  Das  Kochsalz  ist  eine  Verbindung  von  Chlor  und  Natrium.  Man  unterscheidet
  Stein-,  Quell-  (Sole)  und  Seesalz.  Es  ist  wasserhell,  durchscheinend,  zerfließt
  an  der  Luft  und  widersteht  der  Fäulnis;  daher  werden  Speisen,  die  man  läugere
  Zeit  aufbewahren  will,  eingesalzen.  Man  braucht  es  zum  Würzen,  in  der
Medizin,  zur  Glasfabrikation,  Seifenbereitung,  zur  Bereitung  anderer  Salze,  z.  B.
der  Soda.

Salpeter,  d.  h.  Felsensalz,  kommt  in  Spanien,  Ungarn,  Chili  in  Lagern  oder  als
ÜUberzug  des  Bodens  vor.  Er  ist  weiß,  glasglänzend,  bitterlich  scharf  und  kühlend  schmeckend

und  dient  zur  Bereitung  des  Schießpulvers.  Ahnlich  ist  das  salzig  bittere  Glaubersalz,
der  mehlartige,  gelbliche  oder  weißgraue  Salmiak,  der  zusammenziehend  süßlich  schmeckend-Alaun,

  der  Vitriol.
Die  Salze  haben  einen  eigentümlichen  (salzigen)  Geschmack,  meistens  weiße  Farbe

und  lösen  sich  leicht  im  Wasser  auf,  ohne  es  jedoch  trübe  zu  machen.

§  3.  Die  Steinkohle  ist  aus  verkohlten  Pflanzenstoffen  entstanden.  Sie  ist
schwarz,  glänzend  und  fest.  Man  findet  sie  fast  in  allen  Ländern  in  großen  Lagern
tief  in  der  Erde.  Sie  ist  aus  untergegangenen  Wäldern  entstanden,  die,  von  der  Luft
abgesperrt,  langsam  verkohlten  und  versteinerten.  Beim  Verbrennen  erzeugt  sie  große