Full text : Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913.

320  Anhang.  Anlage  Nr.  30  a.

Die  Wahl  der  um  Abgabe  des  Schiedsspruchs  zu  ersuchenden
deutschen  Regierung  bleibt  demjenigen  Staate  überlassen,  der  zur  Übernahme
  des  Ausgewiesenen  verpflichtet  werden  soll.

An  diese  dritte  Regierung  hat  jede  der  beteiligten  Regierungen
jedesmal  nur  eine")  Darlegung  der  Sachlage,  wovon  der  anderen
Regierung  eine  Abschrift  nachrichtlich  mitzuteilen  ist,  in  kürzester  Frist
einzusenden.

Bis  die  schiedsrichterliche  Entscheidung  erfolgt,  gegen  welche  von
keinem  Teile  eine  weitere  Einwendung  zulässig  ist,  hat  derjenige  Staat,
in  dessen  Gebiet  das  auszuweisende  Individuum  beim  Entstehen  der
Differenz  sich  befunden,  die  Verpflichtung,  dasselbe  in  seinem  Gebiete
zu  behalten.

(§§  13,  14  und  15  betreffen  das  Inkrafttreten  [1.  Jan.  1852]  des
Vertrages,  das  Kündigungsrecht  der  kontrahierenden  Teile  und  das
Recht  derjenigen  Bundesstaaten,  welche  den  Vertrag  nicht  mit  abgeschlossen
  haben,  demselben  beizutreten.)

Anlage  MUr.  BOa.

Bekanntmachung  über  den  Beitritt  des  Großherzogtums
Luxemburg  zu  dem  Vertrage  d.  d.  Gotha,  den  15.  Juli  1851
wegen  gegenseitiger  Verpflichtung  zur  Übernahme  des  Ausweisenden.

Vom  27.  Januar  1855.  (Pr.G#.  S.  36.)

Es  wird  hierdurch  bekanntgemacht,  daß  dem  Vertrage  zwischen
Preußen  und  mehreren  anderen  deutschen  Regierungen  wegen  gegenseitiger
  Verpflichtung  zur  Ubernahme  des  Auszuweisenden  vom  15.  Juli
1851  (GS.  1851  S.  711  ff.)  in  Gemäßheit  des  §  15  desselben

die  Großherzoglich  luxemburgische  Regierung  «
beigetreten  ist.

Berlin,  den  27.  Januar  1855.

 

gez.  v.  Manteuffel.

werden  berechnet  von  dem  Tage  des  ersten  Übernahmeantrags  bei  der  für  Entscheidung
  derartiger  Anträge  zuständigen  Behörde  des  für  übernahmepflichtig
erachteten  anderen  Staates.  Wird  die  Übernahmepflicht  vor  Ablauf  der  drei
Monate  festgestellt,  so  kann  die  Heimschaffung  sofort  erfolgen.

*)  Der  Schiedsrichter  kann  jedoch  Vervollständigung  der  Akten  und  sohin
weitere  Darstellungen  verlangen.  (Konferenzprotokoll  vom  12.  Juli  1851.)