350 Anhang. Anlage Nr. 41b.
und umgekehrt ein in Bayern naturalisierter Amerikaner, wenn er sich
ohne die Absicht, in sein neu erworbenes Vaterland zurückzukehren, in
seinem früheren Vaterlande wieder niedergelassen hat, keineswegs hier-
durch allein schon die frühere Staatsangehörigkeit wieder erlangt, viel-
mehr hängt es, was Bayern anbetrifft, von Sr. Majestät dem König
ab, ob Er in diesem Falle die bayerische Staatsangehörigkeit wieder
verleihen will oder nicht.
Der Art. 4 soll demnach nur die Bedeutung haben, daß derjenige
Staat, in welchem der Ausgewanderte die neue Staatsangehörigkeit
erworben hat, diesen nicht hindern kann, die frühere Staatsangehörig-
keit zurückzuerwerben; nicht aber, daß der Staat, welchem der Aus-
gewanderte früher angehört hat, denselben auch sofort wieder zurück-
nehmen müsse. .
Es hat vielmehr der im anderen Staate Naturalisierte nach den
bestehenden Gesetzen und Vorschriften sich um Wiederaufnahme in sein
früheres Vaterland zu bewerben und dieselbe wie jeder andere Fremde
neu zu erwerben. Doch soll es in seinem freien Ermessen liegen, ob er
diesen Weg einschlagen oder seine bisher erworbene Staatsangehörigkeit
beibehalten will.
Die beiden Bevollmächtigten erteilen sich gegenseitig die Zusiche-
rung, daß ihre Regierungen mit der Ratifikation des Vertrags zugleich
auch die im gegenwärtigen Protokolle enthaltenen Verabredungen und
Erläuterungen ohne weitere förmliche Ratifikation derselben als genehmigt
ansehen und aufrechterhalten werden.
(Unterschriften.)
Anlage NMr. 41 b.
Protokoll zum Württembergisch-Amerikanischen Staatsver-
trag. Verhandelt Stuttgart, den 27. Juli 1868.
Die Unterzeichneten vereinigen sich heute, um den in Vollmacht
ihrer hohen Kommittenten vereinbarten Vertrag über die Staatsange-
hörigkeit derjenigen Personen, welche aus Württemberg in die Vereinigten
Staaten von Amerika und aus den Vereinigten Staaten von Amerika
nach Württemberg auswandern, zu unterzeichnen, bei welcher Gelegen-
heit folgende den Inhalt dieses Vertrags näher feststellende und er-
läuternde Bemerkungen in gegenwärtiges Protokoll niedergelegt wurden.
I. Zu Art. 1 des Vertrags.
1. Es versteht sich von selbst, daß nicht die Naturalisation allein,
sondern außerdem ein fünfjähriger ununterbrochener Aufenthalt not-