Full text : Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913.

412  Ausländische  Gesetzgebung.

Die  Naturalisation,  die  ein  Ausländer  dem  Gesetze  zuwider  in
betrügerischer  Weise  erlangt  hat,  ist  mit  vollem  Rechte  nichtig.

Art.  10.

Der  Ausländer,  der  naturalisiert  werden  will,  muß  sich  persönlich
oder  durch  Spezialbevollmächtigten  bei  dem  Ministerium  der  auswärtigen
Angelegenheiten  vorstellen,  auch  seinem  Wunsche  Ausdruck  geben,  Costa
Ricaner  zu  werden  und  auf  seine  bisherige  Staatsangehörigkeit  zu  verzichten.
  Das  Gesuch  wird  sodann  dem  Gouverneur  der  Provinz  oder  des
Bezirks,  wo  der  Ausländer  wohnt,  übermittelt,  damit  von  drei  oder
mehreren  Zeugen  über  die  im  Art.  8  bezeichneten  Punkte  Erhebungen
angestellt  werden.  Fallen  diese  zugunsten  des  Ausländers  aus  und  ist
sonst  ein  gesetzliches  Hindernis  nicht  vorhanden,  so  wird  die  Naturalisationsurkunde
  gewährt.  Im  entgegengesetzten  Falle  wird  sie  abgelehnt.  Sowohl
  der  eine  als  auch  der  andere  Beschluß  werden  im  amtlichen  Organ
veröffentlicht.

Die  Bestimmung  dieses  Artikels  findet  keine  Anwendung  auf  diejenigen,
  denen  die  Naturalisation  kraft  des  Gesetzes  gewährt  wird,  ebensowenig
  auf  diejenigen,  die  das  Recht  haben,  für  die  costa  ricanische
Staatsangehörigkeit  zu  optieren;  für  diese  genügt  eine  einfache  Erklärung
vor  den  diplomatischen  oder  konsularischen  Agenten  der  Republik  im  Auslande
  oder  vor  dem  Ministerium  der  auswärtigen  Angelegenheiten.

Art.  11.

Die  Naturalisation  eines  Ausländers  wird  wirkungslos,  wenn  er
zwei  Jahre  ununterbrochen  in  seinem  Geburtslande  sich  aufhält,  es  sei
denn,  daß  es  in  Erfüllung  eines  amtlichen  Auftrages  der  costa  ricanischen
Regierung  oder  mit  deren  Genehmigung  geschieht.

Art.  12.

Der  Wechsel  der  Staatsangehörigkeit  übt  keine  rückwirkende

Kraft  aus.
Art.  13.

Alle  naturalisierten  Bürger  haben  dieselben  Rechte  auf  den  Schutz
der  republikanischen  Regierung  wie  die  eingeborenen;  kehren  erstere  jedoch
in  ihr  Geburtsland  zurück,  so  verfallen  sie  den  Verantwortlichkeiten,
  die  sie  sich  dort  vor  ihrer  Naturalisation  zugezogen
haben.

Sie  haben  dieselben  Rechte  und  Pflichten  wie  die  Eingeborenen,
können  aber  die  Amter  nicht  erlangen,  die  gesetzlich  nur  durch  einen
Costa  Ricaner  von  Geburt  besetzt  werden  dürfen.