Volltext : Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913.

Costa  Rica.  411

abgibt,  daß  er  sich  in  Costa  Rica  wieder  niederlassen  will  und
auf  seine  ausländische  Staatsangehörigkeit  verzichtet;

2.  im  Falle  2,  wenn  er  vor  derselben  Behörde  ausdrücklich  erklärt,
daß  er  auf  die  ihm  von  der  ausländischen  Regierung  verliehenen
Amter,  Titel  oder  Orden  verzichtet  hat;

3.  im  Falle  3,  wenn  er  mit  Erlaubnis  der  Regierung  nach  Costa  Rica
zurückgekehrt  ist  und  dort  unter  den  für  den  Ausländer  bestehenden
Bedingungen  die  Naturalisation  erlangt  hat;

4.  im  Falle  4,  wenn  das  Kind,  großjährig  geworden,  vor  dem
Ministerium  der  auswärtigen  Angelegenheiten  für  die  costa
ricanische  Staatsangehörigkeit  optiert,  oder  sein  Vater  das
Kind  vor  dessen  Großjährigkeit  in  das  Bürgerregister  eintragen
läßt;

im  Falle  5,  wenn  die  Mutter  vor  dem  Ministerium  der  auswärtigen
  Angelegenheiten  erklärt,  sich  in  Costa  Rica  niederzulassen
  und  auf  ihre  ausländische  Staatsangehörigkeit  verzichtet.

Art.  6.

Der  während  der  Ehe  erfolgte  Wechsel  der  Staatsangehörigkeit
des  Ehemannes  hat  auch  den  der  Ehefrau  zur  Folge,  wenn  nach  den
Gesetzen  des  Staates,  dessen  Untertan  der  Ehemann  geworden  ist,  die
Frau  dem  Stande  des  Mannes  folgt.

Art.  7.

Die  Regel,  daß  das  empfangene  Kind  als  geboren  erachtet  wird
für  alles,  was  ihm  Vorteile  schafft,  kann  auch  von  ihm  für  Erwerbung
oder  Bewahrung  der  costa  ricanischen  Staatsangehörigkeit  angerufen

werden.  Art.  8.
In  der  Republik  kann  naturalisiert  werden  jeder  Ausländer,  der
nachweist:
1.  daß  er  nach  den  Gesetzen  seines  Landes  großjährig  ist;
2.  daß  er  ein  zum  Lebensunterhalt  hinreichendes  Gewerbe,  Geschäft
oder  Vermögen  besitzt;

3.  daß  er  in  der  Republik  mindestens  ein  Jahr  sich  aufgehalten  und
gut  betragen  hat.

St

Art.  9.

Eine  Naturalisationsurkunde  kann  den  Bürgern  oder  Untertanen
eines  Staates,  der  sich  mit  der  Republik  im  Krieg  befindet,  nicht  gewährt
werden,  ebensowenig  solchen  Personen,  die  in  anderen  Ländern  als  Seeräuber,
  Sklavenhändler,  Brandstifter,  Falschmünzer,  Fälscher  von  Bankbilletts
  oder  öffentlichen  Wertpapieren,  Mörder,  Kindesräuber  und  Diebe
gerichtlich  verurteilt  worden  sind.