Condletio indebitll. 59
Wir machen schließlich darauf aufmerksam, daß
der Errleben'schen Untersuchung gegenwärtiger
Frage eine hinreichende Rücksichtnahme auf den Römischen
Prozeß abgeht. An diesem, dünkt uns,
müßte die Probe für die Richtigkeit seiner Ansicht
gemacht werden. —
Nachschrift des Herausgebers. 1. In
Note 4 der vorstehenden Erörterungen wird die inmeinem
prakt. Pandektenrechte adoptirte Ansicht,
nach welcher bei indebita promissio bie condictio
indebiti auch im Falle des Rechtsirrthums
stattfindet, unter Bezugnahme auf Savigny's
System Bd. 3 S. 460 beanstandet. In der angeführten
Pandektenstelle äußert Ulpian:
„ Si dnis, cum vetitus esset, satis acci-Pere,
acceperit: an repeti satisdatio ista
Possit, ut heres condicat liberntionem?
Et quidem si sciens heres indebitum
cavit, repetere non potest. Quid deinde
sügnoravit remissam sibi satisdationem?
potest condicere. Si vero hoc non potuisse
remitti crediderit, num quid condicere
possit, qui jus ignoravit?
adhuc tamen benigne quis dixerit, satisdationem
condici posse.
Ulpian erklärt sich für die Meinung, daß die
Liberation auch im Falle des Rechtsirrthums kondizirt
—□— könne. Savigny bemerkt zwar
a. a. O:
Auf den ersten Blick ist es einleuchtend,
wie schüchtern und zweifelnd der Jurist seine
Meinung vorbringt, gleichsam versuchsweise.
Aber solche schüchterne Meinungsäußerungen
reddstur obligari jure gentium possumus: quod
autem indebitum datur, aut Ipanm repeti debet, aut
tantundem ex eo gencre. —