Contents : Die Gründung des Deutschen Ordenstaates in Preußen.

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Aufbau  von  Kulm  und  überhaupt  der  Befestigung  des  Landes  gewidmet
  worden  sein.  Im  Jahre  1223  hatten  sich  die  Pommerischen
Herzöge  Swantopolk  und  Wratislaw  gleichfalls  bei  dem  Heere  eingefunden
  0),  und  wir  dürfen  annehmen,  daß  es  auch  an  einzelnen
Zuzügen  aus  Deutschland  nicht  ganz  gefehlt  habe.

Der  Bericht,  den  Christian  über  diese  günstige  Entwicklung  der
Dinge  an  den  Papst  zu  senden  sich  ohne  Zweifel  gedrungen  gefühlt,
konnte  sich  mit  der  Absendung  jenes  für  den  Norden  so  bedeutungsvollen
  Römischen  Legaten  Wilhelmvon  Modenas)),  nach  Livland
begegnet  haben.  Unter  den  Austrägen,  welche  ihm  Honorius  gegeben.
war  auch  dieser,  daß  er  den  Bischof  und  die  Bekehrten  Preußens  besuchen
  und  der  päpstlichen  Huld  und  Liebe  versichern  sollte2).  Ob  es
ihm  jedoch  möglich  gewesen,  diesem  Besehle  nachzukommen,  ist  sehr
weifelhaft"s);  denn  noch  in  demselben  Jahre  brach  über  Polen  und

sive  Stellung,  auf  welche  sich  das  Heer  beschränkte,  macht  es  begreislich,  daß  uns
während  dieser  Zeit  keine  wichtigen  Thatsachen  berichtet  werden.

60)  Siehe  Urk.  108.

61)  Ueber  seinen  Charakter  und  sein  Verhältniß  zum  Papst  vol.  Rayn.
1224.  38.

62)  Bei  Raynald  I.  c.  steht  Livland  als  Ziel  der  Reise  Wilhelms  an  erster
Stelle.  Der  Brief  ist  datirt:  II.  cal.  Jan,  pontif.  n.  8.  IX  (31.  Dezember  1224.)
In  denselben  Tagen,  III.  Non.  Januarüt  a.  IX  (3.  Januar  1225)  ist  der  freundliche
  Brief  an  die  Bekehrten  Preußens  geschricben.  Es  ist  also  zu  vermuthen,  daß  derselbe
  dem  Legaten  mitgegeben  wurde.  Dagegen  bezieht  sich  Cod.  d.  Pr.  I.  17.
nicht  auf  Preußen.

63)  Seine  Reise  dauerte  nicht,  wie  Boigt  (I,  160.  Anm.  1.)  und  Töppen
(Geschichte  der  Preuß.  Historiograpbic.  S.  282.)  glauben,  bis  1228,  sondern  spätestens
  dis  Ende  1226.  Denn  nach  Al#rrator#,  Antiqq.  Ital.  tom.  VI.  pag.  234.
war  er  im  Dezember  1227  wieder  in  Modena.  Seine  Gefangenschaft  in  Aachen
(Godefrid.  Colon.  p.  296.)  muß  also  in  das  Jahr  1227  eder  1226  fallen
(Gedesried  sagt  nicht,  daß  die  Gefangenschast  selbst  1228  gewesen).  Am  23.  Mai
1226  war  er  nun  noch  in  Livland,  vgl.  Index  hist.  dipl.  Livon.  T.  I,  p.  6—9#.
Somit  ist  cs  nicht  glaullich,  daß  er  auf  seiner  Rückreise  nach  Deutschland,  die  er
über  Gothland  angetreten  (Voigt,  II.  320),  Precußen  berührt  haben  sollte.
Auf  der  Hinreise  aber  standen  Pommerns  und  Polens  traurige  Verhältmisse  im
Wege.  Die  Uebersetzung  des  Grammatikers  Donatus  ins  Preußische,  wovon  Al-Watterich,

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