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gemeinbildung. Der Verfasser lebte viele Jahre in
verschiedenen Universitätsstädten, hat in der Jugend
selbst mehrere Semester studiert und steht auch heute
noch in beständiger Verbindung mit der studierenden
Jugend. Die dürftige Kontrolle beim Kollegienbesuch
unterstützt nur allzusehr die Verwandlung der gepriesenen
„akademischen Freiheit“ ın völlige Ungebundenheit.
\Vie will ein soeben dem Schulzwange
entlaufener Jüngling das plötzlich gereichte Übermaß
von Freiheit ohne Schaden an Leib und Scele
überwinden! In vielen Fällen trägt er auch gehörige.
Blessuren davon. Die Bummelei und der Suff crfordern
den Einpauker, der durch die einseitige Strapazierung
des Gedächtnisses uns den perfekten
Streber schenkt, bei dem die Gesinnung und die Becziehung
Trumpf sind. Die Regierung verleiht ıhm
Amt und. Würden unter Vergießung von Freudentränen,
denn er bictet die kollegiale Gewähr, daß er
sich durch Geist nicht absondert. Michel muß ıhn
dann standesgemäß berappen und wird dafür gehörig
von ihm angcblasen. Ein wenig besser ist es seit
zehn Jahren auf der Hochschule geworden, aber
etwas Vernünftiges und Vollwertiges kann niemals
aus dem jetzigen Zustande der Dinge hervorgehen.
So lange wir die Korporationen dulden, wird jede Recform
des höheren Unterrichts scheitern, denn sie
sind wahre Brutstätten des Verfalls. Nicht ein
Funken Gemeingeist oder Streben im guten Sinne
wird in ihnen erzeugt. Nur eine äußerliche kommentmäßige
Appretur und eine große Klatschsucht unter
geringem Aufwand an Geist und großem an Dünkel.
Die Verbindungskneipen sind nebenbei noch die Ge:
burts- und Pflegestätten unserer nervenzersetzenden,
geist- und witzlosen Zote. Doch genug davon! Um