Verbände zu leiten hatte. Wie sehr hatte Graf Schlieffen immer und
immer wieder betont, man müsse mit Milllonenheeren wie mit einem
„bataillon Carré“ exerzteren! Dagegen fehlte 1914 jede zügelführung der
G. Z. L. Die Armeen empfanden schon in sich und im Verkehr mit
ihren Machbarn schmerzlich die Rinderkrankheiten der erst allmähllch in
tbre Leistungen hineinwachsenden Machrichtentruppe und mußten auf die
gegenüber den Drahtverbtindungen unvollkommeneren Verkehrsmittel des
Rraftwagens, des Funkens und der Reiter zurückgreifen. Die s. Armee
vermochte hierdurch mit der seit dem 30. August in Lurxemburg noch nahe
genug befindlichen O. J. K. die nötige Verbindung im allgemeinen leidlich
aufrechtzuerhalten. Nicht so die Armeen auf dem äußersten, entscheidenden
Westflügel. Die angewandten SJilfemittel der Entsendung bevollmächtlgter
Generalstabsoffiziere der O. Z. L. und der zeltwelsen Unterstellung einer
Armee unter die taktischen Befehle der anderen konnten die eigene Jügelführung
des FJeldherrn nicht ersetzen.
In der Marne-Schlacht erfüllte sich das traglsche Geschick unseres Volkes,
daß trotz der über jedes Kob erhabenen Leistungen aller seiner Streltkräfte
die verantwortliche Hersönlichkelt an der Spitze des Zeeres des göttlichen
Gunkens, des heiligen Feuers echten Feldberrntums entbehrte. Ich weiß
mich weit entfernt von nachträgllcher, billiger Kritik an der vor die gewaltige
Anforderung des Zweifrontenkrieges gestellten O. S. L. Die
Tatsache aber erscheint mir bel reiflicher Abwägung aller Jaktoren
doch unbestreitbar, daß der Thef des Generalstabs des Feldbeeres seiner
gigantischen Aufgabe nicht gewachsen war. An militärischer Linsicht und
Wirblichkeltssinn hat es ihm nicht gefehlt, wohl aber an Selbstvertrauen,
Tharakterstärke und Willenskraft.
Obgleich General v. Moltke im geeresbefehle vom F. September
das beabsichtigte Abdrängen des französischen Zeeres in südöstlicher Richtung
gegen die Schwelzer Grenze schon als mißglückt und die deutsche rechte
Seeresflanke als bedroht bezelchnete, verblleb er in Luxemburg fern vom
Schauplatz der Ereignisse. Die Gründe hierfür sind schwer einzusehen.
Mir scheint in dieser freiwilligen zurückhaltung oder Selbstausschaltung
das unbewußte Eingeständnis des Unvermögens zu liegen, die Lage zu
melstern. In meinem Armee-Sauptquartier lieferten sedenfalls die über
die Querverbindungen der Armeen eingezogenen achrichten ein klareres
Blld der Gesamtlage, als dies in Kuxemburg zu erreichen war. Wenn
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