Full text : Der Belagerungszustand, insbesondere in seiner Bedeutung für Strafrecht und Strafprozess.

Der  rhythmische  Ton.  169

hältnis  einer  musikalischen  Tonreihe  in  Beziehung  auf  die  Verschiedenheit
  ihrer  Tonhöhe.  Rhythmus  heißt  das  Verhältnis  einer
musikalischen  Tonreihe  in  Beziehung  auf  deren  Tondauer.  Man
kann  in  einem  musikalischen  Thema  den  Rhythmus  von  der
Melodie  absondern,  indem  man  z.  B.  die  Tonreihe  eines  Themas
auf  einem  Instrumente,  das  nur  einen  Ton  hat,  bloß  nach  ihrer
Tondauer  angiebt.  Sinnlicher  erscheint  dies  durch  ein  Notenbeispiel.

In  diesem  Beispiele  ist  die  Melodie  mit  dem  Rhythmus
verbunden.  Schreibt  man  nun  folgendermaßen:

so  hat  man  den  Rhythmus  ohne  die  Melodie.

Melodie  bildet  sich  also  in  einer  Reihe  von  Tönen  verschiedener
  Tonhöhe.  Sie  besteht  in  der  Abwechslung  verschieden
hoher  Töne.

Rhythmus  bildet  sich  in  einer  Reihe  von  Tönen  verschiedener
  Dauer.  Er  besteht  in  der  Abwechslung  verschieden
dauernder  Töne.

Für  die  Musik  ist  diese  Erklärung  auch  ganz  bezeichnend.
Ein  musikalischer  Gedanke  kann  ein  melodischer  und  rhythmischer
zugleich,  ein  bloß  melodischer  (z.  B.  ein  Choral)  oder  ein  bloß
rhythmischer  sein.  (Z.  B.  ein  Trommelmarsch.)

Der  Rhythmus  in  der  Sprache  ist  beinahe  dasselbe.  Auf
den  ersten  Blick  scheint  es,  als  wäre  asss  der  Sprache
und  der  Musik  ganz  dasselbe.  Man  unterscheidet  gewöhnlich  die
Silben  als  kurze  und  lange,  also  nach  ihrer  Tondauer.  Die
Sätze  wurden  durch  Tonhöhe  (Hebung  und  Senkung),  die
Wörter  durch  Tonstärke  betont;  unterscheidet  man  nun  die
Betonung  der  Silben  nach  ihrer  Tondauer,  so  schließt  sich
das  sehr  schön  systematisch  ab.

Allein  so  ganz  glatt  läßt  sich  das  System  nicht  durchführen.
  Bei  der  Betonung  der  Silben  ist  allerdings  die  Tondauer
  der  auch  in  Frage  kommende  Tonhebel.  Allein  vor
diesem  macht  sich  die  Tonstärke  ganz  entschieden  und
überwiegend  geltend.  Achtet  man  auf  die  Aussprache  der
Wörter,  so  wird  man  finden  daß  die  einzelnen  Silben  nicht
allein  durch  Tondauer,  sondern  auch  durch  Tonstärke  verschieden
betont  sind.  Wenn  man  also  sagen  wollte:  „der  Rhythmus