Volltext : Jahrbuch der Preußischen Forst- und Jagdgesetzgebung und Verwaltung. Siebenundzwanzigster Band. (27)

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c)  Vergleich  zweier  Tinkturen,  die  sich  nur  durch  ihr  Alter  unterscheiden.

A  =  stark  aktive,  mehrere  Wochen  alte  Tinktur.
N  =  schwach  aktive,  wenige  Tage  alte  Tinktur.

Hydroperoxydzusatz:  Vergleich  der  Reaktionen  mit  Vollmilch  ergibt.
Ohne  A,0O,  A>N
1  Tropfen  0,3  /,iges  H,O,  A>N
2  „  0,3  Y,iges  H,O,  A  =  N*)
5  ”  0,3  iges  H,O,  A-N*)
2  »  3,0  %,iges  H,O,  A<N
5  »  3,0  ',iges  H,O,  A<N

peroxydzusatz,  welcher  hier  nötig  ist,  um  die  optimalen  Reaktionsbedingungen  zu  ergeben,
  ist  niedriger  als  bei  der  Tinktur  aus  käuflichem  Pulver,  bei  dem  das  organische
Peroxyd  gänzlich  verschwunden  scheint.  Bei  den  in  Tabelle  II  bezw.  VIIa  untersuchten
  Tinkturen  liegen  die  Verhältnisse  analog.

Endlich  war  zu  erwarten,  daß  der  Einfluß  des  Hydroperoxyds  auch  zu  beobachten
sein  müsse  bei  anderen  Peroxydase-Reaktionen,  z.  B.  der  von  Storch  untersuchten.  Wie
die  Versuche  lehren,  läßt  sich  auch  hier  eine  mittlere  Hydroperoxydkonzentration
ermitteln,  bei  der  die  Reaktion  am  stärksten  eintritt,  was  auf  eine  Nebenreaktion
schließen  läßt.  Verdünnung  der  Milch  hat  eine  gleiche  Steigerung  der  Empfindlichkeit
  gegen  Hydroperoxyd  zur  Folge,  wie  sie  bei  der  Guajakreaktion  beobachtet  wurde.

Tabelle  VIII.  Hydroperoxdempfindlichkeit  der  Storchschen  Reaktion.
Die  Empfindlichkeit  wächst  mit  steigender  Verdünnung  der  Peroxydaselösung
  (Milch).

Verwandte  Milchmenge:  5  ccm.

2  Tropfen  einer  2  °,,igen  wässerigen  p-Phenylendiaminchlorhydratlösung').
Zur  Erklärung  der  Zeichen  vgl.  Tab.  IV.

Vollmilch:
5  (0,3%)  <  1  (80%)  >  2  (3,0%)  >  5  (3,0  °/,).
Verdünnte  Milch  1:2.
3  (0,3%)  <  5  (0,8)  >1(30%)  >  2  (3,0%).
Verdünnte  Milch  1:5.
1003)  <2  (0,8%)  >  4  (0,3)  >  5  (0,3%)  >  1  (3,0  Mh).

Qualitativ  erscheinen  die  Ergebnisse  insofern  geändert,  als  wir  es  hier  mit
einem  beständigen  Farbstoff  zu  tun  haben.  Vorgänge  also,  die  seine  Bildungsgeschwindigkeit
  herabsetzen,  werden  hier  weniger  in  die  Erscheinung  treten.  Für  die
quantitativen  Unterschiede  muß  in  Rücksicht  gezogen  werden,  daß  die  Reaktion  mit
größerer  Geschwindigkeit  und  größerer  Farbintensität  verläuft,  so  daß  Unterschiede
nur  ziemlich  beträchtlicher  Art  zur  Beobachtung  gelangen.

Die  angeführten  Versuche  bestätigen  also  die  eingangs  gemachte  Annahme.
Die  nachfolgende  schematisch-graphische  Darstellung  der  Vorgänge  in  einem  Koordi-')

  Es  ist  zu  beachten,  daß  bei  dieser  Reaktion  die  Menge  des  zugesetzten  p-Phenylendiamins
  die  Reaktion  etwas  anders  beeinflußt  als  die  Menge  der  zugesetzten  Guajaktinktur.  Dies
ist  wahrscheinlich  bedingt  durch  die  saure  Reaktion  des  Chlorhydrates.