Contents : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1840. (31)

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§.  137.

Wer  Sachen,  welche  durch  die  zuständigen  Behörden  oder  Beamten  gepfändet
  oder  in  Beschlag  genommen  worden  sind,  vorsätzlich  bei  Seite  schafft,
zerstört  oder  in  anderer  Weise  der  Verstrickung  ganz  oder  theilweise  entzieht,  wird
mit  Gefängniß  bis  zu  Einem  Jahre  bestraft.

§.  138.

Wer  als  Zeuge,  Geschworener  oder  Schöffe  berufen,  eine  unwahre  Thatsache
als  Entschuldigung  vorschützt,  wird  mit  Gefängniß  bis  zu  zwei  Monaten  bestraft.
Dasselbe    gilt  von  einem  Sachverständigen,  welcher  zum  Erscheinen  gesetzlich
verpflichtet  ist.
Die  auf  das  Nichterscheinen  gesetzten  Ordnungsstrafen  werden  durch  vorstehende
  Strafbestimmung  nicht  ausgeschlossen.

§.  139.

Wer von dem  Vorhaben  eines  Hochverraths,  Landesverraths,  Münzverbrechens,
Mordes,  Raubes,  Menschenraubes  oder  eines  gemeingefährlichen  Verbrechens  zu
einer  Zeit,  in  welcher  die  Verhütung  des  Verbrechens  möglich  ist,  glaubhafte
Kenntniß  erhält  und  es  unterläßt,  hiervon  der  Behörde  oder  der  durch  das  Verbrechen
  bedrohten  Person  zur  rechten  Zeit  Anzeige  zu  machen,  ist,  wenn  das
Verbrechen  oder  ein  strafbarer  Versuch  desselben  begangen  worden  ist,  mit
Gefängniß  zu  bestrafen.

§.  140.

Wegen  Verletzung  der  Wehrpflicht  wird  bestraft:

1)  ein  Wehrpflichtiger,  welcher  in  der  Absicht,  sich  dem  Eintritte  in  den
Dienst  des  stehenden  Heeres  oder  der  Flotte  zu  entziehen,  ohne  Erlaubniß
  entweder  das  Bundesgebiet  verläßt  oder  nach  erreichtem
militärpflichtigen  Alter  sich  außerhalb  des  Bundesgebietes  aufhält:  mit
Geldstrafe  von  einhundertfünfzig  bis  zu  dreitausend  Mark  oder  mit
Gefängniß  von  Einem  Monat  bis  zu  Einem  Jahre;

2)  ein  Offizier  oder  im  Offizierrange  stehender  Arzt  des  Beurlaubtenstandes,
  welcher  ohne  Erlaubniß  auswandert:  mit  Geldstrafe  bis  zu
dreitausend  Mark  oder  mit  Haft  oder  mit  Gefängniß  bis  zu  sechs
Monaten

3)  ein  jeder  Wehrpflichtige,  welcher  nach  öffentlicher  Bekanntmachung
einer  vom  Kaiser  für  die  Zeit  eines  Krieges  oder  einer  Kriegsgefahr
erlassenen  besonderen  Anordnung  in  Widerspruch  mit  derselben  auswandert:
  mit  Gefängniß  bis  zu  zwei  Jahren,  neben  welchem  auf  Geldstrafe
  bis  zu  dreitausend  Mark  erkannt  werden  kann.

Der  Versüch  ist  strafbar.

Das  Vermögen  des  Angeschuldigten  kann,  insoweit  als  es  nach  dem  Ermessen
  des  Richters  zur  Deckung  der  den  Angeschuldigten  möglicherweise  treffenden
höchsten  Geldstrafe  und  der  Kosten  des  Verfahrens  erforderlich  ist,  mit  Beschlag
belegt  werden.

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