tung seiner Großangriffe durch seine Flieger photographiert und ihren Verlauf
elnschlleßlich der Lage der Unterstände für Mannschaft und Stäbe, der Beobachtungspunkte,
Batterlesteilungen, Flugplätze auf seinen Karten matbematisch
festgelegt, sich auf sie mit allen Mitteln eingeschossen und sie dann im Trommelfeuer
des Wirkungeschießene kalten Blutes und spstematisch zusammenkartätscht.
Dazu war kein besonderes Heldentum und keine große Kriegeerfahrung, dazu
war nur sorgfältige technisch-matbematische Vorarbelt, Zeit und unbegrenztes
Materiol an Geschütz und Munitlon erforderlich. War so das erste Verteidigungsspstem
zerstört, so rückte der Angreifer, der längst gemerkt hatte,
daß die Ausbildung selner Truppen und Unterfübrer zum großen strategischen
Durchbruch nicht auereiche, unter dem Schutze der Feuerwalze seiner
Artillerle ble in die zusammengeschossenen deutschen Stellungen vor, befestigte
sich darin, zog seine Artillerie nach und drückte auf diese Welse die deutschen
Llinien langsam, aber unauswelchlich zurück. So hatte die Sommeschlacht sich
durch AMonate tief in das Hlnterland unserer Stellungen hlneingefressen.
Wie sich wehren gegen dleses hundeschnäuzlge, bulldoggenmäßlge Angriffeverfahren,
das auf den Ehrennamen einer Taktik kaum noch Anspruch erheben
konnte?
Eine gewaltige Arbelt des Generalstabs setzte ein. In endlosen Beratungen
mit Vertretern der Fronttruppen wurde nach langen Erwägungen ein ganz
neues Verteidigungeverfahren entworfen. An die Stelle des Linlenspstems
trat die „Verteidigungezone“, die „befestigte Landschaft“. Die Verteldigung
wurde „In die Tlefe gestaffelt“, statt der leicht zu photographlerenden und zu
bekämpfenden kangen Linien überall winzige „Maschinengewehrnester“ eingebaut.
Innerholb dleses tief gegllederten Systems galt Beharren in einer von
der feindlichen Beschießung übermäßlg erfaßten Lage fortan nicht mehr als
Pfliücht, Ausweichen in rückwärtige Verteidigungeglieder nicht mehr als Schande.
Erundsatz war dußerste Sparsamkelt mit Menschen, dafür Einsatz mögllchst
vieler Kriegemaschinen.
Diese neuen Grundsätze, die sich nur unter erheblichem „Umlernenmüssen“
aller Betelligten durchsetzten, wurden in zahlreichen Vorschriften niedergelegt.
Ibre wichtigste trägt den Titel „Die Abwehrschlacht" — Beweie genug, daß
unsere Armee sich nur noch auf die Derteidigung einzustellen hatte. Ihr traten
genaue Vorschriften für die Sonderwaffen und für den Stellungebau an die
Seite. Die Verteidigung wurde ein ungemeln kunstvoller und verwickelter
Organiemus. Ein erbeblich verbessertes und mit unendllchen neuen Hilfemitteln
ausgestattetes Schleßverfahren der Artillerie bildete seine Ergänzung.
Aber diese neue Derteidlgungemethode wollte nicht nur befohlen, sie
wollte auch begriffen, gelernt und eingeübt sein. Der Winter 1916/17 war für
die ganze Armee eine Zeit drängender theoretischer und praktischer Arbeit.
Kurse für höhere Truppenführer und Generasstabeoffizlere, Lehrkurse für die
Aueblldung von Offizieren, Iinebesondere Kompagnleführern, sowie von Unteroffizleren
und Gruppenführern wurden eingerichtet, dle Förderung der Artillerie
und der Maschinengeweprschützen auf den Schleßplätzen rastlos betrieben.
Daneben wurde für die Ruhe und Unterkunft der Truppen durch Errichtung
unzähliger Barackenlager gesorgt, in denen es an Unterhaltung und
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