Contents : Geschichte der königlich Preußischen Armee. Band IV. (4)

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ment"s).  Im  Jahre  1810  trat  das  2.  Schlesische  Husarenregiment  zur
Niederschlesischen,  dagegen  das  Schlesische  Ulanenregiment  zur  Oberschlesischen
  Brigade  über,  damit  jede  Brigade  ein  Husarenregiment
  hatte.

Der  Artillerie  war  am  8.  August  1808  eine  besondere
königliche  Anerkennung  für  ihr  im  letzten  Krieg  „sowohl  im  freien
Felde  als  in  den  Festungen“  bewiesenes  gutes  Verhalten  zuteilgeworden,
  indem  der  König  den  Prinzen  August  „in  dem  Verhältnis
  als  Brigadegeneral“  an  ihre  Spitze  stellte.  Oberst  v.  Neander
blieb  Inspekteur  und  wurde  vom  König  insbesondere  mit  der  Bereisung
  und  Besichtigung  der  Artilleriedepots,  Zeughäuser  usw.
beauftragt.  Die  Artillerie  erhielt  am  24.  November  1808  ihre  endgültige
  Einteilung  in  3  Brigaden  zu  12  Fußkompagnien  und  Zreitenden
Kompagnien.  Eine  Artilleriekompagnie  zählte  5  Offiziere,  14  Unteroffiziere,
  20  Bombardiere,  2  Tambours  und  96  Gemeine,  eine
reitende  Kompagnie  2  Trompeter  und  112  Gemeine,  also  ohne  die
Offiziere  132  bzw.  148  Mann.

Die  Preußische  Artilleriebrigade  bildete  sich  aus  dem  Ost—
preußischen  (früheren  4.)  Feldartillerieregiment,  den  beiden  reitenden
Kompagnien  in  Königsberg  und  den  Festungsartilleriekompagnien
in  Pillau  und  Graudenz.

Die  Brandenburgische  Artilleriebrigade  erhielt  zu  ihrer
Formation  die  3  in  Preußen  und  Pommern  errichteten  provisorischen
Fußkompagnien,  in  denen  die  Überreste  des  1.  und  3.  Feldartillerieregiments
  zusammengefaßt  waren,  nebst  den  sonst  verbliebenen
Mannschaften  dieser  Regimenter,  die  2.  und  3.  provisorische  reitende
Kompagnie  nebst  den  sonst  vorhandenen  Mannschaften  der  6  Berliner
Kompagnien  des  Reitenden  Artillerieregiments  sowie  die  Festungsartilleriekompagnie
  in  Colberg.  Eine  reitende  und  eine  Fußkompagnie
dieser  Brigade  wurden  am  7.  und  14.  Dezember  zur  Gardeartillerie
ernannt.

Die  Schlesische  Artilleriebrigade  erhielt  die  1.  provisorische
reitende  Kompagnie  aus  Preußen  und  8  in  Schlesien  zu  bildende
provisorische  Fußkompagnien,  worunter  sich  die  Festungsartilleriekompagnien
  von  Silberberg,  Glatz  und  Cosel  befanden,  nebst  aller  sonst
vorhandenen  Mannschaft  des  ehemaligen  2.  Feldartillerieregiments,
der  Breslauer  reitenden  Kompagnie  und  der  Festungsartilleriekompagnien
  von  Glogau,  Breslau,  Schweidnitz,  Neiße  und  Brieg.
Außer  den  in  und  außer  Dienst  vorhandenen  Artilleristen  jeder
Provinz  ergänzten  sich  die  Brigaden  aus  geeigneten  Leuten  (Zimmerleuten,
  Wagenbauern,  Sattlern,  Schmieden,  ehemaligen  Regimentsartilleristen)
  der  aufgelösten  Infanterie=  und  Kavallerieregimenter.

45)  A.  K.  O.  vom  30.  6.  1809.  Der  König  befahl,  „daß  diese  Mannschaften,
welche  sich  sonst  gut  betragen  haben  und  nur  irregeleitet  worden  sind,  gut  behandelt
werden  sollen“.