Ich machte meinem Bruder hiervon in Gegenwart des Kanzlers
Mitteilung. Der Prinz und die anwesenden Herren waren hocherfreut.
Der Kanzler sandte die Mittellung an das Auswärtige
Amt und an den auf Reisen befindlichen neuen Staatssekretär des
Äußeren, Herrn v. Bülow.
Im November 1897 wurde Kiau-Tschon besetzt. Im Dezember
des Jahres ging Prinz Heinich mit seiner Division an Bord der
„Deutschland“ nach Ostasien hinaus, wo er später das Kommando
über das gesamte ostasiatische Geschwader übernahm. Am 6. März 1898
wurde der Pachtvertrag über Kiau-Tschou mit China unterzeichnet.
Zur selben Zeit regte Mr. Chamberlain in London beim japanischen
Gesandten Baron Kato den Gedanken des Abschlusses eines englischjapanischen
Bündnisses an, um dem Vordringen Rußlands im Osten
einen Riegel vorzuschieben.
Man wird naturgemäß fragen, warum bei unserem kühnen Vorgehen
nicht auch von England die Rede ist, das doch wesentlich daran
interessiert war. Aber ein Vorspiel mit England war bereits vorausgegangen.
Ich hatte, um dem Mangel an deutschen Kohlenstationen
abzuhelfen, die Absicht gehabt, solche möglichst im Einverständnis
mit England zu gründen, zu pachten oder käuflich zu erwerben.
Da mein Oheim der Kanzler, als Hohenlohe ein Verwandter
der Königin Victoria, Ihrer Majestät von früher her
persönlich bekannt und von ihr sehr geschätzt war, so erhoffte ich hiervon
einige Erleichterung in den Verhandlungen, die zu dem erwähnten
Zweck mit der englischen Regierung geführt wurden. Diese
Hoffnung erwies sich als trügerisch. Die Verhandlungen zogen sich
in die Länge, ohne Aussicht auf erfolgreichen Abschluß zu bieten.
Ich nahm daher auf Wunsch des Kanzlers Veranlassung, die
Angelegenheit mit dem englischen Botschafter in Berlin durchzusprechen.
Ich beklagte mich über die Behandlung seitens der englischen
Regierung, die sich überall selbst den berechtigtsten deutschen
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