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Kurfuͤrsten und einer Summe von dreizehn Millionen Thalern, die auf der
Oberpfalz hafteten; Mecklenburg aber wegen der Landgrafschaft Leuchtenberg.
Der Einzige, von dem wesentlicher Widerspruch zu erwarten stand, Friedrich
der Große, obschon von dem ganzen Gange der pfaͤlzisch-oͤstreichischen
Unterhandlungen vollkommen unterrichtet, stellte sich sehr überrascht wegen der
Wiener Convention vom 3. Januar 1778, und begnügte sich, durch seinen Gesandten
in Wien nur einige vorsichtige Einwendungen zu machen, denn der gewiegte
Politiker, keinesweges so Übereilt, als sein junger Gegner, der nicht einmal den
Widerwillen seiner Mutter gegen eine so kecke Unternehmung in Anschlag gebracht
hatte, wünschte natürlich den Schein zu vermeiden, als ob er aus eigenem
Interesse gegen die Maßregeln des Kaiserhauses aufträte. Er wollte einzig und
allein als Vertheidiger der Unterdrückten angesehen werden. Man suchte den
Herzog Carl von Zweibrücken zu einem muthigen Proteste zu bewegen.
Friedrich, ganz im Widerspruch mit den Gegnern, verfuhr geräuschlos
und mit der vollkommensten diplomatischen Ruhe. Zu seinen Gegenminen bediente
er sich des Grafen von Görz, welcher den jungen Herzog von Zweibrücken
erzogen, damals aber entfernt von dessen Hofe, also um so willkommener
für Friedrichs Pläne, in Weimar sich aufhielt. Von dort aus ging er
mit Friedrichs Instruktionen nach Regensburg, um den Einspruch zu betreiben,
und dann zu dem Kurfürsten Karl Theodor nach München, wo er den Minister
des Herzogs von Zweibrücken, von Hoherfels, der durch sstreichische Drohungen
oder Verlockungen für Josephs Pläne schon gestimmt war, trotz des
großen Angebotes einer halben Million zum Widerstande gegen das Ansinnen
des Wiener Hofes bewegte. Auf seinen Rath verweigerte Herzog Karl die Unterschrift
und reiste noch in derselben Nacht nach München ab.
Da auch unverzüglich dieser Protest in Regensburg eingereicht worden
war, so konnte sich Friedrich ohne irgend einen gehässigen Anschein des Bedrängten,
oder vielmehr der deutschen Angelegenheiten gegen die einseitigen Interessen
des Hauses Oestreich, oder auch, wenn man will, des preußischen Einflusses
in dem deutschen Reiche in Regensburg annehmen; denn wer war wohl
durch seine Lage mehr aufgefordert, und wer hatte einen größeren inneren Beruf,
in seiner Eristenz die des deutschen Vaterlandes zu behaupten, als Friedrich!
Wenigstens war dem Hause Wittelsbach auch nicht die leiseste Ahnung dieses
Berufes eingekommen.
Friedrichs deutsche, oder, was uns dasselbe bedeutet, richtig aufgefaßte
preußische Gesinnung bewährte sich hier aufs Glänzendste, denn so viel ist
gewiß, ein leitendes Prinzip muß in Deutschland, wenn es nicht zerfallen soll,
vorwalten. Gar manche Staatsmänner am Berliner Hofe, selbst der Prinz
Heinrich unter ihnen, waren, wie schon im siebenjährigen Kriege, gegen einen
Kampf mit Oestreich, und weit mehr für eine Theilung Deutschlands in freundlicher
Genossenschaft. Noch im Jahre 1780 hatte der Prinz Heinrich in Spaa
sich in solcher Art in einer freundschaftlichen Besprechung mit dem Kaiser über