Metadaten : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1849. (15)

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a)  der  Personenstand  (status)  einer  Person  Gegenstand  des  Rechtsstreites  gewesen  (mithin
  Processe  über  Anerkennung  unehelicher  Kinder  gegen  die  Mutter,  deren  Verwandte
oder  Erben,  sowie  wegen  der  ehelichen  Geburt  eines  Kindes,  nicht  aber  die,  in  welchen
  über  Do=  und  Alimentationsansprüche  wegen  außerehelicher  Schwängerung  gestritten
  worden),  ferner  der,  in  welchen

b)  Stadträthe,  Communen,  öffentliche  Behörden,  Corporationen,  milde  Stiftungen,
es  sei  als  Kläger  oder  Beklagte,  betheiligt  gewesen  find.

2)  Acten  in  Concursen  und  Schuldenwesen,  sowie  in  Edictalsachen  wegen  alter  Gerichtsdepositen,
  welche  bis  zum  Schlusse  des  Jahres  1800  durch  vollständige  Ausschüttung  der
Masse  oder,  beziehendlich  der  gedachten  Depositensachen,  durch  Rechtskraft  des  Erkenntnisses
beendigt  worden,  wobei  jedoch  besonders  darauf  zu  sehen  ist,  daß  etwa  bei  den  Acten  über
Concurse  oder  Schuldenwesen  befindliche,  auf  Realansprüche  sich  beziehende  Urkunden,  z.  B.
Käufe,  getrennt  und  ebenso  wie  die  nach  dem  Generale  vom  1  Sten  September  1748,  §  3
(Cod.  Aug.  C.  I.  Th.  1,  Seite  374)  gesondert  zu  halten  gewesenen  Subhastationsacten
aufbewahrt  werden.

63.  Alle  übrigen  im  §  2  unter  1  und  2  nicht  speciell  bezeichneten  Proceßacten,  also  insbesondere
  alle  Acten  in  Real-,  Possessorien-,  Nachlaßsachen,  sowie  Vormundschaftsacten
sind  ebenso  wie  die  in  &  2  unter  a  und  b  bemerkten  Acten  und  die  in  den  Archiven  sich  vorfindenden,
  nicht  zu  den  eigentlichen  Acten  zu  rechnenden  Schriften,  wie  Urkunden,  Erbregister,
Dorfrügen  u.  s.  w.,  sowie  diejenigen,  welche  die  Benutzung  der  Archive  erleichtern,  wie  Registranden,
  Repertorien  u.  s.  w.  ferner  aufzubewahren.

8  4.  B.  Von  den  in  Untersuchungssachen,  einschließlich  der  Disciplinar=  und  Rügensachen,
ergangenen  Acten  sind  als  zur  Cassation  geeignet  zu  betrachten:  alle  diejenigen,  in  welchen
das  letzte  Erkenntniß  vor  dem  Schlusse  des  Jahres  1800  gesprochen  worden,  jedoch  mit
Ausnahme  derjenigen  Acten,  welche  wegen  ihres  hohen  Alters  (vor  1650)  oder  ihres  Gegenstandes
  oder  der  Persönlichkeit  des  Verbrechers,  ein  wissenschaftliches,  historisches  oder  sonstiges
  besonderes  Interesse  darbieten.

§5.  C.  Proceß=  und  Vormundschaftstabellen  bedürfen,  soweit  sie  über  das  Jahr
1841  hinausgehen,  nicht  der  Aufbewahrung.

§6.  D.  Bei  den  in  Verwaltungssachen  ergangenen  Acten  werden  die  bereits  angegebenen
Grundsätze  und  Ausnahmen  ebenfalls  im  Allgemeinen  maaßgebend  sein,  mithin  nur  diejenigen
  vor  und  bis  zum  Schlusse  des  Jahres  1800  ergangenen  Acten  als  zur  Cassation  sich
eignend  zu  betrachten  sein,  welche  lediglich  eine  vorübergehende  persnliche  Beziehung  auf  einzelne
  Betheiligte,  oder  auf  Gesetze  und  Einrichtungen  gehabt  haben,  welche  bereits  ganz
außer  Wirksamkeit  getreten  sind.  Hierher  werden  u.  a.  zu  rechnen  sein:  Acten  über  Abzugsgelder,
  Armensachen,  Kriegs-,  Wasser-,  Wetter  „  Brandschäden,  Baubegnadigungen,  Consumentenverzeichnisse,
  Chausseegelder,  Commereialsachen,  Dorfhandel,  Erlaß=  Entschädig-