Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

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ummer  260

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Sonntag,  8.  Uovember  1214

 

Auf  der  Reede  von  Smyrna  jind  drei
grohe  englische  Schiffe  sowic  mehrere  lleinere
englische  und  französische  Dampser  leschlag
nahmt  worden,  deren  Besahmungen  gesangen
genommen  wurden.

Im  englischen  und  russischen  Konlat  zu
Bagdad  wurden  die  Haussuchungen  sortgesetzt.
Außer  den  bereits  früher  beschlag'tahmien  Wafsen
  wurden  16  Mannlicher=  und  Maunsergewehre,
  32  Revolver,  850  Gewehrpatronen,  170
Nevolverpatronen  und  15  Bajonette  beschlagnahmt.


Aufs  der  englischen  Botschaft  sowie  auf  der
biesigen  französischen  Schule  —St  Veroil  wurden
Apparate  für  drahtlose  Telegraphie  gesunden.

Vernichtungrussischer  Schiffe.

Wirlnz#  Mailand,  6.  Nov.  Der  „Secolo“
meldel  aus  Vularejt:  Ein  türlücher  Kreuzer
bohrte  bei  Sebastopol  das  rugjsische  Schif
roßfürst  Alerander"  in  den  (Grund.  Die
mMannschaft  und  die  Passagiere  wurden  nach
Konstantinopel  gebracht.  Wahrscheinlich  wurde
auch  das  Sch#iss  „Jerusalem“  in  den  Grund
gebohrt,  da  es  seit  Sonntag  nicht  mehr  aui
Funkenanruf  geantwortet  hat.

Frankreichs  Kriegserklärung  an

die  Türkei.

W'  Bordeaur,  6.  Nov.  Der  Minister
des  Auswärtigen  veröffentlicht  folgende  Nole:
Die  seind  seligen  Alie,  welche  die  türkische  Flotle
ich  gegen  ein  französisches  Handelsschiff  zuchulten
  lommen  ließ  und  durch  die  der  Tod
ron  wi  Franzosen  und  schwere  Beschädigungen
des  Schifses  verurjacht  wurden,  ohnc  daß  die
Cutjernung  der  deutschen  Militär-  und  Marine
rinsion  ersolgt  wäre,  durch  die  allein  sich  die

MWiorie  vor  der  Verantwortlichleit  für  dieje  Akte
atte  entlasten  können,  machen  es  der  französi!
hen  Regie  rung  zur  Pflicht.  zu  erllären,  daß
durc  diejes  Vorgehen  der  türlischen  Regierung

er  Kriegezrustand  zwischen  Frankreich  und  der
Lurlei  eingetreien  ist.

Rußland  und  Persien.

Wir#n.  Wien,  6  6.  Nov.  Die  rusfsische  Reawiung
  lat,  wie  die  „Korrespondenz  Rundau“
  meltet,  beschlossen,  die  Forderungen  Perz
  in  alien  Punlten  abeulehnen  und  die  ruf-.
eischen  Truppen  in  Persien  unverzuglich  auf
da  Kriegesland  zu  erhöhen.  Die  antirussische
Seweg  in  Persien  ist  kaum  mehr  einzudämnien.
  Schah  hat  sämtliche  als  russenfreund.
licr  gelii  Beamie  entfernt.  An  der  Spite

er  GGrung,  die  er  mililärisch  ausgezeichnet  or
garif  ziert,  #  Salar  ee  Daulch  als  Beaus#
tragter  der  Regierung.  Eine  hervorragende
Nole  iviell  serner  der  Kurdenhäuptling  Dschaf.

Die  Geist  ichleit  predigt  in  den  Gotleshäufern
ren  S#iligen  Krieg  Seite  an  Seite  mit  der
Turlei  gegen  Rußland  und  England.  Das
Stgan  deis  Kriegeminist-  riums  verlangt  die  so
jorlige  Ausweisung  aller  Russen  und  Briten.
Waren  russischer  und  englischer  Marle  werden
kurchweg  oykotliert.

Wiul.  Bordcaur,  6.  Nov.  Die  persische
Vegierung  hat  am  J.  November  ihre  Neutralinan
  erilärt.  Diese  Meldung  ist  wenig  glaubwurdig.


 

  

 

’-en—“n

da.  V.  1.

—
P  r  Qusaren  in  einem  Gesecht  mit  ben.  bei  Haitenstein.

 

 

 

 

 

231,  vermißt  229  und  gesangen  3.  Davon  trefdsen
  auf  Rosenheim  und  Umgebung  folgende
uste:

Inf.-Agt.  in  Lindau:
ce  Aulen  d.  Res.  Josef  Ulrich  aus
Aibling,  leicht  verwundet;

Do  pe  25.  und  27.  Sept.:  Vizefeldwebel
d.  Res.  Ulrich  aus  Bad  Aibling,  leicht
verwundet:;  To.  GCceorg  Ebnet  aur  Trostberg,
leicht  verwundet;

Bazien,  25.  Aug.:  Einj.-Freiw.  Alois  Manns
nöther  aus  Tegernsee,  leicht  verwundet;  Juf.
Ferdinand  Stöll  aus  Kraiburg,  schwer  verwundet;


Brigade-Ersatz-Batailkon  Nr.  2  in  München
und  Passau:  Vom  18.  Ang.  bis  24.  Sept.:
Juf.  Korbinian  Brunner  1  aus  Aßling,  ver
wundet;  Inf.  Mathias  Stolähammer  aus  Muhl
dorf,  verwundet;  Inf.  Alois  Miesgang  aus
Traunstein,  verwundet;  Inf.  Joh.  Hell  aus
Aschau,  vermißt:  Inf.  Alois  Muller  aus  Dirafing,
  BA.  Muhld  orf.  vermißt;

St.  Kreu  am  20.  und  22.  Sepl.:

Bariien,  25.  Aug.:
Bad

Nes.  Rupert

  Preitner  aus  Mühham,  .  Muhldorf,
verwundet;
La  Planchette  vom  21.  Aug.  bis  2.  Sepl.:

Unteroffizier  d.  Res.  Karl  7  Egger  aus
Haag,  BA.  Mühldorf,  lot;  Unteroffizier  der
Reserve  Augustin  Spirkl  aus  Groisl,  Bl#.
Mühldorf,  tot;  Nej.  Franz  Fleidl  aus  Bach,
BAl.  Mühldorf,  verwundet;  Res.  Heinrich  Gartenlöhner
  aus  Edling,  BA.  Wasserburg,  verwundet;
  Nes.  Josef  Sedlmayer  aus  Klaham,
Bo.  Rosenheim,  verwunder;  Res.  Martin  Wendl
aus  Halfing,  BA.  NRosenheim,  verwundet;

Mandray  vom  J.  bie  7  Res.  Josef

Sept.:
B.  Mühldorf.  tot;

 

Gemainsain,  und  19.  Sept.:  Res.  Paul
Geiringer  aus  4  BA.  Mühldorf,  verwundel;
  Ref.  Franz  Seraph  Grandl  aus  Solling,
  BA.  Muhloort,  verwundet;  Res.  Josef
Sd.waiger  aus  Fraundorf,  BM.  Mühldorf,  vermißt;


La  Petite—  Gosse,  23.  Sept.:

Mangst.  aus  Drarel,  -  Persberg,  tot;
Gesr.  d.  Landw.  Josef  Niggl  aus  Freiham,
B.  Wasserburg,  verwundet:

Vom  21.  bis  23.  Sept.:
hammer  aus  Asenham,  BA.  Mühldorf,  vermißt;
  Res.  Georg  Maier  aus  Mösmering,  B.
Mühldorf,  vermißt.

Scherische  Nachrichten.

Ingolstast,  6.  Nov.  Beim  Mr  aven  eines
Waggons  französischer  Gewehre  ennud  sich
rlotzlich  ein  noch  geladenes  Gewehr.  Dus
Weschoß  traf  den  Hilisarbeiter  Georg  Gesell
aus  Erlangen,  der  alsbald  verstarb.

Regensburg,  6.  Nov.  Bei  der  Herstel
lung  des  in  aller  Welt  belannten  Karmeli
lergeister  il  vorgestern  dem  Bruder  Hilarinus
Linken  eine  Flasche  gebrochen.  Iniolge  der
aussftremenden  Geistes  entitand  in  der  Falril
eine  Errlosion,  bei  der  der  Frater  jo  schwere
Brandmunden  erlitt,  daß  er  jebzt  im  Kran
lenhause  seinen  Geist  aufgab.

Faverisches  Oherland.

Flintsbach,  6.  Nov.  Am  3.  November  nach
miliage  wuro:  aus  dem  Dausgange  der  Schwai
gerscken  Wirtschafi  in  Oberflintsbach  ein  dort
hinterstelltes  Fahrrad  entwendel.  Das  Rad  hat

Res.  Josef

Res.  Franz  Lauten- 



 

von  St.  Ottilien  in  Mauerlichen  verwaist.
Infolge  res  Krieges  trat  im  Orden  emplindliher
  Mungel  an  Arbeitolralten  ein;  vom
Kloster  Sl.  Ollilien  allein  stehen  uber  6)  Brüder
  und  Kleriler  unter  Wassen,  ungercchnet
iene,  die  als  Sanitäter  und  Feldgeistliche  einqezogen
  wurden;  ebensovicle  sehen  der  Einberusung
  entgegen.  Daher  war  e  unmöglich  newesen,
  den  Oekonomiebetrieb  weiter  zu  führen.
und  man  sah  sich  genoligt,  da:  Gut  in
Mauerlirchen  auf  ein  Jahr  zu  verpachten.
Kürzlich  lehrte,  nachdem  die  Brüoer  teilweise
schon  seil  Kriegöbeginn  sortactogen,  der  Obere

Oes  Kloflerchens,  Pater  Dominilus  Enohoff.
zin  das  Mutterklofter  -Zi.  Ottitien,  wo  seit

zWurzem  ein  Kriegolnzarettl  mit  50/01  Bellen  cin
jerichtet  isl,  zurück.

Halfing,  7.  Nov.  Ein  jd,  weres  Opser  hat
ver  Krieg  aus  unierer  Gemeinde  gefordert;  der
Gastwirt  Mar  Gehrlein,  welcher  alo  Kanonier
bei  der  1.  Landsturmbatierie  in  Belgien  stand,
’st  dort  sawer  vermundet  orden  und  tulz;  nuch-Per
  im  Fekola=  aret!  Oordegen  gesiorben.  Er
hinterlaßt  eine  Wilwe  mit  drei  Kindern.  In
inem  Brief  an  den  Burgermeiller  ich  reibt  der
Batterieführer:  Die  Batierie,  die  mit  Geh#-lein
  einen  sehr  tüchtigen  und  braven  Soldaten
derloren  hat,  übermittelt  der  Witwe  das  herzsichste
  Beileic.  Sie  wird  dem  braven  Kameraden
allezeit  ein  ehrendes,  liebevoltes  Andenken  bewahren.


Kolbermoor,  6.  Nov.  Bei  der  Zwangsversteigerung
  des  Wohnhauses  Hs.-Nr.  4  in  der
Karlstraße  blieb  Frau  Kreszenz  (Herer,  Priva-#liere
  in  Bad  Aibling,  als  3.  Oypothekglaubigerin
  mit  12  500  Mk.  Meistbietende.

Bad  Aibling,  0.  Nov.  Zwiie
jährige  leben  in  Vad  Aibling:  F#l.
Hochmaier  und  Frau  Therese  Egger.
ren  beide  im  Oltober  ihren  90.  Geburisiag
feiern.  In  der  nächsien  Nachbarschaft  wohnen
  sie  beilammen  und  hailen  treue  Freundichaft.
  Sie  gehen  noch  taglich  den  Verg  hinauf
  in  die  Kirche  und  auch  ein  Slündchen
(pazieren.  Beide  konnten  ein  50jähr.  Jubilcum
begehen,  die  eine  als  Sangerin  am  Rirchenchor.
die  andere  als  Ehefrau.  Alle  zwei  find  frich
ind  munter,  hur  hören  wollen  fir  #loßz  mehr
das,  was  sie  gerne  horen.  Dabei  jühlen  sie
sich  von  Herzen  glücklich  und  zufrieden,  von
ihren  Angehorigen  liebevoll  gepfleg:  un2  ver-Neunzig-



Sie  konnehrt.

  Gott  gebe,  daß  es  noch  reckt  lange  so
bleibt!
Tuntenhausen,  (.  Nov.  Eleich  vielen  anderen

  Orien  wurde  auck  in  de:  Gemeinde  Tunleuhausen
  der  Preis  der  Milch  berabgesetzt,  und
war  der  Liter  von  14  auf  15  Ufg.

Finneberg,  6.  Rob.  Däs  von
Büling-Orville  auf  eigene  Nosten  zur
ge#tellte  Vereinsla’areit
ken  wurde  heute  von  Prin:eilin  Alsons  eingehend
  bid  tigt.  Sie  iprach  sich  uber  die  Finrichlung
  fjehr  ##obend  aus.  T  3#  Laareil  leh
unter  Obe  rleitung  des  Elatsarnes  Dr.  Schuiler
  und  des  Dr.  Jaulhaber.

Frauen-Verein  vom  Roken  Kreuz
in  Riefersfelden.

Kiefersfelden,  60.

Baron  od.
Verfugung
Zinneberg  min  0  Bei- 



.
Ihrr-»tr- 



Die  boyerischen  Berlustliflen.  Hausberger  aus  Niedere  4,  dwarzen  Rahmenbau,  rote  Felgen,  schwarze  Unier  Zweigverein  nahm  in  den  5  Jau-%
  Res.  Korbinian  Kern  aus  Pyremoos,  BA.  Schmutzbleche  mit  roten  Ver#ierungen,  Freilaufeen  seiner  Friedenskaligkeit  jeglich:  Gelegen-München.
  6.  Noo.  Wasserburg,  tot;  Res.  Georg  Lienhart  ausmil  Ructrittabremse;  an  der  Vorderbremse  sehlle  bheit  wahr,  um  über  seine  Verechiigung  und  sein
Die  Verlustliste  Nr.  46  umfaßt  das  3.  Aa-  Hochhaus,  BA.  Wasserburg,  tol:  Res.  Joseisder  (Gummi,  auf  dem  Satiel  bejand  sich  eineo  notiges  Wachslum  zu  sprechen.  .-  edari
laiton  d#is  20.  Insanterie-Regiments  in  Lin.  Geisberger  aus  Schwaribauer,  BA.  WaisserKraue,  gut  erhaltene  Dede.  Der  Täter  ist  noch  keinen  solchen  Hinweites  und  teiner  Pcorau-
  und  das  Brigade-Ersat-Bataillon  Nr.  2  burg,  verwundet;  Rej.  Johann  Huber  aue  Rienle  elannt.  Es  wird  ersucht,  Sachdienliches  anLaganda  mehrr  selbu  fruhere  Geaner  unierer
München  und  Passau  und  weist  im  ganzen  8734  den,  BA.  Wasserburg,  verwundet:  Res.  Kon.ie  nächst  Polizeivehörde  mitzuteilen.  Sache  geben  den  hohen  Wert  des  do  eu  Kre-Namen
  auf.  Davon  sind  tot  147,  schwer  ver-  rad  Maier  aus  Hornberg,  BA.  Wasserburg,  Endorf,  6.  Nov.  Seit  wenigen  Tagen  iiites  nun  unummunden  zu.  Und  chn  es  auch
wundet  58,  riicht  verwundet  206.  verwundet  verwundet;  die  Viederlassung  der  Benedikliner-Missionäre  nicht  jedem  einzelnen  Verein  gegö:  9  in,  dem
Lazär.  lugte  e  #n  pProbno)  verandertem,  die  es  Umgav.  zugedach!  Fanse“  ?“  noch  ehe  sie  mi:  ihrer  Nede  zu  Ende  gelommen
lebenern  vürdigem  Tone  hinzu,  „wenn  Sie  die  „Cin  sonderbarer  lat  iür  ein  Haus  —  hre  Frage  mußte  mich  wohl  überraschen,  va
«  sicht  haben,  nach  Hause  zu  gehen,  so  kann  nicht  wahr?“  irag  ingessn.  „Mein  aber  ich  haute  leinen  Grund,  mit  der  Brani-  Durchlaucht  find  ureraus  gieng.  Aber  ich
(  Sie  #ber  einen  Fußpfad  führen,  auf  dem  Großvater  erbaute  es  für  uren  deinen'  alten  wortung  zu  Jögern.  lanu’'  zu  meinem  Bede  nern  ein  Ho  große:  ütiges
Sie  beinahe  die  Hälfte  Ihres  langen  Weges  Bcamten,  dem  er  damu  ein  Alil  schafsen  „Seine  DLurchlaucht  hat  mir  kein  eigent-  Crbieten  nich:  anneben."
erinaren.“  wollte.  Aber  ich  glaube  nicht.  daß  es  in  liche-  Anerbieten  gemach!t,  erklärte  ich.  „Aber  „Sie  können  nicht?  lind  waruin  nich:?“
„Eine  große  Güte,  Durchlaucht!  —  Aber  Walnheit  jemals  bewohnt  worden  ist.“  er  beehrte  mich  mit  einer  großen  Zahl  von  „Weder  um  Ihren  Herin  V.#r.  Durch
ich  lann  wohl  unmöglich  zugeben,  daß  Sie  Wir  hatten  die  Klippen  erreicht,  und  meine  Fragen,  für  die  er  wohl  irgendeinen  Anlaß  laucht,  noch  um  Sie  selbst  lonne  ich  mir  b#
meinctwegen  “  schöne  Begleiterin  deutete  in  die  Tiese.  haben  mußte.  Und  gewisse  Andeumugen  konten  ber  irgendweiche  VFerdieusze  emerten.  Ich
Sie  lächelee  freundlich.  „Der  kleine  Fußpfad,  den  Sie  dort  sehen,  mich  allerdings  vermuen  lassen,  daß  er  an  bin  Ihnen  bir  setzt  noch  ein  volli)  Fremder,
Sie,  würden  den  Weg  freilich  auch  nach  kuyr!  äum  Strande  hinav.  sagte  ne.  „Aver  meine  Vermendung  auf  einem  mir  noch  unbe-  der  lich  überdies  schon  alzu  ei  in  Ibrer
mciner  Basmreibung  finden.  Aber  ich  gehe  auf  seiner  oberen  Hälfte  müssen  5%  ein  wenig  kannten  Posten  dächle.“  Schuld  befindet  Eine  Sleung  oder  Beschafeolnedie;

  an  jedem  Nachmittag  zu  den  Klippen,
uus  ich  war  eben  im  Begriff,  den  gewohnten
Saaziergang  an  zutreten,  als  Sie  kamen.  Es
iso  das  eine  tägliche  Pilgerfahrt,  auf  die  ich
nur  ungern  verzichte.  Ich  schwärme  für  das
Vor,  und  von  den  Fenstern  des  Schlosses  aus
kann  man  es  nicht  sehen,  wenn  wir  auch  Tag
und  Nacht  sein  eintöniges  Rauschen  hören.“
Nach  dieser  Erllärung  durfte  ich  mich  natütlich
  nicht  länger  Nräuben,  s  Opfer  ihrer
Begleitung  anzunehmen.  Und  während  wir
durch  den  Park  dahinschritten,  plauderte  die
Prinzessin  unausgesetzt  von  den  Eigentümlichleiten
  der  Gegend,  von  den  Resten  einer  uralten,
  vergessenen  Kulltur,  die  sich  noch  hier  und
da  erhalten  hätten,  und  von  gewissen  Sitten
und  Gewohnheiten  der  Bevölkerung,  deren  Ursprung
  ebenfalls  bis  in  jene  dunllen  Zeiten
einer  sernen  Vergangenheit  zurückreichte.  Als
der  Weg  eine  Wendung  gegen  die  Klippen  hin
machte,  wurde  ich  zu  meiner  Ueberraschung
eines  kleinen.  erauen,  verwitlerten  Steinhauses
ensichtig,  das  zwischen  Bäumen  und  Gebüsch
nahezu  volständn  versteckt  war,  Ich  war  schon
eit  ganz  in  der  Nähe  vorübergegangen,  ohne

 

es  zu  bemerken,  so  dicht  war  die  grüne  Mauer,

vorsichtig  sein.  Es  girt  da  viele  lose
die  einen  zu  Fall  bringen  tönnen,  wenn  sie
unter  den  Füßen  weggleiter

Ich  verstand,  daß  ich  damit  entlassen  war,
und  nachdem  ich  ihr  noch  einmal  für  ihre
Liebenswürdig  keit  gedankt  hatte.  wollte  ich  mich
mit  höflicher  Verbeugung  verabschieden.  Aber
ich  hatte  kaum  zwei  oder  drei  Schritte  getan,
als  uch  hinter  mir  die  Stimme  der  Prinzessin

örte

Steine,

eherr  Lazar".

*8  urchla  ucht!

öhte  dunklen  Augen  waren  fest  auf  mein
Gesicht  gerichtet,  und  ich  hatte  den  Eindruck,
daß  sie  mit  einem  Entschlusse  tämpfte,  zu  dessen
Ausführung  sie  sich  nicht  ohne  weiteres  verstehen
konnte.  In  dem  hellen  Sonnenlicht,  das  uns
hier  umgab,  hoben  sich  die  Umrisse  ihrer  königlichen
  Gestalt  scharf  gegen  den  Himmel  ab,
und  ihre  außergewöhnliche  Schönheit  war  mir
kaum  jemals  deutlicher  zum  Bewußtsein  dekommen
  als  in  diesen  Augenblick.

Oestatten  Sie  mir  noch  eine  Frage,  Herr
Lazar!  —  Hat  mein  Bater  Ihnen  heute  ein
Anerbieten  gemacht  —  ich  meine,  in  bezug  auf
eine  Stellung  oder  Beschäftigung,  die  er  Ihnen

 

„Der  Oberst  Joan  Sutnzko  hat  mir  erzählt,
daß  Sie  mit  einer  Ihnen  angetragenen  Stellung
Unglück  gehabt  haben.  Vielleicht  hegen  Sie  die
Absicht,  jent  hier  eine  Schule  oder  etwas  Derartiges
  einzurichten.“

ie  sprach  zögernd,  wie  wenn  ihre  bisherige
  bhornehme  Sicherheit  sie  ein  wenig  im
Stiche  l  Ich  aber  ahnte  nicht,  worauf  sie
mit  ueseh  hinaus  wollte.

„Den  Gedanken  an  ein  solches  Vorhaben
gub  ich  mir  wohl  vergehen  lassen,  Durchlaucht!

werde  genöligt  sein,  meinen  jetigen  Zu.
Lwer  bald  zu  verlassen,  und  sonst  ist  im
weiten  Umkreise  lein  Haus  zu  haben,  das  für
derartige  Jwecke  geeignet  wäre.“

„So  könnten  Sie  mir  vielleicht  einen  Dienst
erweisen,  Hr  Lazar!  —  Ich  besitze  als  perlönliches
  Eigentum  ein  recht  hübsches,  kleines
Haus  an  der  anderen  Seite  des  Dorfes,  und
ich  würde  es  sehr  gern  bewohnt  sehen.  Augenblicklich
  gibt  es  da  nur  cin  Chepaar,  das  die
Instandhaltung  besorgt.  Diese  Leute  könnten
die  kleine  Wohnung  behalten,  die  ich  ihnen
zugewiesen  habe,  und  könm'en  für.  Iire  Bedienung
  und  Verpflegung  Sorge  tra

Die  Antwort  lag  mir  schon  6  Ver.  Zunge.

tigung  wurde  ich  mit  herzlichstem  Dant  akzeptiert
  haben.  Das  aber,  was  Sie  mir  anbieien,
wäre  ein  Almose  u
ine  etwas  enghe:  zige  TZusfaisung,  wie

mir  sche  nen  wiil,  Hei  Lazan“-  lagte  sie  mit
einem  leichten  Anilug  von  Sor-  asmus.
hatte  eigentlich  etwas  mehr  L
von  Ihnen  ermartt  1.

Ich  konne  nicht  klug  aus  ihr
Es  war  kein  Zmeisel,  daß  meine  Ablehnung  sie
verletzt  hatte,  aber  was  sich  in  ihren  Zügen
auspragie,  schien  wir  dech  eher  Betrübnis  als
der  beleidig:e  Stolz  der  vomnchmen  Dame,  die
nicht  gewohm  ist,  ihre  Wohltaten  zurückgewiesen
  zu  sehen.  Ich  wußte  nicht,  was  ich
antworten  sollte,  und  es  gab  eine  kleine  peinüchen
  Stille,  bis  die  Prinzessin  wieder  das  Wort
nahm:

„Wenn  ich  Jhnen  nun  sagie,  Herr  Lazar,
daß  Sie  mich  durch  cine  Annahme  #meines  Vor-!*625t5



Vorurteilslosigkeit

werden

schlages  zu  auftichtigem  Dank  verpflichtet
hätten  daß  ich  dadurch  viel  mehr  in  Ihrer

Schuld  sein  wurde,  als  Sie  in  der  meimigen?“
„Dann  würde  ich  mir  immer  noch  erlauben

 

müssen,  Sie  daran  zu  erinnern,  Durchlauckt,
daß  es  mir  für  eine  Schule  vorderhand  an