Full text : Bismarck´s Glaube.

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Dinge,  unter  die  die  Begriffe  Strafe,  Lohn,  Rache  nicht
gehören,  gänzlich  mißverstehen;  ihm  entsprechen  hieße  das
Wesen  der  Politik  fälschen.  Die  Politik  hat  die  Bestrafung
etwaiger  Dersündigungen  von  Sürsten  und  Völkern  gegen
das  Moralgesetz  der  göttlichen  Vorsehung,  dem  CLenker  der
Schlachten  zu  überlassen.  Sie  hat  weder  die  Befugnis  noch
die  Pflicht,  das  Richteramt  zu  üben,  sie  hat  sich  unter  allen
Umständen  einzig  und  allein  zu  fragen:  Was  ist  hierbei
der  Vorteil  meines  Landes,  und  wie  nehme  ich  diesen  Dorteil
  am  besten  und  fruchtbarsten  wahr?  Gemütliche  Regungen
  haben  auf  dem  Gebiete  der  politischen  Berechnung
so  wenig  Bürgerrecht  als  auf  dem  des  handels.  Die  Politik
hat  nicht  zu  rächen,  was  geschehen  ist,  sondern  zu  sorgen,
daß  es  nicht  wieder  geschehe.“  Damit  vergleiche  man  die
Kuseinandersetzungen  mit  Gerlach  (oben  S.  883  ff.)!
Damit  stimmt  der  ganze  schwere  Kampf,  den  der
Minister  mit  der  sentimentalen  Moral  seines  edlen  Königs

zu  führen  hatte,  ein  Rampf,  der  ihm  schwerer  fiel  als  alle
Kämpfe  nach  außen  #).  Schon  1861  klagt  er  darüber  an
Roon?):  „Don  den  Sürstenhäusern,  von  Neapel  bis
Dannover  wird  uns  keines  unsere  Liebe  danken,  und  wir
üben  an  ihnen  recht  evangelische  Jeindesliebe  auf  Nosten
der  Sicherheit  des  eigenen  AThrones.  Ich  bin  meinem
Sürsten  treu  bis  in  die  Dendee,  aber  gegen  alle  andern
fühle  ich  in  keinem  Blutstropfen  eine  Spur  von  Derbindlichkeit,
  den  Finger  für  sie  aufzuheben.  In  dieser  Denkungsweise
  fürchte  ich  von  der  unseres  allergnädigsten  herrn  so
weit  entfernt  zu  sein,  daß  er  mich  schwerlich  zum  Rate  seiner
Krone  geeignet  finden  wird.“  Es  gehört  zu  dem  dramatisch