Contents : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Aummer  291

Aosen  helmer  Anzelger

Donnerstag,  17.  Dezember  1014

 

Bom  westichen  Kesegsschauplatz.

Die  franäzösisilien  Offiziersverluste.


Berlin,  15.  Des  Aus  Paris  wird  dem
„Lok.-Anz.“  berichtet:  Die  Verluste  an  Offizieren
  sind  bei  der  französischen  Infanterie  so
gewaltig,  daß  sie  auf  regelmäßige  Weise  auch
nicht  annähernd  mehr  gedeckt  werden  können.
Bereits  vor  einiger  Zeit  mußte  man  sich  zu
der  ungewöhnlichen  Mahregel  entschließen,  Kavallericofsiziere
  in  Infanterie  Negimenter  zu
versetzen.  Da  dies  auch  noch  nicht  genügend  hHalf,
hat  man  zu  dem  letzten  Notbehelf  gegrissen
und  animatische  Offiziere  der  eingeborenen
Armee  aus  Anam  in  französische  Infanterie-Regimenter
  eingestellt.
"

der  Kampf  zur  See.

Deutsche

Unterseceboote  am  Hafen
von  Dover.

Mailand,  15.  Des.  Dem  „Corriere  della
Sera“  zufolge  sollen  vor  einigen  Tagen  deutsche
Unterseeboote  versuckt  haben,  in  den  Hajen
von  Dover  einudringen  und  der  Angriif  von
angeblich  sechs  Unterseebooten  früh  im  ösllichen
Hafeneingang  abgeschlagen  worden  sein.  Hundert
  Kanonenschüsse  seir  n  abgefeuert  worden,
die  englischen  trufe  en  jedoch  unbeschädigt.
·

Bom  en  atjegsschaupluß.

Erfreuliche  Wirkung  der  Einnahme
von  Lodz.
Kopenbagen,  15.  Dez.  Wie  „Daily
News“  zugeben  müssen,  ist  durch  die  Wegnahme
von  Lodz  die  Winterausrüstung  der  Fussischen
Soldaten  ernstlich  in  Frage  gestellt.  Die  Tuchfabriken
  von  Lod:,  die  belanntlich  die  bedeutendsten
  sind,  waren  fast  vollfländig  für  Militär-=lieferungen
  mit  Besch  lag  belegt  und  T  Und
ie  herzustellen.  Abgesehen  von  den  grohen
Vorräten  an  Militärtuch,  das  jetzt  nicht  zur
Mblieferug  gelangen  kann,  werden  die  Webereien
  ihre  Tätigkeit  nunmehr  der  deutschen
Armee  widmen  müssen.  Demnach  dürste  es  mit
der  Behauptung.  daß  die  Einnahme  von  Lodz
bedeutungslos  sei,  nicht  weit  her  sein.  (.3.)

Fon  den  öner,  Sriegsschanplätzen.

Die  Russen  auf  dem  Rüdzug.  31  00#.)
Russen  gefangen  genommen.

WIB.  Wien,  15.  Deʒ  Amtlich  wird  verlautbart:
  Die  Offensive  unserer  Armeen  in

Westgali:ien  bat  kier  den  Feind  zum  Rüdzug
geWungen  und  auck  die  rullsische  Front  in  Südpolen

  zum  Wanten  gebracht.  Unsere  den  Feind

in  Westgalif##en  von  Süden  her  unermüdlich
.WSeitgalien  on  Säden  #e##eüd

verfolgenden  Trunpen  gelangten  gestern  bie  in

die  Linie  Jaslo-Rajbrot.  Bei  dieser  Verfolgung

  und  in  der  letzten  Schlacht  wurden  nach

den  bioherigen  Meldungen  31  000  Nussen  ujen  ge
fangen  genome##n.  Heute  liegen  Mackrichten
über  rückgär###s#e  Bewegungen  des  Gegners  an

 

 

 

GEin  euolirches  TLoftschiff  im  Kampf  mit  einer  dentschen  Caube.

 

 

 

der  GesamtfrontRa  ibrot-Niepolomice  Wolbrom-Noworadomel
  Piotrlo#m  vor.  In  dem  larpatlischen

  Waldgelirge  wurden  gegen  das  Vor- 



dringen  feindlicher  Kräfte  in  das  Latorciatal
——————.-.——-..—...n[-....

entsprechende  Maßnahmen  getroffen.

 

Der  stellvertretende  Chef  des  Generalstabs:
v.  Höfer,  Generalmajor.

Die  Russen  in  Ungarn  aufgerieben.

 

Wien,  18.  Dez.  Der  „Pesti  Hirlap“  meldet:

  Die  rechte  Abteilung  der  kussischen  Truppen,
  die  in  das  Saroser  Komitat  eingedrungen

 

waren,  wurde  gestern  sast  aufgerieben.  Unsere

Truppen  hatten  den  Feind  zwischen  Koslop  und

 

Nayedobra  angegriffen  und  in  die  Flucht  gejagt.

  Die  Russen  verloren  mehr  als  1200  Tote
und  Verwundete,  cetwa  2000  Mann  wurden
gefangen,  viele  Maschinengewehre  und  viel  Mu-3.)


Wie  die  Russen  plündern.

Budapest,  15.  Dez.  Der  Berichterstatter
des  „Pesti  Hirlap“  begab  sich  unmittelbar  nach
dem  Abzuge  der  Russen  aus  Bartfeld  in  diese
Stadt.  Zu  seiner  Ueberraschung  fand  er  leine
zersibrten  Gebäude.  Doch  haben  die  Russen
überall  im  Kurort  geplündert  und  im  Innern
der  Wohnungen  alles  in  größte  Unordnung
gebracht,  da.  sie  überall  Geld  suchten.  Das  geraulte
  Gut  wurde  von  den  Soldaten  auf  einen
Haufen  zusammengetragen,  der  größte  Teil  aus
Wagen  geladen  und  nach  Galizien  geschidt.

 

nition  erbeutet.  (

Auch  Offiziere  haben  sich  an  der  Plünderung

(3.)

beteiligt.

 

 

Landesverrat.

Roman  von  E.  PH.  DOpopenypeim.

Nachdruch  verboten.

Glauen  Sie  wirllich,  daß  durch

eime  solche  Aus  kunft  seine  Frrunde  der  Erfüllung

ihrer  Wünsche  we  entlich  naher  gebrachn  werden

würden?  Wahrscheinlich  wird  er  außer  Ihnen

doch  auch  noch  anderen  Leien  beu#eguet  sein.

Und  menn  ie  Aussficht  haben,  eine  Belohnung

L  verd.  enen,  werden  diese  anderen  sich  schon
melden.

mê“v  Ihnen  hat  er  wohl  zu  niemandem
gesprochen  als  zu  mir.

Ich  sah  ihr  est  in  die  Auge

„Glauben  Sie,  daß  ich  ihn  (umorden  habe,
Fräulein  Slanicu“

Ein  Erichauern  ging  über  ihren  Leib.
„Nein.“

„Danu  ist  mir  Ihre  Aufregun  6  und  beständige
  Unruhe  vollkommen  unbegreiftich.  Ich  gebe
Ihnen  die  Versicher.  ing.  daß  i.n  fur  lmeine  Per-——
  die  Beringsten  WBef.  Inchtungen  hege.
Was  auch  geichehen  mag,  ich  sene  den  Dingen
mit  der  größten  Seelenrihe  angehen.  Und
i  vermag  nicht  zu  ertennen,  wevor  Sie
sich  füreyten  sollten.“

„Ich  jage  auch  nicht,  daß  ich  mich  fürchte.
Aber  es  gibt  in  der  Sache  vicles,  was  ich
nicht  verstehe.  Seil  jenem  Morgen  gehen  Sie
mir  geflissentlich  aus  dem  Wege.“

IAch,  Unfiun!

ein,  er  ist  kein  Unsinn.  C  ist  die  reine
Wahrhett.  Vor  jenem  Tage  sind  Sie  öfter
zu  uns  gekommen,  um  meinen  Vater  oder  mich
zu  begrüßen.  Seit  jenem  Morgen  aber  ver- 



meiden  Sie  uns,  wie  wenn  wir  Ihnen  ein

Ich  2  ite  ade

1
—

großes  sea  zugeiügtel
glaubt,  daß  wir  durch  unser  gemeinjalnen  Ge.
beimnis  und  durch  das  Verfsprechen,  das  Sie
mir  abverlangt  hatten,  bessere  Freunde  geworden
  sein-  mir  ißter  1als  zuvor.  Und  stal!  dessen
behandeln  Sie  mich  seitde:  m  wie  eine  indin.

„  es  ist  wahrhaftig  niiut  hübch  von  Jhnen.
Und  ich  bin  sehr  unglüktlich  daräber.“

ie  war  mir  jent  so  nayhegerückt,  daß  ich
die  Verührung  ihrer  warmen  z#ungen  Körpers
fühlen  konnte.  Da  aber  in  diese=  Nähe  nich:5
Sinnbetörendes  für  mich  war,  ü#cl  es  iir  nicht
allzu  schwer,  kalte#  Blut  zu  bewahren

Sie  erweisen  mir  mit  solchem  Vorivurf  viel
mehr  Ehre,  als  ich  verdiene,  Fräulein  Slanicul
Und  ich  bin  nicht  eingebildei  genug,  um  es
ernithaft  zu  nehmen,  wenn  Sie  sagen,  daß  ein
8  Geumafe  #iger  Anlaß,  wie  die  Seltenhrit  meiner

suche,  Sie  ungluclich  zZu  machen  vermag.“

Cin  tiefer  Seufzer  bob  die  Brust  des  noͤch
immer  eng  an  meinen  Stuhl  geschmiegten
Madchens.
„O,  ich  wünschte,  daß  Sie  es  ernsthaft
nähmen,  Herr  Lazar,“  sagte  sie  leise.  „Wenn
Sie  ein  wenig  ein  wenig  Freundschaft  für
mich  hätten,  witrden  Sie  ja  auch  verstehen,
wie  es  gemein  “

„Ich  seieht  nichts,  als  daß  Sie  mich
grundlos  tadeln.  Ihr  Vater  hat  mir  mancherlei
  Jreundlich,  keiten  erwiesen,  und  Sie  sind  weit
über  mein  Verdienst  hinaus  seinem  Beispiel  gefolgt.
  habe  das  niemals  verkannt,  und  es
würde  mir  noch  heute  ein  Vergnügen  sein,  hier
und  da  bei  Ihnen  vorzusprechen.  um  ein
Stündchen  mit  Ihnen  und  Ihren  Angehörigen
zu  verplaudern.  Aber  ich  habe  Ihnen  bereits
gesagt,  und  ich  wiederhole,  daß  es  die  lauterste
Wahrheit  ist:  meine  gegenwärtige  Beschäftigung

würde.

 

   

 

·  traulichteit,

Itallen
Die  italienische  Neutralität.

Rom,  15.  Dez.  Im  Senat  wurden  gestern
die  Mitleilungen  der  Regierung  besprochen.
Alle  Nedner  sprachen  dem  Kabinett  Salandra
das  Verirauen  zu  dem  Vorgehen  aus,  das  den
Intereisen  Jlaliens  volllommen  entspreche,  und
lüligten  die  Neutralitälserllärung.

Varziotti  erllärte  im  besonderen,  er  billige
die  Erllärungen  der  Regierung,  die  gleich  weit
enisernt  von  der  abfoluten  Neutralität,  wie
von  dem  Krieg  um  jeden  Preis  seien.  Er
wünicke,  daß  in  einem  günftigen  Augenblick  Italien
  intervenie  ren  werde,  nicht  mit  den  Wassen,
jondern  durch  eine  mächtige,  drohende  Anregung
  zum  Frieden,  um  zu  verhindern,  daß  die
Umwandlung  der  früheren  geographischen  und
nolitüchken  Gestaltung  sich  zum  Nachteil  entwickle.
  Er  jügte  hinen,  daß,  wenn  einerseits  der
ziegreiche  Vormarsch  Oesterreich  Ungarus  auf
dem  Valkan  die  Interessen  Italiens  schädigen
andererjeits  unbestreitbar  sei,  daß  bei
der  Vernichtung  der  Zentral=  Kaisermächte  das
Adrialische  Meer  ein  flawisches  und  das  Mittelländische
  Mcer  ein  englisch-französisches  Meer
merde.  (Beifall.)  Das  Land  erwarte,  daß  es
von  der  Regierung,  auf  die  es  Vertrauen  habe,
geführt  werde.

Barzelolti  fuhr  jort:  Um  die  Gefahren  des
Heraustretens  aus  der  Neutralität  zu  kennzeichnen,
  genügt  es,  auf  die  Anhänger  der  Intervention
  einengehen.  Mit  Ausnahme  des  Tei
les  der  liberaten  Partei,  der  von  falschen  Voraussetzungen
  sich  leiten  läßt,  sind  die  Fürspre
deer  des  Krieges  nur  antilonstilutionelle  Leute.
CEs  sind  die  Anutimilitaristen  von  gestern,  die
in  dem  Kriege  die  Gelegenheit  sehen  und  suchen,
unsere  innere  Lage  zu  verändern  (lebhafter  Bei
fall)  und  ihren  revolutionären  und  anarchistischen
  Cärungs  sioffen  Luft  machen  wollen.  Red
ner  wies  auf  die  ich  were  Gefahr  hin,  die  be
sonders  den  Kolonien
drohe,  jaile  Klalien  auf  Seiten  der  Tripletenn
  am  Kriege  teimehme,  und  fuhr  fort:
i:  Rechnung,  die  viele  über  den  Ausgang  des
5.  iurf-  s  und  die  Bediugun  gen  aufstellen,  unter
u  sich  derjenige  besinden  würde,  der  am

 
   
  
 

gell#enet  mir  nicht  mehr.  meine  Lebensführung
lediglich  nach  meine:  Gefjallen  einzurichten.
Ich  sitze  oft  halbe  gunze  Nächte  hindurch
bei  der  Arbeit  und  4½%  trum  für  eine  einzige
Stunde  des  Tagen  u##n  freier  .“

Sie  wollte  nur  worten,  aber  in  diesem
Augenblick  ölnere  si  die  Tür,  und  ihre  Mutter
trat  über  die  Schw"  ##.  Es  war  der  wackeren
Frau  natürlich  nich:  W  verübeln,  wenn  sie  die
Situalion  mihdenn##,  in  der  sie  uns  da  antraf.
Denn  sie  *s  ie  r  allen  Zweifel  einen  sehr
viel  größer  i.dein  von  zärtlicher  Ver-10
  ihn  ihr  jemals  zu  geben
Der  Blick,  mit  dem  sie  mich
bei  der  Begrüßung  ansah,  offenbarte  denn
auch  recht  de.#tlich,  was  sie  dachte,  und  ich
haite  es  nunmehr  um  so  eiliger,  mich  zu
empfeblen.

„Wollen  Sie  nicht  wenigstens  die  Rückkehr
meines  Manncs  abwarten?"  fragte  sie.  „Er
hat  schon  so  oft  seine  Verwunderung  darüber
ausgesprochen,  daß  Sie  sich  gar  nicht  mehr  bei
uns  blicken  lassen.“

Jent  war  es  Maria,  die  mich  der  Not
wendigkeit  einer  abermaligen  ichcbiriquon
überhob.

r
gewünscht  hürke.

„Herr  Lazar  hat  mir  soeben  erklärt,  weshalb
  es  er  Mann  möglich  gewesen  ist,  uns  zu
beluchen,  "*  sagte  die  in  einem  Ton,  den  ich  mir

recht  zu  deuten  wußte.  „Und  darum
nicht=  wir  din  jett  auch  nicht  zureden,  länger
zu  verweiler
Ein  satraossher  sat  feindsellger  Blick  der
Frau  traf  mein  Gelicht  und  sie  abotte  s—  ein
leichtes  Kopfnicken  Wahrscheinlichkeit
  baldiger  Wiedeltebe“  ihen  Das
junge  Mädchen  geleitete  mich  hinaus,  aber  als
ich  ihr  meine  Rechte  zum  Abschied  reichen  wollte.

Italiens  durch  die  Türkei

 

Krieg  nicht  teilnimmt,  der  ohne  Kompensationen
bleibt  und  ausgeseht  ist  dem  Urteilsspruch  der
Sieger,  ist  naio,  denn  sie  sieht  die  volllommene
Besiegung  einer  der  beiden  Parteien  voraus.
Daß  diese  Niederwerfung  nicht  wahrscheinlich
bei  derjenigen  Partei  eintreten  wird,  von  der
einige  hofsen,  kann  man  aus  dem  Heldenmut
schließen,  mit  welchem  Deutschland  den  Krieg
führt.  Grundlegende  Erwägungen  sprechen  gegen
  eine  Intervention,  wesche  die  Macht  auf
den  Meeren  der  rivalisierenden  Staalen  vermehren
  könnte.  Gründe  der  Moral  und  des
politischen  internationalen  Anstandes  widerraten,
  den  Verbündeten  den  Gnadenstoß  zu
geben.  (Beifall.)

Aus  der  Debatte  ist  noch  folgende  Stelle
aus  der  Nede  des  Senators  Garasalos  erwähnenswert:
  „Wir  können  leine  Feindseligleilen
gegen  Nationen  unternehmen,  mit  denen  wir  so
lange  verbunden  gewesen  sind  und  auch  nicht
gegen  andere  Nationen,  mit  denen  uns  Bande
der  Nassenverwandtschaft  einen.  Es  ist  daher
nicht  schön,  wenn  von  einigen  der  Gedanke  vertreten
  wird,  daß  Italien  sich  vorbehalte,  in
den  Kampf  einzutreten.  um  den  Besiegten  den
Gnadenstoß  zu  geben.  Es  ist  nicht  schön,  wenn
wir  unsere  Hilfe  verschachern  und  nicht  vor
schändlichem  Verrat  zurückschenen.  In  der  Regierungserklärung
  hatten  die  Worte,  die  sich
auf  unsere  Aspirationen  bezogen,  nicht  weniger
den  Orient  als  den  Olzident  im  Auge.  Trotzdem
  haben  einige  Redner  nur  nach  einer  Richtung
  geblickt.  Man  darf  hoffen,  daß  einige
Städte,  wo  man  italienisch  spricht,  nicht  immer
von  uns  getreunt  bleiben,  aber  das  ist  eine
Erwägung,  die  wir  mit  anderen  Nationen  gemein
  haben.  Heute  ist  es  wünschenswert,  daß
die  Völker  national  gesinnt  seien,  aber  der
Wunsch,  eine  Sache  zu  besihen,  rechtferligt  noch
nicht  eine  gewaltsame  Altion,  um  sich  ihrer  zu
bemachtigen.“  r  „

Jn  MarokLo.

Mailand,  15.  Dez.  Der  Madrider  „Imperzial“
  meldet  aus  Maroklo,  daß  Maralesch
durch  die  Maroklaner  erobert  sei.  (.3.)

·  2

Die  Türkei  im  Welkkeieg.

Die  Türken  im  Kaukasus.

WitB.  Konstantinopel,  15.  Dez.  Mitteilung
  des  Großen  Hauptquartiers.  An  der
Grenze  des  Vilajets  Wan  dauern  die  Zusammenstöße
  der  russischen  Truppen  mit  unseren
Akteilungen  u  unseren  Gunsten  an.  Russische
Kavallerie  #.  griff  an  der  persischen  Grenze  bei
Sarai  unsere  Kavallerie  an.  Die  Russen  wurden
  zurückgeschlagen  und  zersprengt.

Die  Schiiten  im  Heiligen  Krieg.

Konstantinopel,  15.  Dez.  Aus  Bagdad
wird  berichtet,  daß  die  Schiiten-Oberhäupler
Scheich  el  Scherif,  Seid  Ali  und  Seid  Mustapha
zahlreiche  Krieger  auf  einem  Dampfer  nach
Bassorah  gebracht  haben,  um  sie  in  den  Kampf
gegen  die  Engländer  zu  führen.  (Z.)

Die  Erhebung  in  Arabien.

London,  15.  Dez.  60  000  Mann  eingeboreuer
  indischer  Truppen  sind  in  Aden  gelandet,
ium  die  Stadt  vor  einem  Ueberfall  der  auf.
ständischen  Araber  zu  schützen.  Sämtliche  Stämme
  in  Yemen  und  Asir  haben  sich  von  England
  losgesagt.  Sie  erhalten  von  den  Türlen
Geldmitlel  und  moderne  Wafssen.  Ein  Landungsversuch
  englischer  Truppen  bei  Mokla
wurde  abgewiesen.  Jirla  tausend  Mann  türlischer
  Truppen  stehen  bei  Hodeidah,  es  sind  dies
die  Bededungomamschaften  der  enropäischen
Ingenieure,  die  bis  zum  Ausbruch  des  Krieges

auf  den  Rücken.

„Leben  Sie  wohl,  Herr  Lazar!“"  sagte  sie
mit  merkwürdig  veischleierter  Stimme.  Und
als  ich  mich  in  einiger  Entsernung  vom  Hause
nochmals  zurückwandie,  um  ihr  einen  leuten
Abschiedsgruß  zuzuwinken,  hatte  sie  als  Erwiderung
  weder  ein  Wort  noch  eine  Handbewegung
  oder  ein  Kopfnicken,  obwohl  sie  noch
an  derselben  Stelle  stand,  wo  sie  mir  Lebewohl
gesagt  hatte,  und  obwohl  ihre  großen,  dunklenu
Augen  noch  immer  unverwandt  an  mir  hingen.

24.  Kapitel.

Es  war  mein  sehnlicher  Wunsch  gewesen,
während  meines  kurzen  Aufenthalts  im  Gechsosze
weder  der  Prinzessin,  noch  dem  Obersten  zu
begegnen,  und  ich  beeilte  mich  deshalb  nach
Kraften,  den  Herrensitz  zu  verlassen,  sobald  ich
meine  Papiere  in  dem  eisernen  Schranke  untergebracht
  hatte.  Aber  meine  Hoffnung  ging
leider  nicht  in  Erfüllung;  denn  gerade  in  dem
Augenblick,  da  ich  die  große  Vorhalle  passierte,
trafen  die  beiden  Personen,  denen  ich  so  gern
ausgewichen  wäre,  aus  dem  Billardzimmer,
und  meine  Absicht,  mit  stummer  Verbengung
an  ihnen  vorüberzugehen,  wurde  dadurch  vereitelt,
  daß  sich  die,  Wrinzelsin  mit  der  raschen
Frage  n  mich  wa

„Haben  Sie-  karlen  Bruder  heute  bereits
aeseld,  Herr  L

Ohne  über  Seet  LÜbsicht  ganz  im  klaren  zu
sein,  schütelte  ich  den  Kopf.

e  schon  seit  mehreren  Tagen  nlcht
mehr  die  dem  Prinzen  Joan  zu  begegnen,
Durchlaucht!“

In  diesem  Augenblick  i  der  Oberst
seiner  Verlobten  etwas  zu,  das  nicht  ver-*½%%
  koynte.  Sie  nickte  und  Seiul  ans  W

legte  sie  die  Hände