pathenwall vorstießen, war ihre Angriffskraft schon stark beeinträchtlgt. Der
österrelchische Gegner hatte sich weit stürmlscher und kräftiger gewehrt, als der
Russe bätte erwarten können. Und der Entschluß, den stärksten Felnd nur mit
zwar überlegenen, im Vergleich zur gesamten russischen Heereskraft aber nebensächlichen
Kräften anzugreifen, hatte sich furchtbar gerächt. Her russische Angeiffsflügel
im Norden war zum Teil zertrümmert, zum Teil gelähmt.
Die volle Bedeutung sowohl der Schwächung der russischen Hauptmacht
durch die Kraft des österreichischen Widerstandes als auch der deutschen Slege
In Ostpreußen ließ sich am 15. September allerdinge noch ulcht übersehen.
Zmmerhin war soviel schon jetzt klar: der zweitegroße Ansturm der Russen
würde Heutsche und Osterrelcher Schulter an Schulter finden.
Aber eines lag ebenso am Tage: an einen Angrlffskrieg war lm Osten auch
jetzt nicht zu denken. Nur die Auesichten der Verteidigung hatten slch bler erbeblich
gebessert. Wie sehr, das war in dleser Stunde weder auf seiten der
Mittelmächte, noch auf seiten ihrer Gegner zu erkennen.
Heute, da wir den großen Gesamtoerlauf des Kriegee übersehen, erlennen
wir klar: der 15. September bedeutet den entscheidenden Einschnitt in der Geschichte
des Weltkrleges. Selt diesem Tage befanden slch die Mittelmächte
auf allen Fronten in die Derteidigung gedrängt. Ihr Gebiet war elgentlich
schon von diesem Tage an das Geblet einer riesigen belagerten Festung.
Bevor das aller dinge mit voller Klarheit für Freund und Feind erkenndar
wurde, mußte noch elne zweite Gruppe von großen Kämpfen in Ost
und West abrollen. Erst sie klärten das Bild der strategischen Lage in dem
Sinne, daß Deutschland auf welteres offensives Vorgeben im Westen endgültig
verzlchten mußte, während ebenso im Osten Rußland aus einem Angrelfer
in freiem Felde zum Belagerer einer Festungefront wurde.
Drittes Kapitel
Die Umklammerung
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Di# neue deutsche Generalstabschef übernahm die Geschäfte der Heeresleitung
in einer Lage, die man vom Standpunkt unserer heutsgen Erkenntnis
als trostlos bezeichnen muß.
Die Hoffnung, im Dreifrontenkriege gegen Frankreich, Rußland und England
obzuslegen, hatte elgentlich nur so lange bestanden, als die Mittelmächte
noch hoffen durften, mit ihren westlichen Gegnern im ersten Anlauf entscheidend
und vernlchtend abzurechnen. Bestand eine solche Hoffnung noch? Der Versuch,
eine operative Entscheidung im Westen zu erzwingen, mußte auch jetzt
umseden Prels noch unternommen werden. Aber hier traf das deutsche Bestreben
auf ein entsprechendes der westlichen Feinde.
Denn das Erstarken des deutschen Widerstandes nördlich der Aisne belebrte
die französische Heeresleitung bald, daß lhre Hoffnung, den Eindringling
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