Metadata : Illustrierte Geschichte der Sächsischen Lande und ihrer Herrscher. II. Band, 2. Abteilung. Das Albertinische Sachsen von 1815-1904. (4)

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das  Deutsche  Reich  mit  dem  österreichischen  Gesamtstaate  verbanden,
  die  „Norddeutsche  Allgemeine  Zeitung“  recht  energisch
vor  Umtrieben,  die  höchstens  dazu  geeignet  seien,  „den  Gegnern
des  österreichisch-deutschen  Bündnisses  einige  Stunden  angenehmer
Täuschung  zu  bereiten“.  —  Sonst  jedoch  verlief  das  Fest  durchaus
ungetrübt  und  wurde  besonders  verschönt  durch  den  Besuch
des  Königspaares  am  Nachmittag  des  19.  Juli  auf  dem  Festplatze,
  nachdem  es  schon  vorher  den  Einzug  der  Turner  vom
Balkon  des  Schlosses  aus  mitangesehen  hatte.

Des  Trauerjahres  1888,  das  dem  Reiche  zwei  Kaiser  raubte,
ist  schon  oft  genug  Erwähnung  getan  worden.  Ergänzend  darf
vielleicht  hinzugefügt  werden,  daß  König  Albert,  einem  schönmenschlichen
  Zuge  seines  Herzens  folgend,  am  17.  März  1888,
am  Tage  nach  der  feierlichen  Beisetzung  Kaiser  Wilhelms  I.,
auch  dem  todkranken  Nachfolger  in  Charlottenburg  seinen  Besuch
abstattete.  Wir  erinnern  uns  dabei  der  Worte  Kaiser  Wilhelms  II.,
daß  sein  verstorbener  Vater  ihn  König  Albert  besonders  ans  Herz
gelegt  habe  mit  der  Bitte,  für  ihn  zu  sorgen,  wenn  ihn  einmal
etwas  Menschliches  träfe.  Zwei  Tage  nach  dem  Besuche  König
Alberts  unterzeichnete  am  19.  März  Kaiser  Friedrich  III.  das
wichtige,  vom  Reichstag  am  9.  Febr.,  vom  Bundestag  am  23.  Febr.
genehmigte  Gesetz  über  die  den  Reichstag  und  seine  Tätigkeit  betreffende
  Verfassungsänderung,  daß  die  dreijährige  Legislaturperiode
  des  Reichstages  in  eine  fünfjährige  umgewandelt  werden
solle.  Diese  ÄAnderung  entsprach  völlig  den  Ansichten  König
Alberts  und  des  überwiegenden  Teiles  seines  sächsischen  Volkes,
das  der  allzuoft  wiederkehrenden  Reichstagswahlen  mit  ihrem  sich
immer  mehr  häufenden  Wahlschmutz  gründlich  überdrüssig  war
und  in  den  Wahlen  zum  Reichstag  im  Februar  1887  seinen  staatsund
  reichserhaltenden  Charakter  glänzend  an  den  Tag  gelegt  hatte.

Ein  Jahr  von  hoher  Bedeutung  für  die  Geschichte  des  Sachsenlandes
  war  1889.  Denn  800  Jahre  waren  vergangen,  seit  mit
Heinrich  von  Eilenburg  zuerst  ein  Mitglied  des  Wettinischen
Hauses  als  Markgraf  von  Meißen  erscheint.  Der  Beginn  der
Gedenkfeier  dieses  Ereignisses  war  auf  den  15.  Juni  festgesetzt
worden.  An  diesem  Tage,  einem  Sonnabend,  nahm  König  Albert