In großen Tagen. 75
hochgespannte Patriotismus Preußens erwartete. Wohl vermochte Na—
poleon die Siege bei Großgörschen und Bautzen nur um einen Blutpreis
zu erkaufen, so teuer, wie nie zuvor; wohl hatte er trotz des gewonnenen
Sieges nicht irgendwelche Trophäen in seiner Hand behalten, während
die Besiegten zwei französische Adler und fünfzig Kanonen, die sie er—
obert hatten, ungefährdet mit sich nahmen: aber die Franzosen hatten
doch das Feld behauptet. Der gewaltige Widerstand indessen, auf den
er gestoßen, machte Napoleon sehr bedenklich; er beantragte daher bei
den Derbündeten eine Waffenruhe, um das preußisch-russische Zündnis,
das seinen Waffen widerstanden hatte, durch Unterhandlungen zu sprengen.
Durch SEsterreichs Vermittelung wurde sie ihm bis zum 20. Juli gewährt
und dann bis zum I15. August verlängert. Freilich der Erfolg entsprach
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Erinnerungohlutt des Prinzen Wilhelm aus der Zeit der Defreinngokrieges,
dubei lag eine gepreßhte Dlume.
nicht seinen Erwartungen; denn nicht nur mißlang der Dersuch, Rußland
von Hreußen abwendig zu machen, sondern auch Csterreich schloß sich
jetzt den Derbündeten an: das erste Mal, daß sich die drei großen Kontinentalmächte
zu gemeinsamer Aktion wirklich zusammenfanden.
Während des Waffenstillstandes finden wir den König Friedrich
Wilhelm wieder im Kreise seiner Kinder. Dabei stellte sich heraus, daß
bei dem Avancement im Ersten Garderegiment zu Fuß Orinz Wilhelm
ausgelassen war. Der Uönig beeilte sich, dies auszugleichen, indem er
den Orinzen zum Oremierleutnant ernannte. Allein diesem war es
keine Kreude. „Wie kann ich avancieren“, antwortete er auf die Ernennung
nicht ohne Unmut, „da ich hinter dem COfen gesessen habe,
während das Regiment im Feuer war“ Aber freundlich beruhigte ihn
der König: „Chut nichts!“ sagte er. „Ich habe dir befohlen zurückzubleiben;
also darfst du deswegen nichts verlieren. Dein Hatent soll auf