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Die zweite Armee, Kronprinz von Preußen, deren Truppentheile
im Corpsverband geblieben sind und deren Hauptquartier
erst Breslau, dann Neiße war, umfaßte im ersten Treffen das
fünfte Corps, Posen und Niederschlesien unter General von
Steinmetz, das sechste, Schlesien unter General von Mutius,
im zweiten Treffen das zweite Corps, Pommern unter General
Schmidt; aus der Armee-Reserve waren ihm das erste Corps,
Ost= und Westpreußen unter General von Bonin und der größte
Theil der Garden zugetheilt. Dem großen Generalstab stand
als Chef der Graf Moltke vor, den man als den Urheber des
genialen und mit so glänzendem Erfolge gekrönten Kriegsplanes
zu betrachten hat. In der ersten Armee war der General von
Voigts-Reetz, in der zweiten waren die Generale von Blumenthal
und von Stosch die militärischen Rathgeber der Ober-Feldherren.
Eine volle Woche noch nach der Occupation Sachsens standen
sich die gewaltigen Heere gegenüber und es fanden nur einige
kleine Vorpostengefechte und Reiterscharmützel statt, die alle zum
Vortheile der Preußen ausfielen. Der erste größere Coup, den
die Preußen ausführten, war die Sprengung des großen Eisenbahnviaducts
der Wien-Krakauer Eisenbahn bei Seibersdorf und
die Zerstörung des Telegraphen in Oderberg und verschiedener
Brücken jener Bahn. Dies geschah in der Zeit vom 21. bis
23. Juni, und war besonders das vom Grafen Stolberg in
Oberschlesien gebildete fliegende Corps dabei betheiligt.
Das interessanteste Vorpostengefecht war das bei Klingebeutel,
das schon am 20. Juni stattfand. 16 Mann vom
62. preußischen Infanterie-Regiment machten unten dem Lieutenant
Naglo von Studzienna eine Patronille längs der österreichischen
Grenze. In Hobschütz, eine Viertelmeile von Klingebeutel,
stießen sie auf sieben Mann Husaren, unter Führung
eines Offiziers. Als die Preußen in Sicht kamen, ergriffen die
Oesterreicher die Flucht. Trotz der Entfernung von 500 Schritt
gaben Naglo's Musketiere Feuer und auf den ersten Schuß, den