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Menschen nicht tragen werde. Er schrieb mehrere
Bücher zur Theorie der Bevölkerungslehre. Darin stellte
er den Satz auf: Die Bevölkerung hat das Bestreben,
sich viel schneller zu vermehren als die Nahrungsmittel.
Er drückte sich so aus: Die Bevölkerung vermehrt sich
in geometrischer Progression, die Nahrungsmittel in
arithmetischer. Um dem Zwangsterben an Hunger zu
entgehen, muß die Menschheit die Kindererzeugung einschränken.
»
Seine Theorie gewann ungeheuer viel Anklang.
Die meisten bürgerlichen Nationalökonomen bekannten
sich zu ihr. Sogar bis zum Ende des Jahrhunderts beheurschte
sie die Wissenschaft. Trotzdem konnten aufmerksame
Beobachter und feinfühlige Naturen sehr bald
merken, daß Malthus im Irrtum war.
Malthus' Irrtum. Die Unterhaltsmittel
wachsen schneller als die Menschen.
4 a) Agrarprodukte.
Die Nahrungsmittel haben sich nämlich umgekehrt
viel schneller und stärker vermehrt als die Menschen.
Die Landwirtschoft hat im 19. Jahrhundert einen Aufschwung
genommen wie vorher kaum in tausend Jahren.
Die Erbuntertänigkeit fiel, die Dreifelderwirtschaft wurde
beseitigt, die Brachen hörten fast ganz auf, der künstliche
Dünger wurde eingeführt, die mannigfachsten Maschinen
kamen auf usw. usodiese Weise gelang es z. B.
der deutschen Landwirtschaft im vorigen Jahrhundert,
die Erzeugnisse etwa um das Dreieinhalbfache zu steigern.
In neuentdeckten Ländern wie Amerika ist die Entwicklung
natürlich noch hundertmal schneller gegangen.
Zur Zeit seiner Entdeckung hat Nordamerika vielleicht
kaum ein paar Millionen Menschen ernährt. Heute ernährt
es nicht nur seine eigene, über 100 Millionen
starke Bevölkerung, sondern führt auch noch massenhaft
aus. Philippowitsch erzählt in „Wirtschaftlicher Fortschritt
und Kulturentwicklung“: auf den großen Weizen-