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niedere Prälaten gefahren ist. Wir alle, das heisst Prälaten
und Geistliche, sind abgewichen, jeder auf seinen Weg und
es ist schon lange keiner gewesen, der Gutes gethan, auch
nicht ein Einziger.) So sei es besser, sich selbst zu richten,
als dem Gericht Gottes anheimzufallen. — Dann heisst
es weiter: „Du sollst versichern, dass Wir allen Fleiss anwenden
wollen, zunächst diesen Hof, von dem vielleicht das
ganze Übel ausgegangen ist, zu reformiren: so solle von
derselben Stelle, von welcher die Verderbnis in alle Niederen
geflossen ist, Heilung und Reformation ausgehen. Hierzu
fühlen Wir Uns umso mehr verpflichtet, als die ganze Welt
eine Reformation zu verlangen scheint. Nur deshalb haben
Wir dies hohe Amt auf Uns genommen.“
Nun solle sich niemand wundern, wenn nicht mit einem
Schlage?) alle Missbräuche beseitigt würden; die Krankheit
1) Psalm 14, 3. — Vgl. Ranke, Päpste I, (1874) S. 61 f. — Ranke,
deutsche Gesch. II, 37 f. Einen ausführlichen Auszug der Instruktion
findet man auch bei Höfler, Adrian VI, 273—275. — Diese Erklärung
Adrians stimmt ganz zu seiner früher ausgesprochnen Ansicht über
die Fehlbarkeit der Päpste (vgl. Nippold 1. c. 8. 187 u. Köstlin,
M. Luther. I, S. 623.) Ein Excerpt aus dem Commentar in quartum
sententiarum ]. in dem Schreiben von Joh. Lanoy an H. Barillon b.
Burmann p. 360.
2) Quanquam nemo mirari debebit, si non statim omnia errata
et abusus omnes per nos emendatos viderit. Inveteratus nimium morbus
est, nec simplex, sed varius et multiplex: pedetentim in eius cura
procedendum est, et prius gravioribus magisque periculosis occurrendum,
ne omnia pariter reformari volentes, omnia perturbemus.“ —
Luther hat in der deutschen mit Glossen versehenen Ausgabe dieser
Instruktion die Bemerkung gemacht, dass das „pedetentim“ wohl so
zu verstehen sei, dass zwischen jedem Schritte Jahrhunderte liegen
sollten. vgl. J. Sleidani, de statu relig. I (Frankt. a. M. 1785) Lib. IV,
p. 197. — Mit der Äusserung Adrians, dass er nur aus diesen Gründen
das schwere päpstl. Amt auf sich genommen habe, dass er die
Kirche reformiren könne und zugleich die Häresie beseitigen, stimmt
sein Schreiben an die Cardinäle aus Vittoria am 5. März 1522 (Höfler,
Zur Kritik und Quellenkunde der Gesch. Karls V. 2. Abt. S. 117)
überein: .. „Acceptavimus ... firmam spem habentes .. . nobis
licet immeritis animi virtutem et spirituales vires largiri dignabitur,
ut populum Christianum sic redemptum a conatibus perversorum prae-