Metadaten : Der Reichstag von Nürnberg 1522-23.

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niedere  Prälaten  gefahren  ist.  Wir  alle,  das  heisst  Prälaten
und  Geistliche,  sind  abgewichen,  jeder  auf  seinen  Weg  und
es  ist  schon  lange  keiner  gewesen,  der  Gutes  gethan,  auch
nicht  ein  Einziger.)  So  sei  es  besser,  sich  selbst  zu  richten,
  als  dem  Gericht  Gottes  anheimzufallen.  —  Dann  heisst
es  weiter:  „Du  sollst  versichern,  dass  Wir  allen  Fleiss  anwenden
  wollen,  zunächst  diesen  Hof,  von  dem  vielleicht  das
ganze  Übel  ausgegangen  ist,  zu  reformiren:  so  solle  von
derselben  Stelle,  von  welcher  die  Verderbnis  in  alle  Niederen
geflossen  ist,  Heilung  und  Reformation  ausgehen.  Hierzu
fühlen  Wir  Uns  umso  mehr  verpflichtet,  als  die  ganze  Welt
eine  Reformation  zu  verlangen  scheint.  Nur  deshalb  haben
Wir  dies  hohe  Amt  auf  Uns  genommen.“

Nun  solle  sich  niemand  wundern,  wenn  nicht  mit  einem
Schlage?)  alle  Missbräuche  beseitigt  würden;  die  Krankheit

1)  Psalm  14,  3.  —  Vgl.  Ranke,  Päpste  I,  (1874)  S.  61  f.  —  Ranke,
deutsche  Gesch.  II,  37  f.  Einen  ausführlichen  Auszug  der  Instruktion
findet  man  auch  bei  Höfler,  Adrian  VI,  273—275.  —  Diese  Erklärung
Adrians  stimmt  ganz  zu  seiner  früher  ausgesprochnen  Ansicht  über
die  Fehlbarkeit  der  Päpste  (vgl.  Nippold  1.  c.  8.  187  u.  Köstlin,
M.  Luther.  I,  S.  623.)  Ein  Excerpt  aus  dem  Commentar  in  quartum
sententiarum  ].  in  dem  Schreiben  von  Joh.  Lanoy  an  H.  Barillon  b.
Burmann  p.  360.

2)  Quanquam  nemo  mirari  debebit,  si  non  statim  omnia  errata
et  abusus  omnes  per  nos  emendatos  viderit.  Inveteratus  nimium  morbus
  est,  nec  simplex,  sed  varius  et  multiplex:  pedetentim  in  eius  cura
procedendum  est,  et  prius  gravioribus  magisque  periculosis  occurrendum,
  ne  omnia  pariter  reformari  volentes,  omnia  perturbemus.“  —
Luther  hat  in  der  deutschen  mit  Glossen  versehenen  Ausgabe  dieser
Instruktion  die  Bemerkung  gemacht,  dass  das  „pedetentim“  wohl  so
zu  verstehen  sei,  dass  zwischen  jedem  Schritte  Jahrhunderte  liegen
sollten.  vgl.  J.  Sleidani,  de  statu  relig.  I  (Frankt.  a.  M.  1785)  Lib.  IV,
p.  197.  —  Mit  der  Äusserung  Adrians,  dass  er  nur  aus  diesen  Gründen
  das  schwere  päpstl.  Amt  auf  sich  genommen  habe,  dass  er  die
Kirche  reformiren  könne  und  zugleich  die  Häresie  beseitigen,  stimmt
sein  Schreiben  an  die  Cardinäle  aus  Vittoria  am  5.  März  1522  (Höfler,
Zur  Kritik  und  Quellenkunde  der  Gesch.  Karls  V.  2.  Abt.  S.  117)
überein:  ..  „Acceptavimus  ...  firmam  spem  habentes  ..  .  nobis
licet  immeritis  animi  virtutem  et  spirituales  vires  largiri  dignabitur,
ut  populum  Christianum  sic  redemptum  a  conatibus  perversorum  prae-