sei (Notbuch 44). Den direkten Meinungsaustausch erklaͤrte
auch Sir E. Grey als die „bestmögliche Lösung“
(Blaubuch 84, 67), und selbst der französische Borschafter
in Petersburg mußte betreffs der Verhandlungen zwischen
Wien und Petersburg bekennen: „Die Vermittlung
Rußlands zwischen Ssterreich und Serbien hat den
Vorzug eines schleunigen Verfahrens. Ich glaube deshalb,
daß sie jedem anderen Vorgehen vorzuziehen und
geeignet ist, zum Ziele zu führen“ (Gelbbuch 54).
Oie Antwort aus Belgrad war mir — wie übrigens auch
den anderen Kabinetten — erst am 27. durch den serbischen
Geschäftsträger mitgeteilt worden. Sie zeigte immerhin
mehr Nachgiebigkeit, als bei der bisher so anmaßenden
Haltung der serbischen Regierung Öfsterreich gegenäber
zu erwarten gewesen war. Wir telegraphierten deshalb
am as. nach Wien: Da die Antwort den Forderungen
weit entgegenkäme, dürfte die österreichische Reglerung
unseren Vermittlungsvorschlägen und denen der anderen
Mächte gegenüber nicht mehr die bisherige Jurückhaltung
beobachten. Auch Herr Sasonow schiene den oͤsterreichischen
Forderungen nicht mehr so bedingungslos ablehnend
gegenüberzustehen. Es ließe sich daher erhoffen,
daß die russische Regierung sich auch der Erkenntnis
nicht mehr verschließen würde, daß — nachdem die Mobilisation
der Sterreichisch-ungarischen Armee einmal
begonnen hätte — schon die Waffenehre den Einmarsch
in Serbien erheische. Sie würde sich hiermit um so eher
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