Humboldt, dem der Posten gerade zusagte, obwohl er etwas untergeordneter
Natur für ihn war. Humboldt war vor zehn Jahren
nach kurzem Staatsdienste aus dem Amte geschieden und hatte
dann in Frankreich und Spanien gelebt, wobei ihn die fortwährenden
kriegerischen Ereignisse hinderten, seinem Wunsche folgend
nach Italien zu gehen. Auch der Gedanke, in den Staatsdienst
wieder einzutreten, war ihm nicht unangenehm; °) so
bot er sich zum Residenten an, welches Anerbieten von der
Berliner Regierung um so freudiger angenommen wurde, als man
gern einen begabten Mann an dieser Stelle haben wollte.
Unter dem Datum des 25. Mai 1802 erhielt Humboldt seine
Ernennung zum Residenten in Rom %) mit Akkreditierung für
ganz Italien, ?5) reiste am 14. 9. 1802 mit seiner Familie aus Tegel
ab und traf nach Aufenthalt in Verona und Mailand am 25.
November in Rom ein, wo er, in der Villa dı Malta auf dem
Monte Pincio Wohnung fand.
Aus seiner umfangreichen Instruktion, 3%) die 34 Paragraphen
zählte, sei nur das Hauptsächlichste genannt. Der neue Vertreter
wird angewiesen, den „Gang der Angelegenheiten im allgemeinen,
insbesondere in Italien, das System des Römischen Hofes
als hierarchischer Macht und das Treiben und die Bewegungen
den Exjesuiten zubeobachten.“37) Den allerdings unbedeutenden
Seehandel Preußens nach dem Mittelländischen Meere sollte er
zu heben versuchen, zu welchern Zwecke ihm auch die fünf preußBichen
Konsulate in Italien, damals fast alle unbesetzt, unterstellt
wurden (8 30 der Instruktion.) 3%)
In einer kritischen Zeit, aber unter günstiger Konstellation
der Umstände trat Humboldt seinen Posten an. Die gewaltigen
Stürme, hervorgerufen durch die englischen und französischen
88) v. Sydow, Seite 17, 27.
%) Granier, VIII, S. 572.
%) v. Sydow 8. 29, 30,
3) Granier, VIII, 473,
8, Mirbt, Gesandschaft, S. 9.
s3), Wie Humboldt sich seine Tätigkeit vorstellte, darüber vgl. Granier
VII, 446.
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