— 63 -
ahd: nhd. Aez/ u.s.w.; -r in Örffer, sauer, -min arm,
warm; -n in braun, eben; -t in alt, kalt, laut; -ht in
töricht u. a.m. Lebendig bleiben manche Suffixe,
Lebendig
die aus einem Vokal und einem oder mehreren Kon- *ebliebene
sonanten bestehen: ahd. in zur Bildung von stoffbezeichnenden
Adjektiven, z. B. eichin „eichen‘,
kupfarin „kupfern“; -ag und -ig in /istıg, ahd. bluotag
„blutig“, besonders beliebt inZusammenbildungen,
z. B. zweijährig, dreitägig, gutwillig, -isch in ahd.
diutisc „deutsch“, heimisch, neidisch, fränkisch.
Gleichwie bei den Hauptwörtern finden sich
auch bei den Figenschaftswörtern ursprünglich
selbständige Wörter als zweite Bestandteile einer
Zusammensetzung. Das häufigste dieser Suffixe ist
-lich, ursprünglich ein Substantiv: got. leik, ahd.
mhd. lich ‚Leib‘, nhd. Zerck-nam. In alter Sprache
tritt -lich häufig an Hauptwörter, Eigenschaftswörter
und Mittelwörter: ahd. brütlih ‚‚bräutlich“
eig. nach Art einer Braut,!' mhd. arbeitlich ‚„mühselig‘,
ahd. armalih „ärmlich‘“, wesentlih (wesent
ist Part. Praes. zu sein, St. wes- in gewesen)
„wesentlich“, und zahlreiche andere. In späterer
Zeit tritt -lich auch häufiger an Verbalstämme, wogegen
die Bildungen mit Substantiven zurücktreten;
nhd. gederhlich, sterblich, undenklich usw. Ueberhaupt
ist die Verwendung des Suffixes -lich schon
im Ahd. eine so mannigfaltige, dass wir hier nicht
auf alle Arten seines Gebrauchs eingehen können.
Nur eine wollen wir noch erwähnen, die Bildung
von Umstandswörtern mit -lich, ahd. -licho von
Eigenschaftswörtern, eine Bildungsweise, die besonders
im Mhd. (und Englischen, auf -Iy, z. B. truly
I Brautgestalt habend ; vgl. nhd. Rotrock, Blaujacke u.s. w
Suffixe,
Suffix‘-lich.
Adverbia
auf -lich.