Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1851. (35)

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Art.  8.

Aus  Universitäts-Mitteln  darf  nur  die  Erstattung  solcher  Verläge  gefordert
werden,  welche  lediglich  wegen  der  Verabfolgung  einer  Leiche  an  die  Universität
  erwachsen  sind.  Verläge,  welche  auch  ohne  diese  Verabfolgung  vorgekommen
  wären,  geben  den  diesfalls  sonst  Verpflichteten  zur  Last.

Wird  die  Annahme  einer  Leiche  von  Seiten  der  Universität  abgelehnt,  so“
ist  diese  nur  zur  Erstattung  der  vor  dem  Eingange  der  Ablehnungserklärung
bei  der  Verabfolgungsbehörde  entstandenen  nothwendigen  Verläge  verbunden,  sofern
  diese  überhaupt  der  Universität  obliegen.

Art.  9.

Der  Leichenfrau  desjenigen  Ortes,  von  woher  die  Ablieferung  erfolgt,  gebühren
  aus  Universitäts-Mitteln  für  jede  abgelieferte  oder  nicht  vor  der  Anmeldung
  abgelehnte  (Art.  8)  Leiche  einer  über  zwölf  Jahre  alten  Person  10  Sgr.
und  für  jede  derartige  Leiche  einer  jüngern  Person  5  Sgr.  Der  Todtengräber
des  Verabfolgungsortes  darf  die  nämlichen  Gebühren,  jedoch  nur  dann  in  Anspruch
  nehmen,  wenn  er  wegen  der  Ablieferung  Bemühungen  gehabt  hat.

Es  versteht  sich,  daß  die  Todtengräber  sowohl,  als  die  Leichenfrau,  für
Verrichtungen  außer  ihrem  Berufe  als  solche,  z.  B.  für  Botengänge,  für  das
Tragen  von  Kinderleichen  nach  Jena  u.  s.  w.  besonders  bezahlt  werden  müssen.

Art.  10.

Die  Verhandlungen  wegen  Verabfolgung  von  Leichen  an  die  Universität
Jena  sind  als  Offzial-Sachen  zu  betrachten,  deßhalb  auch  postportofrei  zu  befördern.


Von  den  Transport-Fuhren  sollen,  wenn  sie  nicht  zugleich  zu  einem  andern
Zwecke  mit  benutzt  werden,  weder  auf  dem  Hinwege,  noch  auf  dem  Rückwege
Wege=  und  Brücken-Gelder  erhoben  werden.

Art.  11.

Den  Behörden,  bezüglich  den  Agenten  wird  die  möglichste  Vermeidung  und
Verhütung  alles  desjenigen  zur  besondern  Pflicht  gemacht,  was  bei  der  Ausführung
  des  mehrgedachten  Gesetzes  das  Schicklichkeitsgefühl  verletzen  könnte.

Weimar  am  3.  April  1851.

Großherzoglich  Sächssches  Staats-Ministerinm.
von  Watzdorf.