Full text : Leitfaden der Erdkunde für Mittelschulen

Die  einzelnen  Landihaoften  Bayerns.  41

Bereinigung  von  Lech  und  Wertach  liegt  Augsburg,  bie  Hauptftadt  bes  Kreiied,
94000  €.  Die  Stadt  entitand  am  SHreuzungspunfte  der  Straßen  von  Ulm  nad)
Salzburg  und  von  Nürnberg  zum  Bodenjee;  fie  it  deshalb  ein  Mittelpunkt
dea  Handels  und  Verfehr3.  Hierzu  fommt  noch  eine  jehr  bedeutende
Industrie,  die  jich  namentlicd)  an  die  Weijerkräite  des  Lechs  fnüpft.  Bejonders
großartig  jind  die  Baurımollipinnereien  und  mebereien  jowie  die  Mafchinenfabrifen.
Aus  früherer  Zeit  befigt  die  Stadt  nod)  eine  Neihe  herrlicher  Bauten  und  Denfmäler.
  &anz  befondere  Erwähnung  verdienen  das  Rathaus  und  die  unftvollen
Brunnen.  —  Nur  durch  den  Lech  tt  von  Wugsburg  getrennt  die  oberbayerifche
Stadt  Lehhaufen,  17000  E.  Iinweit  der  Mündung  des  Ledhd  liegt  dus
tchreäbiiche  Städtchen  Rain.

In  Oberbayern  ermuchs  an  der  Sjar  und  zwar  ziemlicd  genau  in  der
Mitte  von  ganz  Südbayern  und  im  PVereinigungspunft  der  wichtigjten  Verfehrelinien
  Münden,  die  Haupt:  und  Nefidenzftadt  des  Slönigreiches,  der  Einwohner:
zahl  nach  (538  000  €.)  die  dritte  Stadt  de  Deutjchen  Neiches.t)  Durch  den
Kunjtfinn  der  bayerifhen  FFürjten  wurbe  «8  mit  präcditigen  Bauten  gejchmüct
und  zur  eviten  Kunititadi  Deutichlands  erhoben.  3  jeien  vor  allem  emvähnt
die  großen  Gemäldegulerien  (Pinakothefen),  eine  Sammlung  von  Bildhauermwerfen
des  Altertums  (Sfypiothel),  das  Nationalmufeum,  welches  Erzeugniffe  der  Künfte
und  Gewerbe  aus  früheren  Iahrhunderten  enthält,  das  neue  Deutihe  Mufeum
für  NWerfe  der  Technif  und  die  zahlreichen  prächtigen  Kirchen.  Die  Brauinduftrie  und
die  Lofomotivjabrifen  genießen  einen  Weltruj.  Die  Stadt  iit  ferner  der  Eik  ber
oberiten  itaatlichen  und  kirchlichen  Behörden,  einer  Universität,  der  Techniichen  Hoc:
jhule  und  der  Kunjtafademie.  —  Ticht  bei  München  die  Stadt  Rafing,  8000  €.
—  Ebenfalld  an  der  Slar  zreifing,  14000  E.,  der  Sit  vieler  Bildungsanitalten;
in  der  Nähe  Weihenftephan,  Akademie  für  Landwirtichaft  und  Brauerei.

Am  rechtsjeitigen  Lechhochrande  jind  bemerfenämwert  die  alten,  malerisch  ge
legenen  Städtchen  Landsberg,  6000  E.,  und  Friedberg.  —  An  ber  Paar
legt  Aihad;  ummeit  davon  das  Dorf  Wittelsbach,  wo  die  Stammburg
unferer  erlauchten  Königsfamilie  itand.  Schrobenhaujen.  An  der  Ilm
Praffenhofen  mit  ausgedehnten:  Hopfenbau;  in  der  Nähe  das  Klofter  Scheyern,
dad  Stammicdlor  der  Echyren.

.  ,  Am  Im:  Mühldorf;  Altötting,  unjern  des  Inn,  ijt  Altbayerns  be
juchteiter  Walffahrtsort.  —  Un  der  Salzad  Burghaufen,  ein  Grenzftädichen
gegen  Diterreih  in  maleriicher  Lage.

.  Im  reife  Niederbayern  an  der  Siar  Qandahut,  die  Hauptitabt  des
Regierungsbezirkes,  mit  24000  €.  Von  den  Gebäuden  ijt  befonders  bie  Martinsfire
  zu  nennen,  deren  Turm  eine  Höhe  von  133  m  hat.  Auf  dem  nahen  Ylarhodufer
  die  Bing  Trausnig.  —  Dingolfing.  —  Landau,  maleriid  am  Hodufer
ber  Star  gelegen.

Bnifchen  Ifar  und  Inn  finden  fih  die  Marktjteden  Vilsbiburg  an  ber  Vils
und  Bfarrfirdhen  im  fruchtbaren  Nottal  mit  großen  Bierdemärkten.  —-  Bmitcden
Zar  und  Donau  Abensberg,  der  Geburtsort  des  bayerifchen  Seihihtsjehreiberd
Sohannes  Turmair  (f  1534),  genennt  Aventin.

 

 

Engleber,  Boterlänbijde  Beihicdtsbildber  mit  Erläuterungen  von

)  E:
Prof.  Stödel.  Qudmwig  I  und  feine  Kunitigöpfungen.
M.  u.  M.  Weiftbes,  Leitfaden  I.  4