Full text : Geschichte des Preußischen Staates

218  Testament  des  Großen  Kurfürsten.

 

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Das  Kurfürstliche  Schloß  zu  Coln  a.  d.  Spree  im  Jahre  16
Nach  einer  Zelchnung  von  Johann  Stridbed  d.  J.  (  Tüte  P5  der  r  “  —  Berlin,
auf  etwa  die  Hälste  verkleinert.

Formen  und  Bedingungen  geschehen,  die  im  Laufe  der  Zeit  wohl  zu  eigentlichen  Regierungsrechten
  führen  konnten.  Und  eben  dies  hätte  dem  Interesse  des  Kaisers,  dem
die  Vollziehung  des  Testamentes  übertragen  war,  und  dem  Friedrich  selbst  in  dem
Schwiebusser  Revers  eine  gefährliche  Waffe  gegeben,  voll  entsprochen.  Ein  Zwiespalt
  in  der  Familie  mußte  also  die  kaiserliche  Einmischung  in  die  innere  Angelegenheit
  des  Hauses  und  Landes  nach  sich  ziehen,  die  Ssnes  zu  vermeiden  war.
Und  Friedrich  wollte,  wie  er  es  aussprach,  „nicht  der  Mann  sein,  durch  den  der
Glanz  und  die  Macht  seines  Hauses  zerrüttet  Pgirl-  ;  er  war  der  Ueberzeugung,
doch  in  dem  Sinne  zu  handeln,  mit  dem  der  Vater  geschaffen,  wenn  er  jeder
Möglichkeit  einer  Spaltung  des  Landes  sich  widersetzte.  Wesentlich  der  Vermittelung
  der  viel  geschmähten  Kurfürstin-Mutter  und  unter  Hinweis  auf  die  in
der  „Väterlichen  Ermahnung“  des  Großen  Kurfürsten  stark  hervorgehobene  Notwendigkeit
  der  Unteilbarkeit  der  Lande  gelang  3  in  der  Folge,  die  jüngeren
Brüder  gegen  reiche  Entschädigungen  zum  Verzicht  auf  die  ihnen  zugedachten
Rechte  zu  bestimmen.  Und  ohne  Gweifel  hatte  **  spenli.  Beilegung  der  Sache
für  den  Staat  den  größten  Wert.

Die  beginnende  Verständigung  in  der  Familie  erleichterte  dem  Kurfürsten  den
Anfang  seiner  Regierung  außerordentlich.  Er  war  ganz  des  Willens,  das  große
Werk  seines  Vaters  voll  zu  erhalten,  pflichtmäßig  dem  Dienste  des  Staates  sich
zu  widmen,  und  „S.  Kf.  D.  haben  demnach“,  wie  es  heißt,  „wenig  Zeit,  die  sie
nicht  in  den  Geschäften  employieren“".  Einer  seiner  ersten  Schritte  war  die  Ernennung
  seines  einstigen  Erziehers  und  bisherigen  Rates,  Eberhards  von  Danckelmann
  zum  wirklichen  Geheimrat,  und  mit  dem  tiefen  Ernste  seines  Charakters  widmete
sich  dieser  der  Aufgabe,  im  Geiste  des  dahin  gegangenen  Genius  weiter  zu  arbeiten.

Ihn  hatte  Friedrich  Wilhelm  zugleich  mit  dem  Kurprinzen  eingeweiht  in
das  Gehrimmns  des  englischen  Unternehmens,  und  wenn  dem  Prinzen  von  Oranien