Full text : Geschichte des Preußischen Staates

Albrechts  Nachfolger.  13

vererbte.  Fast  immer  treu  auf  der  Seite  des  Kaisers  stehend,  durfte  sich  diese
mancher  Förderung  durch  die  Kaiser  erfreuen.  Nach  dem  Sturze  Heinrichs  des
Löwen  erhielt  Otto  I.  herzogliche  Rechte  auch  über  die  Altmark  und  erwarb  die
Erzkämmererwürde,  die  Albrecht,  wenn  überhaupt,  so  nur  für  seine  Person  innegehabt
  zu  haben  scheint,  als  ein  der  Markgrafschaft  selbst  zustehendes  Recht.  Auch
hat  Otto,  der  mehrfach  gegen  die  Pommern  vorgedrungen  war,  die  Lehenshoheit
über  dieses  Land  erworben,  und  längere  Zeit  hindurch  behauptet.  Ein  dauerndes
Verdienst  um  Deutschland  erwarb  sich  Albrecht  II.  durch  die  große  Energie,  mit
welcher  er  die  Dänen,  die  sich  an  den  deutschen  Küsten  festsetzen  wollten,  bekämpfte
und  ihnen  die  Herrschaft  über  die  Südküste  der  Ostsee  entriß.  Andererseits  aber
mußten  Albrecht  II.  und  sein  Bruder  Okto  II.,  durch  kirchlichen  Bann,  wie  es
scheint,  stark  gefährdet,  vielleicht  auch  in  der  durch  den  zeitweisen  Mangel  an  Söhnen
hervorgerufenen  Hoffnung,  ihren  weiblichen  Nachkommen  die  Erbfolge  zu  sichern
oder  durch  die  Absicht  des  Erzbischofs,  ihren  sächsischen  Vettern  das  Erbe  zu  enlziehen,
  gezwungen,  ihren  Allodialbesitz  dem  Erzbistum  Magdeburg  zu  Lehen  auftragen,
  wodurch  für  die  Folge  schwere  Bedrängnisse  heraufbeschworen  wurden.
Indessen  die  Gefahr  des  Aussterbens  ging  glücklich  vorüber.  Albrechts  Söhne
Johann  I.  und  Otto  III.  wurden  in  den  Streit  der  Hohenstaufen  und  Welfen
tief  hineingezogen  und  erwarben  sich  um  dessen  Beilegung,  nachdem  ihnen  der
Kaiser  nach  mannigfachen  Weiterungen  1231  die  Belehnung  mit  Brandenburg,
zugleich  aber  auch  mit  Pommern  erteilt  hatte,  erhebliche  Verdienste.  Auch  war
ihr  Ansehen  im  Reich  ein  so  großes  daß  Markgraf  Otto  bei  der  Kaiserwahl  von
1257  gewählt  werden  sollte.  Für  die  Mark  und  beibr  Germanisierung  aber  war
ihre  Regierung  von  einschneidender  Bedentung.  Der  langjährige  Zehntstreit  mit
dem  Bischof  von  Brandenburg  wurde  beigelegt,  heiße  Kämpfe  mit  den  hestigsten
Gegnern  der  Mark,  dem  Erzbischof  von  Magdeburg,  dem  Bischof  von  Halberstadt
und  dem  Markgrafen  von  Meißen  endeten  schließlich  mit  dem  Siege  der  beiden
Brüder.  Wichtiger  aber  waren  ihre  meist  auf  dem  Wege  des  Vertrages  gemachten
Erwerbungen,  der  Barnim  und  Teltow,  ein  großer  Teil  der  Uckmark,  die  Oberlaufit
  im  Süden,  die  Länder  Lebus,  Steruberg,  die  Gebiete  an  der  Warthe  und
Netze.  Damit  war  zugleich  der  Grund  der  späteren  Neumark  gelegt,  und  seit  der
Gründung  der  Stadt  Frankfurt  der  Handel  auf  der  Oder  in
märkische  Hände  übergegangen.  Ueberhaupt  ließen  sich  beide
Markgrafen  wie  die  Pflege  der  Kultur  so  gerade  auch  die  des
Handels,  sowohl  des  Absatzes  der  Erzeugnisse  des  Landes,
wie  die  Durchführung  fremder  Erzeugnisse  besonders  angelegen
sein.  Ein  sehr  günstiges  Privileg  König  Wilhelms
(1252)  eröffuete  dem  brandenburgischen  Handel  den  leichtesten
Eingang  in  die  Niederlande,  und  mit  der  erfolgreichen  Be=  ratteat  Markgras
lämpfung  der  Pommern  (1250)  wie  mit  der  Belehnung  über  Onos  11.
die  wichtigste  Handels=  und  Seestadt  Lübeck  durch  König  1
Wilhelm  erlangte  Vrandenburg,  obwohl  die  Stadt  die  Be-  in  Cnalsalbröb
lehnung  nicht  anerkannte,  eine  hervorragende  Machtstellung  Der  gepanzerie  und  bebelm#e
an  der  See,  die  zugleich  für  den  Verkehr  und  den  Wohlbäohhwozenered
stand  des  Landes  tiefgreisende  Folgen  hatte.  Mit  dem  atn  nenn
leichteren  Absatz  stieg  der  Wert  des  Acker=  und  Wald--  à#1⅜

baues,  mit  ihm  und  dem  ausgedehnten  Durchgangshandel  dneln

 

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