Die Gemeinde. 27
Selbst die so musterhafte Hannoversche Gemeinde-Organisa—
tion hat noch einzelne der besonders im Lüneburg'schen in der
Bremischen Geest und in Theilen des Hoya'schen zahlreich vor—
handenen ganz kleinen Verbände bestehen lassen, die einer kommu-
nalen Entwickelung völlig unfähig sind.
Die Aufhebung dieser Scheingemeinden erscheint um so unbedenk-
licher, als in ihnen kommnunales Leben sich nicht hat entwickeln können,
hier also auch Nichts zerstört werden kann. Gleichwohl hat ein un-
berechtigter Partikularismus in diesen Gebilden seine engherzig berech-
nenden Privatinterressen unter dem Deckmantel publizistischer Bedeutung
nur zu häufig zur Geltung zu bringen gewußt. Gegen diesen ist nur
entschiedenes auf festen Grundsätzen fußendes Vorgehen erfolgreich an-
zuwenden. Es gilt, mit kräftigem Schnitt das todte Holz zu entfernen,
damit die gesunden Zweige erhalten werden und kräftiger treiben
können.
Die Gemeinde beruht — wie oben (II A, 1) näher erörtert ist —
vor Allem auf der durch örtliche Zusammengehörigkeit bedingten In-
teressengemeinschaft. Was örtlich verbunden ist, darf nicht künstlich
zerrissen werden. So ist der Fall denkbar, daß Gemeinden durch Er-
weiterungen — vielleicht nach einem gemeinsamen Mittelpunkt (Bahn-
Landgemeinden. Gutsbezirke.
Provinz. Anzahl. Gesammte urch Anzahl. Gesammte Durch-
Civilbevölkerung. Civilbevölkerung.
Preußen 7733 1,873,674 242 4183 524,417 125
Posen 3172 783,369 247 1925 336,317 175
Brandenburg 3226 1, 106, 329 343 1933 217,854 113
Pommern 2072 634,752 306 2467 358,598 145
Schlesien 5630 2,533,932 450 3222 223,915 69
Sachsen 3048 1,216,966 408 984 52,716 54
Westphalen .. . 1511 1,244,281 823 53 3,177 60
Rheinland 3168 2,203,041 695 14 351 25
Sigmaringen. 118 52,984 449 — — —
Schleswig . .. . 961 500,400 521 285 178,484 626
Hannover 4065 1,451,984 357 195 15,150 78
Hessen Nassau. 2229 962,596 1 432 25 3,224 129
Summa 36,932 14,564,308 394 15,286 1,914,203 125