Bayern unter Maximilian J. 257
fürsten-Collegium die gebührende Abfertigung. Det bald
darauf (15. Februar 1637) erfolgte Tod Ferdinands II und
der milde Sinn seines Sohnes und Nachfolgers Ferdin and III
(1637—1657) gaben Hoffnung auf Frieden, aber weder Frankreich
noch Schweden waren hiezu geneigt, weil ihnen ihre
bisherigen Eroberungen zu gering dünkten. Bayerns Kurfürst
Maximilian, der bisher unter allen deutschen Fürsten dem
vom Kaiserhause vertretenen Rechte die größten Opfer gebracht
hatte, sah wohl ein, daß sich der Uebermuth des Auslandes nur
durch zähen Widerstand brechen lasse, und versäumte daher nicht,
auch ferner in den Gang der Ereignisse durch Rath und That
einzugreifen.
Schon im folgenden Jahre (1637) halfen bayerische Truppen
dem kaiserlichen General Gallas den schwedischen Führer Banér
nach Hinterpommern zurückdrängen, bis sie Kurfürst Maximilian
I nach Hessen abrief. In Hessen und Westphalen
kämpften bayerische Krieger unter dem ligistischen General Grafen
von Götz und eine andere Abtheilung Bayern nahm in Vereinigung
mit kaiserlichen Soldaten Lahnstein am Rhein und belagerte
das unterhalb gelegene wichtige Ehrenbreitstein, damals
noch Hermannstein genannt. Die Freude, welche die
am 26. Juni 1637 hauptsächlich durch Johanns von Werth
Bravour erfolgte Einnahme der für unbezwinglich gehaltenen Veste
Ehrenbreitstein erregte, ward durch die Nachricht getrübt,
daß der Herzog Karl III von Lothringen und Merch zwei
Tage vorher durch Bernhard von Weimar bei Gray in
Hochburgund eine empfindliche Niederlage erlitten habe. Vom
Glücke berauscht rückte Bernhard von Weimar von der Stätte
des Sieges in's Elsaß bis Rheinau und warf bei dem gegenüberstehenden
Orte Wittenweyer im Breisgau Schanzen auf.
Aber in seiner Abwesenheit überrumpelte Johann von Werth
am 22. Oktober 1637 diese Schanzen und brachte sowohl
diese als auch die bei dem nahen Drusenheim von den Franzosen
besetzten Schanzen in seine Gewalt. Bernhard von
Weimar faßte jetzt den Plan, den Krieg tiefer in sein verrathenes
Vaterland hineinzutragen. Im Jahre 1638 überraschte
er die bei Rheinfelden in große Sicherheit gewiegten Kaiserlichen,
schlug sie am 21. Februar 1638 und machte vier Generale,
Johann von Werth, Savelli, Enkeford und Sperreuter
zu Gefangenen !). Die Folge war, daß Rheinfelden, Röteln
*) Johann von Werth wurde zur Befriedigung der neugierigen Fran-Sattler,
bayer. Geschichte. 17