Die Rämische Kurie. (September Anfang.) 363
Die „Germania“ begleitet den Abdruck des Schreibens mit
folgenden Ausführungen:
„Mit dem Empfänger des herrlichen päpstlichen Schreibens, dem hochverehrten
Präsidenten der Freiburger Versammlung, der um die katholische
Sache sich schon so viele Verdienste erworben hat und auch die Freiburger
Generalversammlung so vortrefflich leitete, werden zunächst alle Mitglieder
und Teilnehmer dieser großartigen Veranstaltung katholischen Lebens, und
weiterhin alle treuen deutschen Katholiken hocherfreut sein über eine Kundgebung
von der höchsten kirchlichen Stellung, welche so voller Befriedigung
ist über die Glaubenstreue, Charakterfestigkeit und Unerschrockenheit der deutschen
Katholiken, welche deren Kundgebungen so hoch schätzt, einen „Trost"
in ihnen findet und den deutschen Katholiken ausdrücklich die Freude des
hl. Vaters bezeugt, daß sie es gewesen sind, welche den Anfang gemacht
haben mit jenen Revindikationen in der römischen Frage, für welche der hl.
Vater nun die Aeußerungen der „einmütigen Begeisterung“ der katholischen
Völker nicht nur, sondern auch den Eifer aller Gleichstrebenden erwartet.
Wie die preußischen Bischöfe, so haben auch die schweizerischen schon Zeugnis
abgelegt für die heilige große Sache des Rechtes der Kirche und der Freiheit
des Papsttums; wie die deutschen Katholiken, so werden auch die belgischen
in nächster Zeit schon, dann Spanien und andere Völker ihre Stimme
erheben, der katholische Erdkreis wird von einem Ende zum anderen in
leichem Sinne in Bewegung kommen, alles, was christlich und konservativ
ist und die Grundfesten des Rechtes, der Ordnung und der Zivilisation nicht
der Erschütterung preisgeben will, wird, nach der Hoffnung des hl. Vaters
wie der in Freiburg versammelten Männer, dieser katholischen Einmütigkeit
sich anschließen, auf die Dauer werden auch die Regierungen sich nicht fernhalten
können, werden auch ihrerseits zwischen den zerstörenden und den aufbauenden
Mächten der Zeit unterscheiden lernen und eine Wahl treffen müssen
— und von der Sühnung des in Rom am 20. September 1870 begangenen
Verbrechens kann dann die Morgenröte einer besseren, wieder auf Christentum,
Sittlichkeit und Gerechtigkeit gegründeten Zeit anheben, und für die
erschütterte Menschheit wieder eine neue Periode wirklichen Glücks beginnen!
Das walte Gott!"