Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1821. (12)

Zur  Einführung.  XV

Ich  habe  darauf  in  der  „Deutschen  Tageszeitung“  unter  der  Uberschrift
  „Ein  Kritiker“  das  Folgende  ausgeführt:

„Der  Herr  Professor  ist  sehr  unzufrieden  mit  dem  Texte  der  dritten
Auflage,  politisch  unzufrieden.  Er  beweist  nun  zwar  nicht  die  NRichtigkeit
seiner  Auffassungen  und  die  Unrichtigkeit  der  meinigen,  versucht  es  gar
nicht;  aber  er  macht  es  mir  zum  schweren  Vorwurfe,  daß  und  wie  ich  den
Text  der  dritten  Auflage  gegenüber  dem  der  ersten  geändert  und  ergänzt  habe.
Er  betrachtet  es  als  für  mich  peinliche  „Entdeckungen“,  wenn  er  die  Unterschiede
  sucht  und  findet,  wie  er  sagt,  bei  der  intimsten  Kleinarbeit  überrascht“.
  Wenn  ein  erwachsener  Professor  das  glaubt  und  die  Genugtuung
sittlicher  Entrüstung  dabei  empfindet,  so  bin  ich  der  letzte,  ihm  sein  Vergnügen
  zu  verkümmern.  Komisch  ist  es  aber;  denn  ich  habe  nie  ein  Hehl
aus  den  Änderungen  und  Ergänzungen  der  dritten  Auflage  gemacht,
sondern  ihre  Notwendigkeit  betont  und  dargelegt:  im  Vorwort  zur  dritten
Auflage  —  auf  deren  Titelblatt  steht:  „völlig  umgearbeitet“  —,  in  einem
Artikel,  im  Vorwort  zur  vierten  Auflage.  ZIch  verweise  auf  die  dort  gemachten
  Darlegungen  und  wiederhole  nur  zusammenfassend:  die  Anderungen
  waren  und  sind  meiner  Uberzeugung  nach  notwendig,  weil  inzwischen
  eine  Fülle  neuen  Stoffes  vorlag  und  kam,  weil  aus  vielen  Hypothesen
  und  Möglichkeiten  Tatsachen  geworden  waren,  weil  durch  die  abschließende
  Tatsache  des  Krieges  eine  Menge  Fragen  sich  beantworteten
und  manche  —  noch  lange  nicht  alle  —  Gründe  für  Zurückhaltung  und
Vorsicht  im  Ausdruck  und  Urteil  weggefallen  waren.  Daß  dieses  alles
benutzt  werden  mußte,  ist  eine  Selbstverständlichkeit;  ebenso  daß  durch
das  Neue  manches  frühere  Urteil  über  Vorgänge  und  auch  Perfonen  sich
änderte.  Daß  diese  Urteile  Herrn  Professor  Beit  Balentin  in  Zorn  und
beilige  Entrüstung  versetzen,  —  das  zu  sehen  ist  mir  eine  besondere  Freude.
Sein  Zorn  reißt  ihn  so  weit  hin,  daß  er  mir  unterstellt:  ich  hätte  die  Anderungen
  vorgenommen,  um  zu  beweisen,  daß  England  der  Feind  sei,  und
daß  die  deutsche  Politik  nicht  auf  der  Höhe  gestanden  habe.  Außerdem
stellt  er  die  Beh#uptung  auf:  ich  glaubte,  England  habe  nichts  als  den  Krieg
gewollt.  Diese  Behauptung  ist  bewußt  unrichtig,  denn  der  Professor
hat  das  Buch  Wort  für  Wort  durchgelesen  und  weiß  deshalb,  daß  ich
Englands  Politik  Deutschland  gegenüber  charakterisiere:  Krieg  oder  deutsches
  Nachgeben.  Das  ist  ein  sehr  großer  Unterschied.

„Professor  Beit  Balentin  versteigt  sich  dann  —  und  das  ist  wohl
der  Zweck  der  ganzen,.  Ubung  —  zu  dem  folgenden  Exorzismus:  (hier
folgt  die  oben  schon  angeführte  „öffentliche  Warnung“  vor  dem  Autor
und  seinem  Buche).

„Oie  öffentliche  Warnung  vor  Buch  —  eben  erscheint  die  vierte  Auflage
  —  und  Person  des  Autors  in  aller  ihrer  Feierlichkeit  und  wünschens-