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Brotfruchtbau zu Futterbau und Viehhaltung war ein so tiefein—
greifender Prozeß, daß es des Beispiels eines Mustergutes wie Ur—
ville bedurfte, um den Lothringer Landwirt erfolgreich zu belehren
und wirksam anzuregen. Ein Gleiches gilt von dem Abweichen
des von altersher beliebten Kleinpächterwesens zur Selbstbewirkschaftung
oder wenigstens zur einheitlichen Verpachtung.
Das ganze kaiserliche Anwesen in Arville ist seit dem Ankaufe
beträchtlich vergrößert und auch bedeutend verschönert worden. Es
umfaßt heute ohne Wald und Park über 200 Hektar, wovon
168 Ackerland, 34 Wiesen und 1,5 Hof und Garten bilden. Hier,
wo von der Bedeutung der Kaiserdomäne Urville für den Bezirk
Lothringen die Rede ist, dürfte wohl ein Hinweis auf das seit 1908
bestehende 4 Hektar große ständige Versuchsfeld, das mit einer
Wi’* schen Station I. Ordnung verbunden ist, nicht fehlen.
Dieses Feld wurde von der landwirtschaftlichen Versuchsstation in
Metz eingerichtet.
Verlassen wir nun das Hofgut, um noch einen Blick auf das
Schloß und seine Amgebung zu tun. Die Lage der rviller Kaiserpfalz
ist eine besonders anmutige an dem Abhange eines sanft
ansteigenden Hügels, vor dem sich ein herrlicher Wiesenteppich ausbreitet,
während der prächtige Park mit seinen alten Eichen und
Tannen den Hintergrund bildet. Die Front des Schlosses ist nach
Südosten gerichtet, von einem Ziergartken umgeben, in dessen Mitte
eine Fontaine besonders hervortrikt.
Das Schloß selbst hebt sich in einer Lichtung des Parkes mit
seinen vierkantigen Türmen wirkungsvoll vom Hintergrund ab und
ruft bei dem Beschauer einen freundlichen idyllischen Eindruck hervor.
Von der überdachten Rampe her betritt man den Vorraum mit
dem Zugang zum großen Speisesaal. Rechts davon befinden sich
Empfangszimmer, auf der linken Seite die Anrichteräume. Eine
breite Treppe führt in den zweiten Stock, der mit dem dritten
Stocke die Hauptwohnräume für die kaiserliche Familie enthält.
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