Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1891. (25)

  378  

(Nr.  1974.)  Handelsvertrag  zwischen  dem  Deutschen  Reich  und  Marokko.  Vom  1.  Juni  1890.

Seine  Majestät  der  Deutsche  Kaiser,  König  von  Preußen  etc.  etc.  etc.  einerseits  und
Seine  Scherifische  Majestät  der  Sultan  von  Fez,  Marokko,  Sus  etc.  etc.  etc.
andererseits,  von  dem  Wurnsche  geleitet,  die  bestehende  Freundschaft  zu  befördern
und  die  Handels-  und  Schiffahrtsbeziehungen  zwischen  ihren  Ländern  und  Staatsangehörigen
  auszudehnen,  haben  beschlossen,  eine  besondere  Handelskonvention
abzuschließen  und  haben  zu  diesem  Ende  zu  Ihren  Bevollmächtigten  ernannt:

Seine  Majestät  der  Deutsche  Kaiser

Allerhöchstihren  Ministerresidenten,  Legationsrath  Grafen  von  Tattenbach,


Seine  Scherifische  Majestät

Allerhöchstihren  Vezier  für  Auswärtige  Angelegenheiten  Sid  Mohamed
Ben  el  Mofdel  Ben  Mohamed  Garit

und

Seine  Umanas  die  Herren  El  Arbi  Ben  Achmed  Benani,
El  Arbi  Ben  Abdel  Resak  Ben  Schakrun,  Abd  el  Kerim
Ben  Hadj  Kadur  Benis,  Mohamed  Ben  el  Hadj  el  Tacher
el  Asrak,  Mohamed  Ben  el  Tchami  Cohen,  Azuz  Ben
el  Kebir  Ben  Kiran,  Mohamed  Ben  Abd  el  Kebir  el  Tazi,
Abd  el  Uahab  Ben  Mohamed  Benis,  El  Abbas  Ben  Mohamed
  Berada,  Edris  Ben  Achmed  Benani,  El  Hadj
el  Arbi  Ben  Abd  el  Kerim  Ben  Mussa,  Edris  Ben  Mohamed
  Berada,  El  Tacher  Ben  el  Tehami  Benani,  Mohamed
  Ben  el  Arbi  Berada,  Ben  Naser  Ben  Schelun,  Ben
Naser  Ben  Mohamed  el  Heluh,  Mohamed  Ben  el  Kebir
Benis,  Mohamed  Ben  el  Nebbi  Ben  Schelun,  Mohamed
Brischa,  El  Taijeb  Benani,

welche  die  gegenwärtige  Konvention  unterzeichnet  haben,  nachdem  sie  sich  über
nachstehende  Artikel  geeinigt  hatten.

Artikel  1.

Es  soll  dauernde  und  unwandelbare  Freundschaft  bestehen  zwischen  Seiner
Majestät  dem  Deutschen  Kaiser  und  Seiner  Majestät  dem  Sultan  von  Marokko,
sowie  zwischen  ihren  Reichen  und  Reichsangehörigen.  Zwischen  beiden  Reichen
soll  gegenseitige  Handelsfreiheit  bestehen.  Zu  diesem  Zweck  verpflichtet  sich  ein
jeder  der  Hohen  vertragschließenden  Theile  den  Unterthanen  des  anderen  Theils
alle  Rechte,  Vortheile  und  Privilegien  zuzusichern  und  zu  gewähren,  welche  seitens
des  einen  wie  des  anderen  Theiles  den  Angehörigen  der  meistbegünstigten  Nation
zugestanden  sind  oder  künftig  zugestanden  werden.