310 Isien. (März 15.—Juni 12.)
15. März. (Krieg.) An Stelle Kuropatkins, der die erste
Armee übernimmt, wird General Lenewitsch zum Oberbefehlshaber
ernannt.
26. März. (Japan.) Die vierte innere Anleihe wird gezeichnet.
Das kaiserliche Haus zeichnet allein 20 Millionen Ben.
Anfang April. (Turkestan.) Indische Zeitungen berichten
von russischen Truppenverschiebungen in Turkestan und von Verstärkungen
der Truppen im Pamirgebiet.
4. April. (Britisch-Indien.) Ein Erdbeben richtet von
Agra bis Simla große Verheerungen an.
April. (Indien.) Nach Mitteilungen des Indischen Amtes
sind an der Pest gestorben im Januar 126526, im Februar 125041
und im März ungefähr 150000 Personen.
April. Mai. (Krieg.) Herannahen der russischen Flotte.
Die russische Flotte unter Roschdestwensky passiert Singapore. —
Vom 12. April bis 8. Mai hält sie sich in den französischen Territorialgewässern,
der Kamrah= und Honkohebucht, auf; am 9. vereinigt sie sich
mit dem zweiten Geschwader unter Nebogatow bei Saigon.
Anfang Mai. (Japan.) Die öffentliche Meinung protestiert
scharf gegen den Aufenthalt der russischen Flotte in der Kamrah-=bucht.
Handelskreise erwägen den Abbruch der Handelsbeziehungen
zu Frankreich.
26. Mai. (Japan.) Der Minister des Auswärtigen Baron
Komura erklärt, der Krieg werde noch lange dauern und er rechne
auf den Patriotismus der Geschäftswelt. Nach dem Kriege müsse
man das Einströmen fremden Kapitals erleichtern.
27./28. Mai. Niederlage der Russen in der Seeschlacht bei
Tschusima. Die russische Flotte, die 11 Linienschiffe, 5 große und
4 kleine Kreuzer stark ist, verliert alle Linienschiffe, 3 große und
2 kleine Kreuzer.
Mai—August. (Krieg.) Auf dem Kriegsschauplatze in der
Mandschurei finden zahlreiche kleine Scharmützel statt; die Fronten
der Armeen bleiben im allgemeinen unverändert.
12. Juni. (Japan.) Die Regierung antwortet auf den
Friedensvorschlag Roosevelts:
Da die kaiserliche Regierung im Interesse sowohl der ganzen Welt
wie auch Japans die Wiederherstellung des Friedens mit Rußland auf
Grund von Bedingungen, die seine Dauer durchaus gewährleisten können,
wünscht, wird sie dem Vorschlag des Präsidenten Roosevelt folgen und
Bevollmächtigte ernennen, welche mit den russischen Bevollmächtigten an
einem Ort und in einer Zeit, die beiden Parteien angenehm und gelegen
sind, zusammentreffen sollen, um die Friedensbedingungen direkt und aus-