Gesetz-Sammlung
fuͤr die
Königlichen Preußischen Staaten.
No. 13.——
(No. 2008.) Allerhöchste Kabinersorder vom 11. April 1839., betreffend den Zinsfuß für
die, aus den Deposikorien der Gerichts= und Vormundschaftsbehörden, bei
der Bank belegten Kapicalien.
Auf Ihren Bericht vom 11. v. M. finde Ich es aus den von Ihnen angefuͤhrten
Gruͤnden angemessen, daß von den aus den Depositorien der Vormundschaftsbehoͤrden
bei der Bank angelegten, majorennen und minorennen Theilnehmern
gemeinschaftlich gehoͤrigen Geldern bis zur Theilung Zwei und ein halbes
Prozent an jaͤhrlichen Zinsen bewilligt werden. Diesemgemaͤß ist der Zinsfuß
fuͤr die aus den Depositorien der Gerichte und Vormundschaftsbehoͤrden bei
der Bank belegten Kapitalien nunmehr in nachstehender Art zu reguliren. Die
Bank hat an Zinsen zu zahlen:
A. Bei dem Pupillar-Deposital-Verkehre:
1) für Gelder der Minderjährigen und Blödsinnigen, deren Vermögen für
Rechnung derselben von vormundschaftlichen Behörden verwaltet wird,
bis zum Tage der erreichten Masorennitct oder Aufhebung der Blödsinnigkeitserklärung,
drei Prozent;
2) für Gelder, welche Majorennen und Minorennen gemeinschaftlich gehsren,
zwei und ein halbes Prozent;
3) für Gelder, deren Nießbrauch Majorennen gebührt, imgleichen für Gelder
der Abwesenden, Verschwender und anderer Majorennen, mit Ausnahme
der Blödsinnigen, zwei Prozent;
B. bei dem Judizial-Deposital-Derkehre
1) für Gelder, welche zu Konkurs-, Liquidations-, Gehalts= und Pensions-Abzugs=
und andern Prioritätsstreit-Massen gehören, und für solche,
über welche Prozesse schweben, zwei und ein halbes Prozent;
und 2) in allen übrigen Fällen zwei Prozent.
(No. 2008—2000.) Jahrgang 1139. An Sie
(Ausgegeben zu Berlin den 21. Mai 1839.)