76 Bayern unter dem Babenberger Leopold.
Bayern gab er seinem eigenen Halbbruder Leopold*), dem
fuͤuften österreichischen Markgrafen dieses Namens.
&48. Herzog Leopold von Bayern (1138 — 1141),
der Babenberger, hatte große Mühe, sich im Besitze seines Herzogthums
zu behaupten, denn während Heinrich der Stolze in
Sachsen gegen Albrecht den Bären in den Kampf ging,
cröffnete Welf III, Heinrichs des Stolzen Bruder, in Bayern
den Krieg, um dieses Land wieder an das Geschlecht der Welfen
zu bringen. Der unerwartet frühe Tod Heinrichs X (1 20. Okt.
1139) änderte nichts an der Sache, weil Welf III für seines
verlebten Bruders zehnjährigen Sohn Heinrich, der nachmals
„der Löwe“ zugenannt wurde, und für seine eigenen Ansprüche
den Widerstand fortsetzte. Am erbittertsten ward der Kampf beie
Weinsberg geführt, welche Veste wahrscheinlich Welf III als
Allodialerbe seiner Gattin Uta, der Erbtochter des reichbegüterten
Rheinpfalzgrafen Gottfried von Calw, Konrad aber als ein
mit Gottfrieds Tod (1 1131) dem Reiche heimgefallenes Lehen
betrachtete und durch Belagerung in seine Gewalt zu bringen
suchte. Der Krieg zog sich in die Länge und endete damit, daß
Weinsberg in die Hände Konrads feel (21. Dez. 1140) 2).
Trotz dieses Verlustes stand Welf III nicht vom Kampfe
ab, bis demselben wenigstens im Großen nach dem Ableben
Leopolds (18. Oktober 1141 zu Niederaltaich) der Umstand
ein Ende machte, daß Leopolds Bruder Heinrich II, mit dem
Beinamen „Jasomirgott“ (von seiner gewöhnlichen Betheurung
so genannt) sich mit Gertrud, der jungen Wittwe Heinrichs
die er nach der Eroberung des wendischen Landes jenseits der Elbe Mark
Brandenburg nannte.
*) Die Verwandtschaft Konrads III und Leopolds V zeigt nachstehende
Tafel:
Agnes, des Kaisers Heinrich IVTochter;
1. Gem.: Herzog Friedrich von Schwaben, 1105.
2. Gem.: Markgraf Leopold IV von Babenberg, 1 1136.
1 I II II
Friedrich,HerzogvonKonrabIII,LeopoldV,HeinrichJasomir-Schwaben,
1 1147. deutscher König 1 1141. gott, 1 1172.
1 1152.
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