78 Bayern unter Heinrich XII, dem Löwen.
Welf III mit Toskana, Spoleto und Sardinien und
drang gleichzeitig in den Bayernherzog Heinrich XI Jasomir-=gott,
sein Herzogthum an Heinrich den Löwen abzutreten.
Allein Jasomirgott wies dieses Ansinnen zurück und versagte
(1154) selbst der Entscheidung der Reichsversammlung zu Goslar,
welche das Herzogthum Bayern Heinrich dem Löwen zusprach,
die Unterwerfung. Friedrich Barbarossa verfolgte für den
Augenblick diese Angelegenheit nicht weiter, denn er trat in demselben
Jahre noch seinen ersten Römerzug an, auf welchem ihn
Heinrich der Löwe und Otto von Wittelsbach, des oben
erwähnten Pfalzgrafen Otto IV eltester Sohn, begleiteten.
Beide machten sich auf diesem Zuge um Barbarossa erheblich
verdient: der Löwe schützte den Kaiser zu Rom bei einem
tückischen Angriffe, den die Römer auf des Kaisers Leben machten,
vor den andringenden Feinden und trieb sie zurück, der
Wittelsbacher aber öffnete dem Kaiser auf dem Rückwege den
ihm verlegten Engpaß Chiusa bei Verona (die Veroueserklause),
indem er die Meuterer umging und im Rücken angriff (1155).
Dafür erhielt Otto bald darauf die bayerische Pfalzgrafenwürde,
die 1155 mit dem Tode seines Vaters Otto IV ledig
wurde, der Löwe dagegen ward vom Kaiser auf einem großen
Reichstage zu Regensburg am 8. Sept. 1156 mit dem Herzogthum
Bayern belehnt, nachdem er die Zustimmung gegeben,
daß die Mark Brandenburg von Sachsen, und die Ostmark
nebst drei bayerischen Grafschaften von Bayern
abgelöst werde. Die Ostmark mit den drei bayerischen Grafschaften
erhob der Kaiser zu einem selbstständigen Herzogthum
*7) und verlieh dieses dem Heinrich Jasomirgott, die
Mark Brandenburg erhielt Albrecht der Bär als Entschädigung
für das ihm entzogene Herzogthum Sachsen.
50. Herzog Heinrich XII von Bayern (1156—1180),
der Löwe, kümmerte sich nach dem Reichsfage zu Regensburg
*) Das neu errichtete Herzogthum Oesterreich faßte in sich das Land
von der Enns abwärts bis zur Leitha und außerdem drei vormals
bayerische Grafschaften zwischen der Enns aufwärts zum Inn her,
welche nachmals Oesterreich ob der Enns genannt worden sind.