Full text : Armee-Verordnungs-Blatt Zehnter Jahrgang (10)

—  1—

Armee-Verordnungs-Rlatt.

Herausgegeben  vom  Kriegs-Ministerium.
10.  Jahrgang.  Gerlin,  den  5.  Jannar  1876.  Nr.  1.
Gedruckt  und  in  Kommission  bei  E.  S.  Mittler  &  Sohn,  Königliche  Hofbuchhandlung,  Kochstraße  69.

 

 

Der  vierteljährliche  Pränumerationspreis  dieses  Blattes  beträgt  1.K.50  J.  Abommirt  kaun  werden:  außerhalb  bel  den
oftanstalten  und  bel  den  Buchhandlungen,  in  Berlin  bei  der  Expedition,  Kochstraße  69.

Bei  Letzterer  erfolgt  auch  der  Berkauf  einzelner  ern  dieses  Blattes;  der  Preis  derselben  richtet  sich  nach  der  Anzahl

der  Druckbogen;  seder  Druckbogen  von  8  Seiten  wird  dabel  mit  20  J.  berechnet,  falls  nicht  für  einzelne  Nummern  noch

besonders  elne  Preisermäßlgung  festgesetzt  ist.

Nr.  1.
Einbehaltung  und  Abführung  der  außer  Kurs  gesetzten  resp.  aus  dem  Berkehr  zu  ziehenden  Landesmünzen.


Berlin,  den  29.  Dezember  1875.

Der  Herr  Finanz-Minister  hat  wegen  Einbehaltung  und  Abführung  der  außer  Kurs  gesetzten  resp.  aus  dem
Verkehr  zu  ziehenden  Landesmünzen  unterm  6.  Dezember  1875  die  nachstehend  abgedruckte  Cirkular-Verfügung

an  die  Käniglichen  Regierungen  rc.  erlassen,  welche  hierdurch  bekannt  gemacht  wird.
Kriegs-Ministerium.
v.  Kameke.
No.  605.  12.  75.  M.  O.  D.  1.

Die  Königliche  Regierung  mache  ich  darauf  aufmerksam,  daß  folgende,  noch  nicht  außer  Kurs  gesetzte,
Münzen  nicht  nur  Mierrgischen,  sondern  Überhaupt  Deutschen  Gepräges  von  den  Königlichen  Kassen  und  von
den  Hassen  der  unter  Staatsaufsicht  stehenden  Institute  nicht  wieder  zu  verausgaben,  sondern  in  möglichst  aberundeten
  Beträgen,  —  nach  den  Sorten  getreunt  —  kassenmäßig  verpackt  und  bezeichnet,  mit  thunlichster
Peschlemmienng  an  die  zunächst  gelegene  Kaiserliche  Postkasse  gegen  Ersatz  abzuliefern  sind:

a.  Die  Doppelthaler  und  die  denselben  im  Werthe  gleichstehenden  Dreieinhalbguldenstücke  süddeutscher
  Währung.  Die  Vercinsthaler  österreichischen  Gepräges  bleiben  von  dieser  Anordunng
unberührt,  sind  also  von  den  Königlichen  Kassen  nach  wie  vor  wieder  zu  verausgaben.

b.  Die  von  1750  bis  1822  einschließlich  geprägten  Einthalerstücke.

c.  Die  Eindrittelthalerstücke.

d.  Die  bis  zum  Jahre  1769  einschließlich  geprägten  Einsechstelthalerstücke.

e.  Die  nach  dem  Konventiensfuse  ausgeprägten  Einzwölftelthalerstücke  Braunschweig-Lüneburgischen
bezw.  Hannoverschen  Geprägcs  (mit  dem  springenden  Pferde).

f.  Die  Ein=  und  Einhalb-Silber=  (auch  Neu-)  Groschenstücke.

g.  Folgende  durch  den  Umlauf  im  Gepräge  undentlich  gewerdene  Münzen:

Einzwölftel-Thalerstücke,
Einünfzehntel,  Thalerstiie,
auf  der  Zehntheilung  des  Groschens  bernheude  Zweipfennigstücke
nach  der  Zehn=  oder  Zwölftheilung  des  Groschens  ausgeprägte  Einp  ennigstücke.
Auch  von  den  Übrigen  Münzen  sind  diejenigen  Stücke,  welche  in  Folge  längerer  Cirkulatien  und
#nutung  an  Gewicht  oder  Erkennbarkeit  erheblich  eingebüßt  haben,  nicht  wieder  zu  verausgaben,  sondern
von  den  Regierungs-  (Bezirks-)  Haupt-Kassen  in  Aufbewahrung  zu  nehmen,  und  bhe  ich  der  Einreichung