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Reformation, zur Unterdrückung des deutschen Elementes, welches
in der Neformation vorwaltete, zur Aufrechterhaltung des Papstthums
und aller seiner Mißbräuche unter der Bedingung, daß
es sich ihrer Staatsomnipotenz füge und ihnen durch geistliche
Mittel helfe, ihre Unterthanen im Gehorsam zu erhalten. Die
Vermittlung aber zwischen Rom und den koatholischen Höfen
einerseits und zwischen den letztern andererseits, wurde dem neuen
Jesuitenorden anvertraut, aus welchem alle katholischen Regenten
sich ihre Beichtväter und geheimen politischen Agenten
wählten und welchem sie zugleich die Verwaltung des Unterrichts
in allen katholischen Staaten überließen. Der Orden, romanischen
Ursprungs und ganz erfüllt vom romanischen Antagonismus
gegen den Germanismus, bediente sich der Renaissance, die damals
in den romanischen Ländern mit Leidenschaft getrieben
wurde, um dem romanischen Racenstolz zu schmeicheln, duldete
nur die lateinische Schulsprache, verwarf alles Germanische als
Barbarei, zerstörte so viel möglich die gothischen, d. h. deutschen
Kirchen des Mittelalters und ersetzte sie durch neue im heidnischen
Renaissancestyl. Obgleich der Orden den Namen Jesu an der
Stirn trug, führte er doch den ganzen heidnischen Olymp in
die christliche Dichtung und Kunst ein, wie gleichzeitig der päpstliche
Vatican mit alten heidnischen Statuen angefüllt wurde.
Das Papstthum brauchte diese Hülfe des heidnischen Geschmacks
lediglich im Kampfe mit dem Germanismus.
Das Bedürfniß nach einer Reinigung der Kirche von allen
den Mißbräuchen, an denen nur die Welschen Schuld waren,
hatte schon hundert Jahre früher die Concile von Constanz und
Basel hervorgerufen und war so allgemein in Deutschland empfunden,
daß es auch in Oesterreich getheilt wurde. Wie in
Böhmen noch immer der hussitische Geist waltete, so war der
lutherische Geist auch in allen deutschen Provinzen Oesterreichs
bei der Mehrheit nicht nur des Adels und der Bürger, sondern