Volltext : Das Unterrichtswesen im Deutschen Reich. I. Band. (1)

884  Nr.  164.  1915.

Maschinen,  Transformatoren  und  Apparate,  welche  nach  dem  20.  Oktober  1915
fertiggestellt  oder  nach  diesem  Zeitpunkt  erst  „verfügbar“  geworden  sind,  müssen,  soweit
sie  gemäß  §  4  zu  melden  sind,  innerhalb  3  Tagen  gemeldet  werden.

Beauftragten  der  Polizei=  und  Militärbehörden  ist  die  Prüfung  der  Verzeichnisse
sowie  die  Besichtigung  aller  in  dem  Verzeichnis  aufgeführten  Gegenstände  und  die  Besichtigung
  aller  Räume,  in  denen  Gegenstände  vermutet  werden  können,  die  den  Anordnungen
  dieser  Bekanntmachung  unterliegen,  gestattet.

88.
Ausnahmen.
Von  den  obenstehenden  Bestimmungen  sind  solche  von  der  Verordnung  betroffenen
Gegenstände  (§  2)  ausgenommen,  die  nach  dem  Zeitpunkt  des  Inkrafttretens  dieser
Verordnung  aus  dem  Auslande  bezogen  werden.

§5  9.
Anträge  auf  Streichung  usw.  Anfragen.

Sollten  die  in  §  4  gegebenen  Bestimmungen  Anlaß  zu  Zweifeln  über  die  „Verfügbarkeit“
  der  von  der  Verordnung  betroffenen  Gegenstände  geben,  oder  sollten  im
Falle  der  Entziehung  dieser  Gegenstände  empfindliche  Betriebsstörungen  zu  befürchten
sein,  so  kann  ein  Antrag  auf  Streichung  eingereicht  werden.  Diese  Gegenstände  sind
jedoch  in  jedem  Falle  zuvor  zu  melden.

Alle  Anträge  und  Anfragen,  welche  die  vorliegende  Verordnung  betreffen,  sind  an
die  „Verteilungsstelle  für  elektrische  Maschinen  des  Kriegsministeriums,  Berlin  SW.  11,
Königgrätzer  Str.  106“  zu  richten.

8  10.

Zweck  dieser  Bestandsaufnahme.

Durch  diese  Bestandsaufnahme  wird  beabsichtigt,  Kupfer  zum  Bau  von  neuen  elektrischen
  Maschinen,  Apparaten  usw.  zu  sparen.  Die  Anträge  auf  Freigabe  von  Kupfer
zur  Herstellung  dieser  Gegenstände  sind  dementsprechend  vom  15.  Oktober  1915  ab
nicht  mehr  an  die  Kriegs-Rohstoff-Abteilung  des  Kriegsministeriums,  sondern  an  die  in
§  5  genannte  Verteilungsstelke  einzureichen.  Hier  wird  nach  den  gemeldeten  Beständen
festgestellt,  ob  entsprechende  oder  ähnliche  brauchbare  Maschinen  usw.  verfügbar  sind.
Ist  dies  nicht  der  Fall,  so  werden  die  Anträge  an  die  „Fabriken-Abteilung  des  Kriegsministeriums"
  geleitet,  wo  sie  daraufhin  geprüft  werden,  ob  das  Kupfer  usw.  sich  durch
Zink  oder  Eisen  ersetzen  läßt,  ob  die  Maschinen  usw.  im  Interesse  der  Heeresverwaltung
gebraucht  werden,  oder  ob  sich  etwa  eine  andere  Betriebsart  ermöglichen  läßt.  Von
hier  aus  werden  dann  die  Anträge  nötigenfalls  an  die  zuständige  Abteilung  zur  Freigabe
  von  Kupfer  weitergeleitet.

Altona,  den  15.  Oktober  1915.

Stellv.  Generalkommando  des  IX.  Armeekorps.

v.  Roehl,
General  der  Artillerie.