Full text : Sagenbuch des Erzgebirges.

Fulltext access denied for pi jaekel_germanisch_urspruch_latein_1830 and pageNo 46
            
32 BEE weglassen, und die Griechen or&s für ördvg oder oraivr setzten, so haben auch die Lateiner viel weggeworfen, weshalb ich auf Conrad Sehneider's ausführliche Grammatik der lateinischen Sprache verweise; so stehet natus für gnatus ( öognatus ), notus für gnotus, (Ignotus, ) arard für agrare, von aget, mitio für smitto (cosmitto); locus für stlocus, uro für buro, comburo von Feuer; durch Feuer vertilgen, rogb für Frogo, laetus für glaetus; Schwed. glaede, Engl. glad: 8o wird aus volis — du willst, vie, und invitus stelit für inviltus, unwillig, infestus für infensus, von infend — anfeinden. 6) Oft muss man eine durch das Streben nach Wohllsüt herbeigeführte Versetzung von Buchstaben annehmen, deren ursprüngliche Stellung bisweilen in einzelnen Rormen sich wieder zeigt, 80 in sperno, sprevi, insterno, stravi, strat — streyen, in spargo, spate — sprützen, in scirdo, schneiden. 6) Die alte Sprache, die deutsch& wie lateinische; scheint mehr die aufgelösten Formen geliebt züu haben, dalier viele Wörter zweisylbig waren und aus Stamm- und Nachschlagsylbe bestanden, welche jetzt bei uns einsylbig sind: Dies zeigt sich schon in eigenen Namen Karol — us Karl, Amasium Ems, Theotisci Teutische, Teutsche. Ebenso Senap — Senapi — Senf, kalit, gelidus, kalt; feror frech, velid: (ge)walt-ig, calamus Halam — Halm, fuvius Flass, Von vielen Wörtern warf die lateinische Sprache den Vocal der ersten, die deutsche den der zweiten Sylbe fort und endete in einen Consönanten; so ward aus dem alten ‚fora ( Ottfried) oder faura ( Ulphilas) beim Lateiner prae, beim Deutschen vor, beim Engländer for ; ebenso ging fora und furi in pro und per, und das Deutsche für über. %) Die Endung us —- is, um gehört nicht zum Stamm, und scheint grösstentheils erst angehängt zu sein. ‚Doch hatte des Ulphilas Gothisches auch die Endung us, und He-